WIP 34/12

Week in Pictures

  • Ein letzter Ferienausflug ging nach Harderwijk, dort schauten wir uns die Shows und die sos dolfijn station an . Wir konnten Rochen streicheln und erfuhren unter anderem, das das Dolfinarium seit September 2001 mit der Stiftung Sam zusammen arbeitet. Dadurch ist dort auch Delfintherapie  für Kinder mit Down Syndrom oder Autismus möglich.
  • Es wurde viel verstecken und „Hund“ mit dem Schulterschmuseknirps gespielt.
  • Ich fuhr mit dem Knirps zum Verbandswechsel und erhielt die gute Nachricht, dass vorerst keine  Hauttransplation nötig ist und der Unterschenkel momentan gut verheilt.
  • Wir gingen den jährlichen SommerferienAbschlussEisbecher essen.
  • Der erste Schultag auf dem Gymnasium stand bevor.
  • Haarspangen von Frauke wurden mit Stolz und ein wenig Angst (hoffentlich verliere ich die tollen Spangen nicht) getragen.
  • Die Herzchaostochter freut sich, dass es morgens etwas milder ist und sie endlich diese (O-Ton:) tolle Jacke von Frau BHK anziehen kann.
  • Ich schaue die Herzchaostochter mit dem neuen „Ranzen“ an und denke mir jedes Mal: „Wann ist sie nur so groß geworden?“
  • Es ging zum StreetpassTreffen und 2 Puzzle wurden vervollständigt sowie einige SonicKarten getauscht.
  • Der Sonntag lud mich ein, einen Regenspaziergang zu machen um ein wenig die Gedanken zu vertreiben.
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geblockt

Geblockt sind die Tränen, die Gefühle. Auf die Frage ob es mir besser geht habe ich keine Antwort. Sachlich kann ich Situationen schildern, aber ob die Gefühle dazu auch aussen ankommen weiss ich nicht.  Tränen spüre ich innen, aber in der Situation nicht mehr so nah  wie noch vor der Klinik. Irgendwie verschlossener. Es ist schwer erklärbar, aber mir gefällt das nicht.  Es ist ein Schritt zurück. Ein „Gefühle nicht mehr zulassen“.

Ich glaube vor der Klinik war ich den Gefühlen näher, im (schriftlichen) Gespräch, konnten auch mal 2-3 Tränen laufen lassen.  Im persönlichen Gespräch eher nicht, aber da ging auch sachlich nichts mehr. Da war nur noch ein stumm sein da. Ein fühlen. Jetzt merke ich erst hinterher, „hey eigentlich hättest du weinen können“ und „es tut ziemlich weh innen“ und dann reagiert der Körper mit Kopfweh, Übelkeit und Magendrücken.

Schwierig.

dann sitze ich da …

… auf meiner Bank unter der Trauerweide.
Mein Blick auf den See gerichtet.
Alles ist wie immer und doch scheint es stiller zu sein.
Besinnlicher, ruhiger.

Es fühlt sich nicht an wie Winter,
wie Ende Dezember.
Und doch spürt man den Zauber dieser Tage.

Vielleicht spüre aber auch nur ich ihn hier auf meiner Bank.
Weil ich endlich zur Ruhe komme.
Endlich durchatmen kann.
An einem Ort, der mir Kraft schenkt.
Ruhe.
Eine Auszeit.

Gewärmt von neuen Stulpen.
Vom neuen Loop.
Bilder von erfüllten Wünschen und vielen Herzgeschenken unter dem Baum.
Dinge die mir Herzmenschen schenkten.

Und ich spüre den Halt den diese Geschenke mir geben.
Die Gedanken, die in die Auswahl dieser Gaben flossen.

Dieses Fest gab mir soviel Herzwärme wie ich es kaum jemals zuvor gespürt habe.
Jetzt hier auf meiner Bank wird es mir bewusst.
Kann ich es fühlen.

Danke.
Danke für diese Ruhe die ich nun hier in mir spüre.
Die Päckchen die ihr mir schicktet.
Die Karten, Worte und Gedanken.
Ich fühle euch so nah bei mir.
Und es schenkt Kraft.

Kraft diesen Moment hier genießen zu können.
Mal wieder durchatmen zu können.
Einfach mal wieder zur Ruhe zu kommen.
Lange schon war ich nicht mehr hier.
Auf meiner Bank unter der Trauerweide.
Die mir diese Auszeit schenkt und mich gutes fühlen lässt.

Danke.

Rückzug

Wenn man schon in der Früh spürt:
„Ich ertrage das heute nicht.
Die Anforderungen der Aussenwelt sind mir zuviel.“
Dann dreht erst der Körper auf.
Das Adrenalin steigt.
Als Kind hätte ich wohl geschrien,
wäre tosend durch die Wohnung gerannt,
oder hätte wütend auf dem Boden gelegen.
Ja, das kam vor.

Heute unterdrücke ich dies.
Nehme es wahr und versuche mich abzulenken.
Wer  mich wirklich kennt spürt es dennoch.
Sei es eine andere Wortwahl, ein Redeschwall oder ein Rückzug.
Einfach eine Andersartigkeit.
Ein nicht umgehen können mit dem Aussen.

Und wenn der Tag dann voran schreitet,
gewisse Dinge einfach getan werden müssen.
Termine eingehalten werden wollen.
Dann wird mir übel,
mein Körper wehrt sich
und ich wehre mich.
Gegen ihn.
Tauche immer mehr ab.

Angekommen beim Termin bin ich nur noch stumm.
In mir.
Lasse es geschehen und hoffe innerlich es geht schnell vorbei.
Spüre mich, mein Unwohlsein, blende aber das aussen aus.
Ich bin kein Kind mehr.
Darf nicht mehr zeigen was in mir los ist.

