Overload im Strassenverkehr

Im Overload zu sein bedeutet mein Körper hat schon so viele Reize aufgenommen, dass er sie nicht mehr verarbeiten kann. Häufig verursachen sie bereits Kopfweh, Übelkeit und ein Schwindelgefühl. Das Schwindelgefühl ist sicher kein Wunder, wenn man bedenkt, das im Kopf Bilder, Töne und Eindrücke rauschen als wären sie mit 300 km/h in einer Extremachterbahn. Alle Wahrnehmungen gleichzeitig ohne Anfang, ohne Ende, ohne Halt. Konzentration ist nicht mehr möglich. Alles verschwimmt zu einem bunten, lauten Brei im Wirbelsturm.

In der Öffentlichkeit zu sein, agieren zu können, bedeutet jedoch eine Menge Konzentration haben zu müssen. Welcher Reiz ist wichtig? Was bedeutet er? Wie muss ich handeln? Für die Antworten auf diese Fragen habe ich im Overload keine Kapazität mehr.  Da ist einfach nur noch ein weiteres Signal, dass in meinen Kopf, meinen Körper dringt.
In dieses wuseln. Da bedeutet die rote Ampel für Autos genauso viel wie rote Schrift auf dem Werbeplakat, rote Beutel, rote Schuhe, rote Rückstrahler eines Autos, eine rote Blüte oder das Flugzeug mit rotem Aufdruck  das vielleicht noch zum selben Zeitpunkt in meinem Blickwinkel ist. Das rot ist ein farbiger Schatten, den ich nicht mehr deuten kann. Gleichzeitig ist da ein grünes Blatt, eine grüne Jacke, ein grüner Schriftzug, die grüne Ampel, eine grüne Mütze und grünes Bonbonpapier am Boden. Zu dem roten Schatten gesellt sich ein grüner Schatten. Genauso ist es mit jeder anderen Farbe. Ein buntes Schattengewirr.
Dazu die Geräusche – Worte, Autos, das knacken der Ampel, der abfahrende Bus, eine Fahradklingel, aneinanderreibender Stoff, ein klappernder Taschenbaumler, ein hechelnder Hund, Vögel und das Flugzeug. Im schlimmsten Fall kommen auch noch taktile Reize hinzu – der Wind, einzelne Haare die ins Gesicht wehen, Regentropfen etc.  Auf welchen Reiz muss ich mich jetzt konzentrieren?  Welcher Farbpunkt  war die Ampel? War dieser rote Farbpunkt in meinem Schattenbild die Ampel oder war es nur eine Mütze in der Ferne? War der grüne Farbpunkt in meinem Schattenbild ein herannahendes Auto oder war es nur ein Blatt vom Baum? Ich habe keine Konzentration mehr. Ich „sehe“ es nicht mehr genau.

Ich muss hier einfach nur weg. Raus aus diesem Brei an Eindrücken. Also laufe ich los, konzentriere mich auf den taktilen Reiz, den das laufen mir gibt. Das verlagern des Gewichts von einem Bein aufs andere. Das merkwürdige Gefühl im Körper das durch die Bewegung entsteht. Der Brei um mich herum wackelt nun noch mehr. Ich versuche den Tönen zu entkommen. Es muss ruhiger werden. Auditiv und visuell.

Irgendwann breche ich dann ein, kann auch die Reize die das laufen verursachen nicht mehr aushalten. Habe mich im besten Fall in eine Seitenstrasse zurückgezogen in der es ruhiger ist. Vielleicht auch in ein offenstehendes Treppenhaus oder in einen Toilettenraum eines Geschäfts. Jetzt muss ich die Augen schließen, die Ohren zuhalten, den Achterbahnbrei im Kopf zur Ruhe kommen lassen.

