Asperger & Ich (Langversion)

 

Der Verdacht auf Asperger-Autismus tauchte bei mir erstmals im September 2008 auf, die endgültige  Diagnose erhielt ich im Dezember 2009. Viele verschiedene Diagnosen gingen dem voraus, unter anderem schwere Depression, Dissoziation, soziale Phobie, Mutismus, Angststörung, selbstunsichere Persönlichkeitsstörung, Essstörung etc. doch keine Diagnose konnte genau mein Erleben und Empfinden beschreiben. Mit keiner Diagnose konnte ich mich wirklich identifizieren.

Was ist Asperger-Autismus und wie wirkt es sich bei mir aus?

Über Autismus  kann man in diversen Büchern und im Internet viel nachlesen, ich werde hier nur einen Bruchteil zusammenfassen.
Autismus wird in verschiedene Bereiche unterteilt,  die wohl bekannteste Form ist das Kanner-Syndrom, der frühkindlicher Autismus.  Das Asperger-Syndrom  ist nicht gleichzusetzen mit dem Kanner-Syndrom.   Da Asperger-Autismus früher weit weniger bekannt war,  bekamen viele Asperger-Autisten ihre Diagnose erst im Erwachsenenalter, was ihnen viel Erleichterung verschaffte, da sie endlich eine Erklärung für ihre Andersartigkeit hatten.  Als Kinder  wurden sie oftmals nur als schüchtern,  zurückgezogen, ängstlich oder sogar eigenartig beschrieben und eine Diagnostik wurde nicht in Betracht gezogen.  Diese Aussagen treffen auch auf mich zu.
Asperger-Autisten verfügen zudem über eine normale  bis  hohe Intelligenz und können teilweise ein eigenständiges Leben führen.  Es ist wie bei jedem Menschen so, dass die allgemeine Beschreibung die man überall findet  nicht auf jeden Asperger-Autisten passt. Jeder Mensch ist anders,  genauso ist es auch bei Asperger-Autisten. Ich werde hier versuchen einige Merkmale vom Asperger-Autismus zu nennen und kurz  beschreiben  inwieweit mich diese Aussage betrifft. Die Information hier dient lediglich dazu ein wenig über mich zu erfahren, nicht aber über jeden Asperger-Autisten.

Punkt 1 – Kommunikation:
Viele Unterschiede zwischen Aspies (Asperger-Autisten) und Nicht-Autisten beziehen sich auf die Art und Weise, wie sie  kommunizieren. Im Alltag nutzen Nicht-Autisten häufig die  Umgangssprache, wohingegen Aspies oftmals die formale Sprache bevorzugen, was nicht selten besserwisserisch wirkt.  Aspies  kommunizieren ausserdem meist direkt und klar und wirken dadurch manchmal unhöflich oder taktlos.  Sie sagen, was sie denken und reden nicht “um den heißen Brei herum”.  So etwas wie  “Dinge sagen, ohne sie zu sagen” gibt es für Autisten nicht.   Nicht-Autisten kommunizieren oft indirekt,  da sie es als höflicher und angenehmer empfinden, sie sind es teilweise nicht gewohnt, dass der Gesprächspartner genau das meint, was er sagt und nicht mehr. Oft können sie nicht glauben, dass es keine versteckte Botschaft gibt, oder dass die Kommentare, die sie als grob und unverschämt empfanden,  hilfreich gemeint waren.
Auch ich schreibe ehrlich und direkt, dies kann manchmal verletzlich wirken, was ich nicht beabsichtige, ich möchte niemanden verletzen oder zu nahe treten. Ich habe  mittlerweile gelernt Redewendungen, Metaphern und Umschreibungen zu erkennen und manchmal auch anzuwenden, jedoch verstehe ich nicht jede Ironie oder erkenne Worte “zwischen den Zeilen”, so kann eine Aussage von mir etwas unpassend erscheinen,  ich bitte darum mir dies mitzuteilen und es mir nicht direkt böse zu nehmen.