Weiss Komunikation wäre richtig.
Sagen können was ich wahrnehme,
aber es ist nicht möglich.

Ich muss ausschalten.
Das aussen ausschalten
Um ertragen zu können.
Durchhalten zu können.

Rückzug.
Um in der Aussenwelt nicht mich selbst zu verlieren.

Stolz

Stolz ist, wenn das Herz hüpft vor Freude.
Wenn du spürst, das deine Mundwinkel einfach nur oben bleiben wollen.
Wenn du aussprechen magst worüber du dich gerade freust.
Wenn du tanzen möchtest mit dem „Produkt“ in der Hand oder im Herzen auf das du stolz bist.
Wenn du immer wieder sagen willst: „Schau mal, das ist meins.“

Ich kann nicht stolz sein auf Dinge die ICH vollbracht habe.
Weil es für mich selbstverständlich ist.
Wenn ich sage „Ich tue dies.“
Wenn ich mir vornehme „Ich tue das.“
Dann mache ich es auch.
Dann bin ich nicht stolz darauf,
denn es ist etwas selbstverständliches für mich.
Stolz auf mich selber sein, habe ich noch nie gespürt.

Aber wenn ich etwas besitze,
das so einmalig ist.
Das mir soviel Freude schenkt.
Ja, dann bin ich stolz.
Stolz auf Worte.
Stolz auf Produkte.
Sei es noch so ein Centartikel.
Oder für andere gar wertlos.
Was mir wichtig ist,
was mir ein Lächeln zaubert,
was mir allein zugetragen wurde,
ja darauf bin ich stolz.

Auf Worte die ich so gerne festhalten mag.
Auf Postkarten die mir liebe Menschen sandten,
auf ein Kleeblatt das ich am Strassenrand fand.
Stolz ist ein Gefühl das mir zeigt,
an mich wird gedacht,
ich kann diesen Moment genießen.
Stolz ist, wenn ich Glück fühle.

 

Oder ist das gar kein Stolz sondern „nur“ Glück?

soviel Glück !?

In den letzten Tagen sind hier Gewinnbenachrichtigungen eingetroffen, die mich wirklich (ja wie sagt man das) sprachlos, unruhig, zweifelnd, glücklich machen. Ich kann es nicht beschreiben, es sind Fragen in mir wie: Ist das wirklich wahr? Haben wir das verdient?
Dazu dieses innere kribbeln, diese innere Unruhe , es muss Freude sein. Nein ist Freude.  Es ist fast schon überwältigend.

Angefangen hat es mit einem Brief. Die Herzchaostochter hat einen Gutschein für die Kirmes im nächsten Jahr gewonnen. Wert 25,- Euro. Etwas später kam die Nachricht von Paula und wir haben so lecker geschlemmt, naja etwas zuviel geschlemmt. 20 Euro für 2 Personen sind aber auch eine Menge.

Dann bekomme ich eine Tasche genäht und das ist schon so lange ein Herzenswunsch von mir. Einmal etwas selbstgenähtes tragen. Etwas selbstgenähtes besitzen. Ich beneide alle Näher/innen. Danke, das ich wirklich einmal diesen Traum erfüllt bekomme. Auch die Stifterolle und das Kopftuch werden hier mit Stolz präsentiert, getragen und genutzt. Das hat einen Herzenswert, den man in Zahlen nicht ausdrücken kann.

Am Dienstag dann wieder eine Nachricht, wir haben einen riesigen Sitzsack im Wert von 189,- Euro gewonnen. Ich kann es immer noch nicht glauben. So einen Sitzsack habe ich mir schon so lange gewünscht.

Und zu guter Letzt fand ich eine Mail vom 28.06. in Herzchaostochters Postfach. (Wir schauen da nur sehr selten rein.) Was da stand konnte ich nicht glauben. Die Herzchaostochter hat bei stiftung-lesen einen Gutschein für eine Buchhandlung nach Wahl im Wert von 250,-Euro gewonnen. 250,-Euro! Das ist soviel wie wir im Monat zum Leben haben.

Nun war die Mail ja schon etwas älter und ich wusste nicht damit umzugehen. Also erstmal Luft geholt, einige Runden durch die Wohnung gelaufen und dann eine Mail geschrieben, ob der Gewinn denn noch gültig ist. Richtig gesagt: ich habe ziemlich  wirrre Sätze hinterlassen (zumindest nach meinem Empfinden).  Es kam aber keine Rückmeldung. Klar, die Personen sitzen ja nicht vorm Bildschirm und warten regelrecht auf meine Nachricht. Dieses innere Körpergefühl war kaum auszuhalten. Meine Fingernägel, oder das was davon übrig blieb nach Dienstagabend, mussten ziemlich leiden. Durch die Wohnung laufen half nicht. Ich „erwischte“ mich wie ich den Oberkörper schaukelte und das mein Halstuch nicht in alle Einzelteile zerfallen ist wundert mich.

Nachdem ich dann die Herzchaostochter abholte spürte ich, dass durch meine innere Unruhe kaum Konzentration für sie da war. Und weil es irgendwann einfach nicht mehr aushaltbar war, habe ich etwas getan, was ich sonst nur mit viel Vorbereitung, Zettel schreiben usw. schaffe.  Ich habe einfach die in der Mail angegebene Telefonnummer angerufen. Hatte glücklicherweise gleich den Absender der Mail am Apparat, was mir vieles erleichterte und stammelte meine Sätze ins Telefon.
Der Gewinn zählt natürlich noch. Die Herzchaostochter schrie laut auf, kugelte sich auf dem Sofa, musste ihre eigenen Gefühle einfach herauslassen. Mir fielen auch kaum noch Worte ein, ich war einfach überwältigt von dieser Summe und bin es irgendwie auch jetzt noch.