Wie komme ich aus der Situation heraus? Die beste Hilfe ist hier eine Begleitperson. Ein Fixpunkt an den ich mich dann halten kann. Der konstant ist, nicht im Brei verschwindet. Das kann der Schuh des Begleiters sein, ein Knopf an der Jackentasche, ein kleines Label auf der Handtasche. Ein visueller Fixpunkt der mich von diesem Platz an einen „sicheren“ Ort bringt. Ein Punkt der sich auf dem Weg nicht verändert und dem ich folgen kann. Wichtig ist hier, dass ich dafür noch bzw, durch eine kurze Pause, wieder die Konzentration habe.
Eine klare Ansage (bspw. Ich bin da. Ich bringe dich jetzt hier raus. Ich weiß was zu tun ist. etc.)  kann einen Punktreiz geben und Sicherheit. Mit mir sprechen wollen, einen Dialog führen, Fragen stellen sollte man  vermeiden, das kann zu einem Meltdown führen. Ich „höre“ ja nicht mehr genau was gesagt wird. Es geht unter im auditiven Brei.
Je nach Situation und Person kann auch ein fester taktiler Reiz hilfreich sein. Eine Hand die mich fest am Arm oder der Schulter berührt. Die mich „führt“, damit ich mich nicht verliere im „Brei“ und wieder orientierungslos werde. Manchmal ist dies sogar notwendig, damit ich auf den anschließenden auditiven Reiz des Begleiters reagieren kann.

 

 

Advertisements

Klinikmarathon die dritte – alles hat ein Ende

Mit der Überweisung in der Tasche konnte der weitere Tag nun endlich so ablaufen wie geplant. Dachte ich.
Da die Bahn zu voll und damit auch zu laut war, entschied ich mich nach Hause zu laufen, um einer möglichen Überreizung schon vor dem Kliniktermin entgegen zu wirken. Zu Hause konnte ich erstmal eine kurze Pause in meinem abgedunkeltem, ruhigen Zimmer einlegen, bevor das Herzkind von der Schule heimkam. Anschließend machten wir uns auf den Weg zur Klinik.

Dort angekommen gingen wir zur Anmeldung und sahen das bereits sehr volle Wartezimmer. Da ich die Umgebung vom Vortag kannte und wusste wo das Sprechzimmer war und aus welcher Richtung unsere Ärztin kommen würde, zog ich mich in eine ruhige Ecke außerhalb des Wartebereichs zurück, von der aus ich die Ärztin hätte sehen können.  Die Wartezeit dauerte dieses Mal leider viel länger als am Vortag und an meine eigentlich ruhige Stelle, kamen immer mehr Personen, die ebenfalls dort warten wollten. Sie kamen mir gefühlt viel zu nah – ihre Körper, ihre Stimmen, ihre Bewegungen, ihr Geruch. Die Schwestern aus der Anmeldung liefen nun auch hin und her, um die Patienten an den jeweiligen Orten aufzusuchen. Ich wollte fort – es war zuviel, suchte Halt im Rücken, indem ich mich stärker an die Wand lehnte.
Dann wurden wir von einer Schwester gerufen und sie schickte uns mit einem ausgefüllten Bogen zum Zimmer der Ärztin, wo wir vor der Tür warten sollten. Hier wartete mit uns nur eine Familie, doch standen wir nun auf dem Gang der Klinik und neben uns befand sich eine Tür mit automatischem Türöffner bei Tastendruck. Durch diese Tür musste jeder hindurch der zur Anmeldung der Kinderklinik, zu weiteren Sprechzimmern, zum Hauptgebäude oder zu den Aufzügen wollte. Die Tür ging fast ohne Pause auf und zu. Das Klacken des Türöffners, das Schleifen der Tür, wenn diese auf und zu ging, das Einrasten der Klinke beim Wiederschließen – es hörte nicht auf, es tat in den Ohren weh.  Dazu die Schritte der Personen, die vorbei gingen, Turnschuhe, Hackenschuhe, klappernde Schlüsselbänder, klingelnde Telefone, Stimmen.
Die mit uns wartende Familie bemerkte wohl, dass etwas nicht stimmte, denn eine Person stand auf und bot mir ihren Platz an. Ich konnte ihn jedoch nicht einnehmen, denn eigentlich wollte ich genau in die andere Richtung – nach draußen. Ich lehnte mich mit dem Rücken stärker an die Wand, hoffte damit etwas mehr Halt zu bekommen.
Kurz darauf ging die Tür der Ärztin auf, sie fragte nach dem ausgefüllten Bogen, gab ihre Unterschrift darauf ab und schickte uns zur Röntgenabteilung.
Obwohl ich wusste wo diese war – ich aber nur noch „funktionierte“ und einfach lief – wählte ich einen falschen Weg. Das Herzkind bemerkte dies und navigierte mich nun auf den richtigen Pfad. In der Röntgenabteilung angekommen, mussten wir feststellen, dass dort gerade Bauarbeiten stattfanden. Es wurde gehämmert, geschliffen, gebohrt. Das endgültige k-o-Kriterium für mich. Ich musste raus, gab der dortigen Anmeldung -nicht mehr kommunikationsfähig – den Bogen, signalisierte mit einer Handbewegung dem Herzkind, dass sie – wenn sie aufgerufen wird – alleine in den Röntgenraum soll und begab mich nach draußen.
Wie lange ich draußen war, vermag ich nicht genau zu sagen, irgendwann war ich soweit wieder „stabil“, dass ich das Herzkind abholen wollte, wir mussten ja nach dem röntgen zurück zur Ärztin. Das Herzkind war jedoch noch im Röntgenraum und die Dame der Röntgenabteilung sprach mich an, ob ich denn des Herzkindes Krankenkassenkarte dabei hätte.  Ich nickte. Ob ich sie denn in der Kinderambulanz einlesen lassen hätte. Wieder nickte ich. Es würden auf dem Bogen Daten fehlen, diese wären jedoch dringend notwendig um das Herzkind röntgen zu können und ich solle doch bitte zurück zur Kinderambulanz um einen neuen Bogen zu holen. Irritiert stand ich nun da und hatte irgendwie auch die Orientierung verloren. Die Baugeräusche, die neue Situation, das Herzkind fort. Soll ich nun an diesem Ort bleiben oder gehen? Wird das Herzkind nun geröngt oder gibt es das gleiche Chaos wie am Vortag?  In meinem Kopf ein Wust aus Gedanken, Geräuschen und Eindrücken. Überfüllender Hirnbrei, der kein Handeln mehr möglich machte. Ich musste mich setzen, hatte keinen Halt mehr.