Punkt 2  – nonverbale Kommunikation:
Autisten übersehen oft soziale Signale wie z.B. Mimik,  Gestik und Tonfall .  Viele schauen ihrem Gegenüber auch ungern in die Augen, was manchmal als Unfreundlichkeit oder Desinteresse verkannt wird.
Mimiken hab ich im Laufe der Jahre auswendig gelernt,  kann sie jedoch teilweise nur bei bekannten Gesichtern zuordnen und erkennen Wichtiger ist mir die Körperhaltung der Person, diese macht es mir leichter sie einer bestimmten Stimmung zuzuordnen. Bei fremden oder mir weniger bekannten Menschen, deren Körpersprache ich in bestimmten Stimmungen noch nicht kenne, fällt mir die Einschätzung sehr schwer. So kann ich bei jemandem der mir gegenüber steht und vom Tod eines Nachbarn erzählt nicht erkennen ob er traurig darüber ist oder mir einfach nur eine Mitteilung geben wollte.  Zu Traurigkeit gehört für mich eine zusammengekauerte Haltung, die diese Person nicht zeigt.  Aber auch bei mir sehr gut bekannten Menschen, mit wenig Körpersprache, ist es eine große Schwierigkeit Emotionen zu erkennen. “Zwischen den Zeilen” lesen ist fast immer unmöglich, ich habe aus diesem Grund oft darum gebeten Dinge  direkt anzusprechen.

Punkt 3 – Interaktion:
Autisten haben oft Schwierigkeiten mit gleichaltrigen  zu interagieren, daher haben sie nicht selten Kontakte zu jüngeren oder älteren Menschen.  Gleichaltrige haben oftmals andere Interessen oder eine andere Art miteinander umzugehen (dies ist vor allem im Kindergartenalter und in der Pubertät erkennbar), es fehlt  eine gemeinsame Basis für eine Freundschaft.
Auch ich hielt mich im Kindesalter lieber in Gegenwart der Erwachsenen auf, da mir das Verhalten der anderen Kinder suspekt war. Später ab etwa 10 Jahren hatte ich dann viel Kontakt zu deutlich jüngeren Kindern (bis zu 3 Jahre) da ich fühlte, dass sie genauso wie ich erst lernten die Welt zu verstehen.

Punkt 4 – Wahrnehmung:
Autisten weisen  in einigen Bereichen eine höhere , in anderen eine niedrigere Sensibilität auf als Nicht-Autisten, dies führt zu einer anderen Wahrnehmungsverarbeitung . Verschiedene Geräusche, Gerüche, helle Lichter oder unerwartete Berührungen  können schnell eine Reizüberflutung verursachen, daher  bevorzugen sie häufig eine ruhige Umgebung mit gedimmten Licht.  Art und Ausmaß der Reizempfindlichkeiten sind von Autist zu Autist sehr unterschiedlich. Bei mir tritt eine höhere Sensibilität auf bei:

  • Geräuschen – z.B. plötzlicher, durchdringender Lärm; schrille, kontinuierliche Geräusche (z.B. von vielen elektrischen Geräten); sehr viele Geräusche durcheinander (z.B. im Supermarkt); bestimmte Tonlagen bei Kinder (vor allen Dingen  Töne beim Weinen oder verstellen der Stimme);  Tierstimmen (Gebell, miauen  etc.); sich immer wiederholenden Worte oder Melodien (bspw. kann ich das Lied “auf der Mauer, auf der Lauer” nicht hören)
  • visuellen Reizen – grelles Licht, grelle Farben, zu viele visuelle Reize auf einmal, Neonlicht, flackerndes Licht all das vertrage ich nicht und bekomme schnell einen Overload (Kopfweh, Übelkeit, Überreizung etc.)
  • sensorischen Reizen/ Berührungen – wie viele Autisten mag auch ich es nicht  berührt zu werden, darunter gehören unerwartete Berührungen wie Schulterklopfen, aber auch Hand ausstrecken in meine Richtung so das ich gezwungen werde sie zu berühren; leichte Berührungen vertrage ich kaum,  festen Druck (wie Massagen) empfinde ich jedoch als angenehm; wie  bei manch anderen  Autisten sind auch bei mir bestimmte Körperbereiche besonders empfindlich, hierzu gehört bei mir der Kopf inklusive Gesicht, die Füße, und auch die Haare (ich vertrage keine Haarspangen, Zopfhalter etc.); ebenso ist das Tragen von enganliegender Kleidung oder das Tragen bestimmter Stoffe unmöglich;
  • Gerüchen – Parfüm, Deodorants, Putzmittel, alle Gerüche die unnatürlich sind oder überladen vertrage ich nicht und reagiere mit Flucht (wenn keine Flucht möglich ist, dann flüchte ich nach “innen” um mich zu beruhigen und einen Standpunkt zu finden)
  • Kälte – ich friere fast immer und trage noch Jacken während meine Tochter im T-Shirt und kurzer Hose herumläuft, zu Hause sitze ich nicht ohne Strickjacke und meiner Decke auf dem Sofa
    eine niedrigere Sensibilität ist bei mir erkennbar bei:
  • Wärme – Heißgetränke oder heisses Wasser empfinde ich selten als heiss (wo Nicht-Autisten schon längst die Hand wegziehen), schon oft habe ich meine Zunge verbrannt obwohl meine Hände die Hitze nicht als so stark empfunden haben; oder ich bekam Kreislaufprobleme, weil mein Badewasser in dem ich lag viel zu heiss war  [einmal wurden in der Kur  45°C Wassertemperatur gemessen als man mich nach 10 Minuten aus der Wanne holte], auch das anlehnen an die Heizung bescherte mir schon einige Male Verbrennungen am Rücken obwohl ich die Wärme als gar nicht so heiss empfand
  • Schmerzen – was leider auch den Hang zu SVV bestärkt
  • Aussenreize während des Verharrens in “meiner Welt”- zur Erklärung: bin ich in Gedanken vertieft, oder einfach nur innerlich zurückgezogen, lese ein Buch, schreibe einen Text oder befasse mich mit einer Aufgabe (Abwasch, Tisch eindecken, Wäsche aufhängen ….) nehme ich Aussenreize wie Gespräche, Aufforderungen, Geschehnisse etc. nicht wahr und wirke wie taub oder abwesend

Punkt 5 – fehlende Anpassung:
“Cool sein” und “Image” sind Dinge, die Autisten im Allgemeinen nicht interessieren, sie verbiegen sich nicht um sich anzupassen.  Autisten leben so wie sie es für sich als angenehm empfinden, in ihren eigenen Entwicklungsschritten  ohne sich darum zu kümmern, ob es “cool” ist oder nicht. Sie sehen keine Notwendigkeit ihr Image zu verbessern. Da spielen 15 Jährige Autisten möglicherweise noch mit Puppen oder verschlingen ein Lexikon nach dem anderen, während gleichaltrige Nicht-Autisten sich für Outfit, Styling und Partys interessieren.   Leider führt das “nicht anpassen” von Autisten auch dazu, dass sie  gemobbt werden. Ich selbst wurde glücklicherweise kaum gemobbt, spürte am Ende der Realschulzeit  aber, dass ich langsam mehr und mehr zum Aussenseiter wurde (noch mehr als ich es vorher schon war). Ich wäre nie auf die Idee gekommen, dass es daran liegen könnte, das ich mich nicht so verhielt oder anpasste wie andere.  Das ich anders war spürte ich zwar oft, aber das dies ein Grund für  “Ausgrenzung” war  habe ich damals nicht erkannt und hätte womöglich auch nicht verstanden warum man andere ausschließt, nur weil sie “anders” sind. Ich habe es einfach hingenommen auch wenn ich mich nicht immer wohl damit fühlte.

