Urlaub vs. Umzug

„Natürlich freue ich mich sehr, aber ich bin auch etwas verwundert, dass ihnen der Urlaub so gut getan hat. Die lange Fahrt, die fremde Umgebung, die fremden Menschen, ich hatte die Befürchtung sie muten sich zuviel zu. Gerade im Rückblick auf den Umzug. Wieviel Kraft es ihnen abverlangte.  Wie schwer und anstrengend die Veränderung  für sie war. (…)“

Natürlich war es nicht einfach für mich, mich in den Bus zu setzen, eine Fahrt von 6 Stunden und 40 Minuten hinter mich zu bringen um dann in einer für mich fremden Umgebung ein paar Tage zu verbringen. Es liefen dafür einige Vorbereitungen ab, wie Mailkontakte und – unter anderem – das zusenden von Fotos der fremden Umgebung oder das kennenlernen der Haltestelle und Umgebung einige Tage vor Abfahrt. Und ehrlich gesagt so spontan war es gar nicht, denn im Kopf war ein Treffen schon seit etwa 1,5 Jahren in Planung. Soviel hat mir dieser Mensch schon gegeben und ich wollte diesen Menschen und seine Familie unbedingt einmal persönlich kennenlernen. Genau ein Jahr vor diesem Treffen war schon einmal ein persönliches Kennenlernen geplant, musste aber wegen der damaligen Wetterlage spontan abgesagt werden.

Der Umzug bedeutete das aufgeben meines Schutzraumes. Das gewöhnen müssen an eine neue Umgebung ohne in mein gewohntes Umfeld zurückkehren zu können. Keine „Flucht“möglichkeit mehr haben. Ein Urlaub ist ein „abwesend sein“ des gewohnten Umfelds für eine geplante Zeit. Ein kurzes ausbrechen aus dem Alltag mit dem „Anker“ im Kopf stets zurückkehren zu können. Und wenn der Urlaub dann so gut geplant ist wie dieser, wenn ich sicher bin zu Menschen zu kommen die Verständnis haben, wenn ich auch (Mutter)pflichten ablegen kann, dann bietet er zudem die Möglichkeit vom Alltag Abstand zu nehmen und Kraft tanken zu können.

Das jetzige Kennenlernen verlief zudem leider auch nicht ganz ohne „Hindernisse“ ab. Die lange Fahrt, die Anstrengung, die vielen neuen Eindrücke all das führte am ersten Tag zum Overload, was mir im Nachhinein auch für meine Gastgeber leid tat. Die Hilflosigkeit in dieser Situation möchte ich niemandem zumuten.
Ich hatte noch keinen Rückzugsraum – nicht weil er nicht gegeben war, sondern weil er noch nicht vertraut war, noch kein „zur Ruhe kommen“ zuliess.  Ich kam schon mit Kopfweh und Übelkeit an, im Nachhinein gesehen schon auf der (ziemlich) grünen Wahrnehmungsstufe, wollte es aber verdrängen. Da sein. So liebevoll wurde ich empfangen und so herzlich aufgenommen.  Leider kippte es dann irgendwann doch. Der Overload war nicht mehr aufhaltbar.

Die nächsten 1,5 Tage waren toll. Spaziergänge zu zweit, gute Gespräche, Natur, Kinderfreude, Herzlichkeit. (Viel zu) Schnell kam der Abschied und selbst noch in den letzten gemeinsamen Minuten gab es  Hilfestellung durch meine Gastgeberin. 😉 Danke.

Ich spürte an diesem Tag aber auch schon, dass ein weiterer Tag mehr Rückzug zur Folge gehabt hätte. „Familienalltag“ anstrengender wurde und ein Nur-Ich-Tag,  mit vielleicht ein bis zwei (Draussen-) Stunden zu zweit, nötig wären.  All das erlebte, gesehene wollte verarbeitet werden. Das „im Geschehen“ bleiben wurde anstrengender, die Reize intensiver wahrgenommen, kaum noch filterbar zwischen visuell und auditiv. Ein überlappen der Sinnesreize so dass viel Konzentration aufgebracht werden musste sich auf nur eines zu konzentrieren um mich nicht im Kopf-Bilder-Chaos zu verirren.