Irgendwann kam das Herzkind und war – trotz fehlenden Angaben auf dem Bogen – schon geröntgt. Da ich nicht länger in diesem Lärm und Chaos bleiben konnte, wollten wir zum Zimmer der Ärztin. Ich fokussierte nur noch die Schuhe des Herzkindes und orientierte mich an ihnen. Nur noch diesen folgen, alles andere würde nicht mehr funktionieren.
Im Straßenverkehr hätte ich nun keine Kontrolle mehr, könnte Entfernungen von anderen Menschen und Autos nicht mehr einschätzen – alles wäre viel zu nah, viel zu grell, viel zu laut. Selbst die eigenen Bewegungen sind in diesen Situationen schwerfällig. Ich bekomme das Gefühl durch die Überreizung ist auch mein Gleichgewichtssinn überfordert und jeder Schritt braucht enorme Konzentration und Kraft. Hätte ich in diesem Moment nicht das Herzkind dessen Schuhen ich folgen konnte, ich wäre handlungsunfähig gewesen.  *²

Auf unserem Weg kam uns niemand entgegen, niemand kam mir zu nah, niemand machte störende, eindringende Geräusche – bis auf die automatischen Türen. Ich bemerkte, wie das Herzkind mich nach draußen navigierte. In einer abgelegenen Ecke sagte sie: „Mama, ich glaube du brauchst Pause.“ Diese gab sie mir auch und holte sich selbst aus der Cafeteria noch ein Croissant.
Nach 10-15 Minuten machten wir uns wieder auf den Weg zur Ärztin. Die Pause tat gut, auch wenn ich nicht wieder fit war, so konnte ich doch wieder einigermaßen „funktionieren“ um den Termin zu Ende zu bringen. Am Sprechzimmer angekommen warteten wir etwas weniger als zwei Minuten bis die Ärztin uns herein bat. Sie erklärte das Röntgenbild, sprach vom bisherigen Befund und vergewisserte sich beim Herzkind, dass sie alles verstanden hatte. Wir einigten uns – meinerseits fast wortlos und nur nickend –  darauf mit dem jetzigen Vorbefund keine Behandlung durchzuführen. Anschließend entließ sie uns mit der Aussage sich in etwa 2-3 Wochen zu melden, wenn alle Blutergebnisse vorliegen würden. Außerdem bekam das Herzkind einen Kontrolltermin in einem halben Jahr und braucht – sofern es keine gravierenden Änderungen gibt, oder das Blutbild mit dem Vorbefund nicht übereinstimmt – vorher auch nicht wieder vorsprechen.
Geschafft. Endlich.

*² ( Ich mag es nicht wenn Situationen so eskalieren, dass das Herzkind die „Verantwortung“ übernehmen muss. Sie soll Kind sein dürfen, geführt von einer starken Mutter.) 