Punkt 6 – Einzelgänger?:
Viele Nicht-Autisten glauben, das Autisten gerne alleine sind, dies stimmt aber oftmals nicht. Autisten brauchen Zeit für sich um zur Ruhe zu kommen und ihre Eindrücke verarbeiten zu können. Sie brauchen auch Zeit um ihren Interessen nachzugehen, dennoch verschmähen sie keine Kontakte. Sie wünschen sich Kontakte, wünschen sich Freunde und sind auch gerne mal mit anderen zusammen, da dies für sie jedoch von klein auf mit Schwierigkeiten verbunden war und sie oftmals viele schlechte Erfahrung  gesammelt haben, fällt es ihnen sehr schwer Kontakte herzustellen und aufrecht zu erhalten. Auch ich habe wenige Kontakte zu anderen Menschen und mir ist es auch kaum möglich Kontakte aufzubauen.
Schwierigkeiten liegen auch darin, dass anderen  meine  Andersartigkeit auffällt, sie aber nicht damit umgehen können. Selbst wenn man es ihnen erklärt haben sie “Berührungsängste” und es scheitert schnell an der fehlenden Verbindung.

Punkt 7 – Interessengebiete:
Autisten haben oft (nicht immer) ein bestimmtes Interessengebiet, auf das sie sich voll und ganz konzentrieren. Sie verfolgen dieses Thema sehr intensiv mit viel Begeisterung und Eifer. Das Interessengebiet kann viele Ausprägungen haben, so spezialisiert sich ein Autist auf eine Fernsehsendung und kann jedes Detail wiedergeben, ein anderer sammelt Dinge, der nächste schraubt jede Uhr auseinander, wieder ein anderer verschlingt Bücher über ein bestimmtes Thema. Alles kann zu einem Interessengebiet werden und nicht immer ist es für die gesamte Lebenszeit festgelegt.  So kann sich das Interessengebiet innerhalb weniger Wochen ändern, oder erst nach ein paar Jahren. Bei mir selbst wandelt sich das Interessengebiet immer mal wieder und wird auch manchmal von der Depression verdrängt.

Punkt 8 – Auftreten:
Menschen mit Asperger-Syndrom werden oft als  Einzelgänger, Spezialisten, “schüchtern”, “komisch”, “von einem anderen Planeten” , Exzentriker oder zerstreute Professoren beschrieben.
Für mich ist oftmals alles wirr und ich kann es nicht richtig einsortieren, finde keine Worte, so dass  das Wort zerstreuter Professor sehr gut passt. Auch der Begriff “von einem anderen Planeten” trifft es sehr gut. Eine Möglichkeit sich besser in mich hineinzuversetzen ist,  sich vorzustellen man würde von einem anderen Planeten kommen, wurde auf die Erde geschickt um zu lernen wie die Menschheit sich verhält, wie sie interagiert und lebt. Vieles ist dabei zu laut und zu unverständlich, du sprichst eine  andere Sprache und kannst ihre Bewegungen, Gestiken und Mimiken nicht erkennen. Na? Gar nicht so einfach oder?

mehr dazu auch hier: Was ist anders?

34 thoughts on “Asperger & Ich (Langversion)

  1. Das ist wirklich ziemlich informativ. Vielen Dank für diese Erläuterungen.

    Ich grüße dich sehr herzlich und wünsche alles Gute an dieser Stelle und überhaupt! :-)
    Herzlichst!
    Heike

  2. Vielen Dank.
    Habe es gern gelesen. Wäre so schön, wenn größeres Interesse und Verständnis von Nicht-Autisten da wäre, dann wäre das Leben vieler Betroffenen (damit sind nicht nur die Autisten gemeint, sondern auch die Familien)unbeschwerter.

  3. Früher war ich “seltsam”, später “Krank” und noch etwas später “behindert”.
    Für mich war ja jede Zeit Normal, nur die Aussenwelt verhielt sich immer komisch ;-)

    Früher habe ich versucht mich zu verstellen um nicht aufzufallen. Heute erlaube ich mir den Luxus ohne Kompromisse “ich” zu sein, wie ich eben bin und damit kommen die Menschen um mich herum besser zurecht und mir geht es damit einfach gut.

    Ich habe Familie, bin selbstständig tätig, habe schwierige Hobbys und bin in einem Verein engagiert. Vor 20 Jahren undenkbar, heute endlich Normalität.

    Was ich nicht so gerne mag ist dieses abkapseln und “Gruppenkuscheln” in den diversen Aspie-Foren. Hab mir das mal angeschaut, ist mir zu Strange. Dann lieber Real Live und bei Bedarf Filter vorschalten :-)

    Andre

  4. Hallo Andre,

    auch bei mir verlief der Prozess ähnlich. Erst “seltsam”, dann “krank” (jedoch mit falschen Diagnosen) und nun besitze ich einen SB-Ausweis.
    Das ständige verstellen müssen um irgendwie angenommen zu werden und dabei selbst spüren, dass das nicht ich bin machte mir große Probleme. Heute sehe ich es ähnlich wie Du. Ich kann endlich sein. Ich sein!
    Die Diagnose half mir und meinen Mitmenschen zu verstehen.

    Und so wie sie jetzt versuchen mich zu verstehen, versuche ich sie zu verstehen und dennoch ich selbst zu bleiben. Ich strebe ein Integration an und bin daher ebenfalls nicht in diesem Foren unterwegs. Dieses abkapseln möchte auch ich nicht.

    Es ist mein Wunsch teilzuhaben und gerade auch mit Nichtautisten Kontakt zu erhalten. Nur so kann Integration stattfinden.

  5. Mir raucht der Kopf von den ganzen Informationen ;)
    Aber vielen Dank für diese tiefen Einblicke.

    Ich kann mir vorstellen, da braucht man dann auch einen Partner der ein sehr gutes Einfühlungsvermögen besitzt. Die sind schwer zu finden, denke ich mal.

      • Habe ich gerne gemacht.

        Weißt, was mich etwas irritiert hat? Bei genauerem Hinsehen musste ich feststellen, dass z.B. einige deiner Symptome wie “schüchtern, zurückgezogen, ängstlich” im Kindesalter auch auf mich zutreffen…

        • Eigentlich war es meine Wahrnehmungsstörung, die mich so wirken lassen hat. Durch die Überreizung zog ich mich zurück, brauchte Pausen. Sprechen fiel mir schwer, weil die Eindrücke erst verarbeitet werden wollten. Zu Hause bin ich auch schon mal in Wut ausgebrochen, habe geschrien und getobt, einfach weil ich selbst mit all den Dingen überfordert war, es aber nicht benennen konnte. Allerdings kann ich mich erinnern, das ich ab etwa dem 7. Lebensjahr nicht mehr schrie und tobte, sondern noch mehr in mich ging.

          Einen guten Artikel dazu findest Du auch hier:
          http://menschwerdung.wordpress.com/2011/07/02/das-schlechte-kind/

  6. Ich freue mich immer so, wenn ich solche Texte finde!
    Kann mich selbst ganz dolle darin wiederfinden.
    Mir fällt spontan (hihi) ein: Als ich ungefähr 12 war, hörten alle auf, mit Puppen zu spielen. Bisher hatten wir doch immer nachmittags am Wochenende mit Puppen gespielt und unsere Geschichten somit weitergespielt. Und jetzt gar nicht mehr. Das war ganz furchtbar für mich. Ich hatte nicht verstanden, wie man zu alt werden kann für etwas, das einem Spaß macht, und wie man das aufgeben kann, nur weil man jetzt Teenie ist oder sowas.
    Irgendwann hab ich ein richtiges Puppenhaus, ganz bestimmt :-)

  7. Liebe Herzchaosmama,

    dieser Text genau wie dein gesamter Blog ist für mich sehr erhellend, informativ, ja spannend.
    Als Jemand, der so im Großen und Ganzen “der Norm gehorcht”, kann man sich häufig in Menschen, die anders sind nur schwer hineinversetzen.

    Daher danke ich nicht nur Dir, sondern dem ganzen Web 2.0, das so viele informative, spannende und lustige Blogs ermöglicht und so dem, der über seinen eigenen Tellerrand gucken mag, dies auch ermöglicht.