Klinikmarathon die zweite – Warum einfach, wenns auch kompliziert geht?

Ich wollte nun also am folgenden Vormittag zum Kinderarzt gehen um die Überweisung abzuholen. Die genaue Uhrzeit war am Abend zuvor geplant und  in den Tag integriert. Da es für mich dennoch eine recht spontane Umplanung war, wollte ich mich möglichst kurze Zeit mit der Abholung der Überweisung beschäftigen. Ich schrieb also eine Mail an die Vertretungsassistenz damit sie die Überweisung telefonisch bestellen konnte. So hätte ich mir nur die Begrüßungs- und Verabschiedungsworte sowie den Satz zur Abholung des Scheins im Kopf zurecht legen und die kommende Szene innerlich proben müssen. Direkt nach dem abschicken der Mail begann ich damit, auch wenn der mit mir selbst ausgemachte Zeitpunkt für dieses aufeinandertreffen noch 3 Stunden in der Ferne lag.
Ebenso war in mir bereits Unruhe, da ich noch immer nicht sicher wusste ob meine Planung funktionieren würde. Ich aktualisierte also ständig mein Mailfach – was ich immer tue, wenn ich auf eine Antwort warte, die mit Planungen zu tun hat.

Dann kam die ersehnte Mail jedoch mit „falschem“ Inhalt. Die Vertretungsassistenz teilte mir mit, dass die Kinderarztpraxis keine zweite Überweisung für die Klinik ausstellen würde, da das Quartal noch nicht beendet ist. Eine Überweisung direkt für den Spezialisten in der Kinderklinik auszustellen wäre nur möglich, wenn das Herzkind persönlich zur Praxis käme.

Wie sollte ich es nun schaffen mit dem Herzkind, das ja in der Schule war, vor dem Termin in der Kinderklinik noch einmal zum Arzt zu gehen? Was muss ich dann dem Arzt sagen? Wird er mir dennoch eine Überweisung verweigern? Wie soll ich den Tag nun gestalten? Das Herzkind wird zwar früher von der Schule heimkommen, da ich sie schriftlich so abgemeldet habe, dass wir Zeit haben für die Bus-und Bahnfahrt sowie den Termin in der Kinderklinik, jedoch ist der Besuch in der Praxis nicht eingeplant. Muss ich nun den Termin in der Klinik verschieben und damit wieder einen anderen Tag umplanen? Das Gedankenkarussel drehte sich.

In einer weiteren Mail erklärte ich der Vertretungsassistenz noch einmal welche Aussage die Kinderklinik machte und welche Begründung sie für die zweite Überweisung angaben. Sie teilte mir anschließend mit, dass sie noch einmal telefonisch Kontakt mit der Praxis aufnimmt.  Ich hätte am liebsten bereits alles abgesagt. Das Gedankenkarussell drehte seine Runden und ich fühlte mich überfordert mit der Neuplanung.

Es folgten SMS mit der Vertretungsassistenz bezüglich der Planung, den Öffnungszeiten der Praxis und der Organisation. Meine Vormittagsplanung war völlig hinfällig und nicht mehr ausführbar. Es ging allein nur noch um das eigene Terminchaos.

Später erhielt ich dann die Information, dass ich nun doch alleine in die Praxis kommen könne um den Schein zu holen, müsse allerdings kurz mit dem Arzt sprechen. Eine innerliche Planung war für solch ein Gespräch nicht mehr möglich. Zum einen war nun auch die Zeit gekommen, die ich schon von Anfang an für den Praxisbesuch ausgewählt hatte und zum anderen würde die Praxis in Kürze zur Mittagspause schließen. Ich druckte mir also die Mail aus in der ich bereits der Vertretungsassistenz die Begründung der Klinik mitteilte und legte mir für den Arzt den Satz zurecht: „Sie können auch gerne in der Kinderklinik anrufen.“

Die Fahrt zur Praxis (glücklicherweise nur zwei Haltestellen in recht leerer Bahn, an meinem Platz) lief automatisiert, im Tunnelblick, allein fokussiert auf den Satz den ich dem Arzt sagen werde. Was ich nicht vorher beachtet habe war das  aufeinandertreffen mit der Arzthelferin an der Anmeldung. Ich versuchte mich also vor dem eintreten in die Praxis nochmal „zu sammeln“, atmete tief durch und öffnete die Tür. Irgendetwas stammelte ich ihr dann entgegen bezüglich, Herzkind, Überweisung, Telefonat. Sie erkannte mein Anliegen und bat mich kurz Platz zu nehmen. Im leeren Warteraum vernahm ich, dass sie mit ihrer Kollegin über die Telefonate und mein Anliegen sprach und das eine Überweisung doch gar nicht mehr nötig wäre. Diese Information war nicht unbedingt etwas, das mich beruhigte.