    Viele Grüße
    Simop

    Ach ja…

    Wenn es trösten sollte – mein Sinn, Ironie oder Inhalte zwischen den Zeilen zu erkennen, ist auch recht schlecht ausgebildet, deshalb geht so doch der eine oder andere Scherz auf meine Kosten, habe ich einen Scherz mal wieder verpasst. Ebenso wie mir manche mimische Aspekte entgehen, was in Konfliktgesprächen oder ähnlichem nicht so hilfreich ist. Gesichter merken? Fatal, ich verwechsele manche Leute noch nach Jahren, selbst wenn sie sich gar nicht ähnlich sehen – was zumindest die anderen meinen… Dann habe ich mir die Person an Hand von Frisur, Brille oder ähnlichem gemerkt – dann verändert er oder sie genau dieses Detail – und ich fange von vorne an. Ist zwar nicht immer, aber immer wieder. Daher kann ich zwar an sich gut malen, nicht jedoch Gesichter :-(
    Na ja, ich tröste mich, dass ich damit doch ganz gut den Stereotypen entspreche, die man den Informatikern (auch, wenn ich “nur” Informatiklehrerin bin) so nachsagt.

  8. Ich les zwar schon eine Weile Deinen Blog, habe aber erst heute diese Seite “aufgeschlagen”. Sehr informativ und auch für Nicht-Autisten vetsändlich beschrieben. Danke

  9. Mich würde interessieren, wie man am besten mit (erwachsenen) Menschen mit Asperger Verhaltensweisen kommunizieren kann. Worauf soll man achten?
    Brigitta

    • erstmal ganz unbefangen in das gespräch gehen. nichts erzwingen und keine zu hohen erwartungen mitbringen.
      aber da ist jeder asperger so verschieden wie es jeder mensch ohne asperger auch ist.
      ich mag es am liebsten wenn die menschen im gespräch das drumherumgerede weglassen. das lenkt vom wesentlichen ab und ich werde unkonzentriert.
      blickkontakt und manche gesten können als unangenehm empfunden werden.
      ein wunderbares kommunikationsmittel ist das internet. email und chat empfinde ich als optimal und es wird auch von meinen bekannten akzeptiert.

  10. Liebe Herzchaosmama,

    danke für diesen tollen Text.

    Ich kenne das alles von meiner Tochter. Am schlimmsten ist eigentlich die Zeit, bis man erfährt, dass es “so etwas” gibt und man nicht die einzige Familie mit dieser Problematik ist.

    Vermutlich bin ich auch betroffen, aber ich habe durch viel Übung mein Leben weitgehend passend gemacht – Glück gehabt.

    Liebe Grüße,

    Sylvia

  11. Wenn es trösten sollte – mein Sinn, Ironie oder Inhalte zwischen den Zeilen zu erkennen, ist auch recht schlecht ausgebildet, deshalb geht so doch der eine oder andere Scherz auf meine Kosten, habe ich einen Scherz mal wieder verpasst. Ebenso wie mir manche mimische Aspekte entgehen, was in Konfliktgesprächen oder ähnlichem nicht so hilfreich ist. Gesichter merken? Fatal, ich verwechsele manche Leute noch nach Jahren, selbst wenn sie sich gar nicht ähnlich sehen – was zumindest die anderen meinen… Dann habe ich mir die Person an Hand von Frisur, Brille oder ähnlichem gemerkt – dann verändert er oder sie genau dieses Detail – und ich fange von vorne an. Ist zwar nicht immer, aber immer wieder. Daher kann ich zwar an sich gut malen, nicht jedoch Gesichter
    Na ja, ich tröste mich, dass ich damit doch ganz gut den Stereotypen entspreche, die man den Informatikern (auch, wenn ich „nur“ Informatiklehrerin bin) so nachsagt.