Nachdem zwei kleine Patienten mit ihren Müttern die Praxis verließen, ich mehrmals die ausgedruckte Mail gelesen und meine inneren Worte sortiert hatte wurde ich aufgerufen und ins blaue Arztzimmer geschickt. Der Arzt trat kurz darauf ein und fragte nach meinem Anliegen. Ich sagte den Satz den ich am frühen Morgen „einstudiert“ habe und der eigentlich für die Dame an der Anmeldung gedacht war. „Guten Tag, ich bin hier um die Überweisung für (Name des Herzkindes) abzuholen.“ Von meinen, in diesem (Überforderungs)Moment unüberlegten, ausgesprochenen Worten selbst erschrocken, weil dieser Satz nicht der Satz für den Arzt war und hier wohl auch nicht passte, verstand ich nicht was er darauf antwortete und hielt  ihm nun die ausgedruckte Mail hin.

Er verstand, wunderte sich dennoch warum eine zweite Überweisung nötig sei, erzählte mir noch das einige der Untersuchungen auch in der Praxis möglich gewesen wären und das Herzkind sich somit mehrere Besuche in der Klinik erspart hätte (was sie sich auch hätte ersparen können, wenn beim ersten Besuch in der Praxis wie erwünscht direkt zwei Überweisungen ausgestellt worden wären) und stellte zu meiner Erleichterung die Überweisung aus. Bei der Übergabe nannte er mir noch den Namen der Ärztin in der Klinik zu der wir unbedingt gehen sollten. (Bei der wir am Vortag aber auch schon waren, die den zweiten Termin ausstellte, um die zweite Überweisung bat und eine mögliche Behandlung übernehmen wird. – *Was ich ihm aber alles nicht sagen konnte.*)

(Ihr ahnt es wohl, der zweite Termin in der Klinik war, nach solch einem Vormittag, nicht ganz einfach. Darüber dann mehr in Teil 3. )

Anmerkung: Wegen fehlender Konzentration, aber euch nicht länger warten lassen wollend, erstmal ohne Korrekturlesung niedergeschrieben und veröffentlicht.

Hinweis- und Notfallkarten

Derzeit besitze ich drei unterschiedliche Karten um – gerade in kommunikativ schwierigen Momenten – auf meinen Autismus hinzuweisen. Die erste Karte befindet sich direkt im durchsichtigen Schuber der Gesundheitskarte. Sie ist dementsprechend für das Arztpersonal, Ersthelfer etc. sofort sichtbar.

Pat-Info

Die zweite Karte habe ich griffbereit in der Handtasche. Diese ist für eventuelle Notsituationen im öffentlichen Raum vorgesehen.

Notfall Passanten

Die dritte Karte ist eine Verständigungskarte für meine Assistenz und mich.  Sie dient dazu einschätzen zu können wie die derzeitige Verfassung ist. Hierfür haben wir auch zwei kleine Karten „gelb“ und „rot“. Die Farbe der Karte steht für die jeweilige Wahrnehmungsstufe bzw. dem Hinweis „ich nähere mich sehr stark der gelben/roten Stufe“. So ist es möglich, beispielsweise außerhalb der Wohnung  einfach nur die gelbe oder rote Karte zu zeigen um sie wissen zu lassen, dass ich aus der Situation heraus muss/ Hilfe benötige. Derzeit ist das selber erkennen der Stufen und das rechtzeitige hinweisen noch schwierig, die Assistenz hat aber gute „Antennen“ und fragt dann nach, was es mir leichter macht, bzw. mich darauf hinweist in mich zu spüren wie es gerade ist.

Karte OVL

Diese Karte befindet sich sowohl verdeckt auf dem Küchentisch als auch in meinem Portemonnaie um eventuell noch einmal die einzelnen Stufen abzuschätzen oder auch im ungünstigsten Fall fremde Menschen (beispielsweise) bei plötzlichem Klinikaufenthalt etc. wissen zu lassen, wie die Verfassung gerade ist und was hilfreich sein kann.