    +1

  12. Hey!
    Habe mich schon öfter gefragt, was mitdir los ist. Bin aber noch nie vorher auf die Idee gekommen, auf diese Seite zu klicken.
    Finde den Beitrag sehr interessantund auch dass Du die allgemeine Symptombeschreibung mit dir verglichen hast, finde ich sehr interessant.
    Viele Grüße,
    Anna

  13. Sehr gut erklärt. Wobei mir noch nicht ganz klar ist wo der Unterschied zu jener Gruppe der “Übersensiblen” ist, der ich angehöre. Die Schnittmenge erscheint mir recht groß.

  14. Vielen Dank für diese ausführlichen Informationen!
    Und dann denke ich manchmal, was wissen wir schon von den Anderen?!? Man sollte nie urteilen… Sondern zuerst zehn Meilen in seinen Mokassin gehen, bevor man sich ein Bild eines anderen Menschen macht.

    Schön, dass du bloggst!
    iren

  15. Ich bin Heilerzeiehungspflegerin und habe demnach schon oft mit Menschen mit Autismus gearbeitet. Ich habe selbst einen Bruder mit Asperger Autismus, bei dem diese Diagnose auch relativ spät (mit 24) erkannt wurde , aber ich habe noch nie einen Blog gelesen, der von einem Menschen mit Autismus geschrieben wurde. Finde das gerade so genial und bin ab sofort Fan :-) und toll wie du das hier auf den Punkt bringst um mehr Verständnis unter die Leute zu bringen .
    LG Elle

  16. Ich erkenne meine Tochter in deinen Beschreibungen. Ich möchte aber keiner “Modediagnose” nachhecheln. Meine Tochter hat es schwer. Schon immer, mal mehr, mal weniger. Sie ist definitiv “anders”, aber Autismus wurde nie diagnostiziert, Man schiebt vieles auf ihre einseitige Taubheit. Sie ist sehr allein, weil Gleichaltrige mit ihr nicht klar kommen, zudem wurde sie massiv gemobbt.Dabei wünscht sie sich “dazuzugehören”, braucht aber auch viel zeit für sich allein.

    Ihr Interessengebiet sind japanische Anime-Serien und -Filme.

    *seufz*

    Das muss ich mal sacken lassen.

    • Was genau meinst du mit Modediagnose? Bei mir wurde der Asperger 1998 diagnostiziert, da war es noch alles andere als Mode. Zumindest ließ die Ablehnung mir gegenüber darauf schließen?
      Wird es denn jetzt zum Trend, bei “schwierigen” Kindern eine so krasse “Störung” wie Autismus zu diagnostizieren?

  17. Ich lese schon recht lang bei Dir mit, bin seinerzeit – glaube ich – von Elisabeth (Robert) hierher gekommen, und wollte Dir heute speziell für diesen Beitrag danken, der sehr klar Verhaltensweisen nennt und erklärt, die im Alltag Probleme bereiten können. Dennoch – mit gutem Willen auf beiden Seiten sollten sie kein Hindernis für das Aufbauen und Am-Leben-Halten von Freundschaften sein, und wenn dazu einer zeitweise “mehr” an Durchhaltevermögen einzubringen hat, dann passt das auch. Sage ich gerade einmal aus ziemlich eigener Erfahrung als der “Nicht-Autismus-Teil” in Freundschaften …

    Alles Gute für Deine Familie weiterhin – wenn Du einmal Mail schreiben möchtest, ich antworte sicher, aber das soll in keiner Weise ein “Muss” sein, nur ein Angebot zum Austausch über “Schubladen” und “Denkweisen” hinweg.
    Monika

  18. Du hast Deine Ausprägung des Asperger Syndroms sehr angenehm beschrieben. Mein Sohn ist in der Pubertät und erst vor kurzem wurde Asp.Syndrom festgestellt. In der Kindheit wurde er immer als “schwierig” beschrieben- in Richtung ANDERS als die Kinder. Er hatte nur Kontakt zu Erwachsenen und war sehr korrekt im Reden und tun. Er hat aber gerne gekuschelt. Jetzt in der Pubertät wird sein SEIN auf die Pubertät geschoben… Ich musste immer für ihn kämpfen, dass er nicht negativ eingeschätzt oder abgestuft wird (schulisch, Persönlichkeit betreffend).

    Und wenn wir “normalen” Menschen in der Minderheit unter den Aspis wären, so wären wir die Unnormalen…

  19. Du sprichst mir aus der Seele. Mein Sohn ist Asperger Autist. Und ich weiss, dass ich es auch bin. Ich bin mehr als sicher. Das, was du da beschreibst, könnte ich sein. Ich habe bisher nicht den Mut gehabt, mich zu offenbaren. Was soll ich machen? Ich bin41J. Lohnt es sich wirklich, da noch was zu machen?

  20. Danke schön für diese Informationen! Ich wusste vorher gar nicht, was ein (Asperger) Autist ist (ich bin 16), auf deinem Blog bin ich nur zufällig gelandet. Dann habe ich das erst einmal bei Google eingegeben und ein Video über und mit einem Autisten gesehen. Danach bin ich dann auf diese Seite gestoßen. Ich fand es sehr interessant, das zu lesen und finde es toll, dass du das mit anderen Menschen über diesen Blog teilst. Danke!

  21. Sehr interessant! Ich bin kein Autist, kenne aber den Bereich des Kommunikationsproblems in eigenen Punkt ganz gut. Interessant ist: Wenn man das bewusst übt, wird man sogar besser als Leute, die das intuitiv tun :-)

    Wie kommst du mit deinem Kind klar – Kinder reagieren ja oft unvorhergesehen?

  22. Hallo Herzchaosmama!

    Ich bin gerdade durch einen Beitrag auf einem anderen Blog zur Aktion “Blogger schenken Lebensfreude” auf deinen Blog aufmerksam geworden. Hängen geblieben bin ich dann wegen deiner Ausführungen zum Asperger Autismus.
    Warum mich das ganze interessiert möchte ich dir gerne kurz erklären:
    Ich studiere Pädagogik (um es später als Lehrer zu unterrichten). Dort werden auch das Kanner Syndrom und der Asperger Autismus behandelt. Ich finde allerdings die Erklärungen zum Asperger Autismus als unglaublich schwer beschrieben-mir fehlte genau eine solche Darstellung, wie du sie hier gerade gegeben hast. Eine Information von einem Asperger Autisten-wie nimmt er sich und seine Umwelt wahr? Wie kann ich ihm helfen, sodass es ihm leichter fällt mit mir zu kommunizieren? Was sollte ich selbst beachten, welches Verhalten vermeiden.
    Besonders wichtig ist dies für mich, da ich nebenberuflich Sportgruppen von Kindern leite. In zwei dieser Gruppen habe ich auch Asperger Autisten. Viele Verhaltensweisen von Ihnen habe ich mit ihrer Diagnose erklären können-aber wie ich ihnen helfen kann, sich in dieser Situation besser zurecht zu finden, weiß ich leider nicht.
    Da die Kids noch recht jung sind, fällt es ihnen auch schwer mir da Tipps zu geben.

    Eines der Kinder tut sich sehr schwer dabei, bei Mannschaftssportarten mitzuspielen. Bestimmte Spielformen (wie Völkerball) schafft er inzwischen in seiner vertrauten Gruppe sehr gut. Fußball, Handball, Basketball und so weiter (also Sportarten wo man innerhalb der Mannschaft den Ball passen muss um zum Tor zu gelangen) überfordern ihn total. Er ist dann nach wenigen Minuten komplett abwesend und ist dann mit einfachen Dingen (zb der Wand der Halle etc) beschäftigt.
    Ich würde ihm gerne helfen, mehr Erfolgserlebnisse in dem Bereich zu haben. Um ihm die Situation zu erleichtern, darf er z.B im Zweikampf nicht angegangen werden, Abspielmöglichkeiten sollen durch Handheben in der Mannschaft signalisiert werden (um auditive Reizüberflutungen zu vermeiden) etc.
    Hättest du dort noch eine Idee für mich?

    Ich hoffe, der Text war jetzt nicht zu konfus geschrieben und auch nicht zu lang!

    Liebe Grüße
    Sarah

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