Es war ein toller Urlaub. Eine wunderbare Auszeit. Ein erleben von Verständnis und ich bin dankbar dafür und dankbar das ich diesen Schritt gewagt habe. Missen möchte ich den Urlaub/ das Kennenlernen nicht und freue mich auf Wiederholung oder  (mit bestimmten Voraussetzungen) Gegenbesuch.

*

(Der Overload der in der Woche nach dem Urlaub folgte war sicherlich so intensiv [im Rückblick gesehen einweisungswürdig/ ärztliche Begleitung {Medikamente} notwendig]  weil ich daheim sofort wieder im Terminchaos/ Alltagschaos landete und all das Erlebte noch nicht verarbeitet und trotz positivem Erlebnis auch Anstrengung war. )

R.I.P. Sabine – ich bin sprachlos. …
so plötzlich….

Danke für deine Beiträge.
Danke für deinen Kampf für uns Autisten.
Du wirst fehlen.
In Gedanken bei deinem Sohn, deinen Angehörigen und Freunden.

Du bleibst unvergessen.
Ich hoffe dort wo du nun bist, findet deine Seele Ruh.

Den folgenden Kondolenzspruch wählte ich für dich, weil ich finde er drückt aus was du für uns getan hast. Deine Zeichen werden bleiben. Wir werden das Licht weitertragen.

Laß warm und hell die Kerzen heute flammen,
die Du in unsere Dunkelheit gebracht,
führ, wenn es sein kann, wieder uns zusammen!
Wir wissen es, Dein Licht scheint in der Nacht.
(Dietrich Bonhoeffer)

Ein Kondolenzbuch und die Möglichkeit sich an einem Trauerkranz zu beteiligen gibt es hier

Knirpsstunde und #12von12

Heute war der Schulterschmuseknirps wieder zu Gast und weil heute auch der 12. des Monats ist, dürft ihr an unserer gemeinsamen Zeit teilhaben.

Kleinkind, Spielzeug, Lego, Duplo, Selecta, Habadie Wohnung ist knirpsbereit

Küche, Trockner, Spülmaschine, HelferKnirps ist jedoch der Meinung Spielzeug braucht er nicht, helfen ist viel besser. Und wie man(n) und Frau und Kind sehen kann, ja wir haben eine Spülmaschine, aber sie funktioniert nicht sondern dient lediglich zur Aufbewahrung des sauberen Geschirrs.Vereinbart ist nämlich ich spüle, Herzchaostochter heute mal Knirps räumt weg.

herbst, Blätter, September, Herbstbild, bunte BlätterNach der Arbeit das Vergnügen. Es ging hinaus in den Herbst.

kleinkinder, Natur, Herbst

fühlen, Herbst, Blätter, Kinder
Kastanie, Herbst, Stachel, Herbst, Bastelei, Kleinkinder, Babys, Natur, Material

Der Herbst wurde gesehen, begriffen, gehört, befühlt, geschmeckt – sprich mit allen Sinnen begrüßt.


Anschließend musste erstmal ein Nickerchen sein. All die Erfahrungen möchten verarbeitet und verinnerlicht werden.

Geochaching, draussen, HobbyIn aller Ruhe und völlig muggelfrei konnte ich auf dem Heimweg noch schnell ein Cache loggen.

Dann konnte auch ich mir eine Pause gönnen.

Kleinkindspiele, verstecken, Karton, Paket
Kurz darauf war der Knirps wieder munter und nach dem Mittagessen mit anschließendem dringendem Wäschewechsel, ging es weiter mit dem Lieblingsspielzeug Pappkarton. Darin verstecken, drum herum krabbeln, versuchen hinauf zu steigen, den Karton drehen und schieben ist einfach toll. Ausserdem hat der Karton mittlerweile ein Fenster das man noch auf und zu machen kann und Einstecklöcher für Bällebadbälle, Bausteine und Plastikcds. Kartons sind einfach ein Riesenspass.

Baby, Förderung

Kleinkind, spielen, Finger

Nach der Toberei wollte der Knirps dann seiner zweiten Lieblingsbeschäftigung nachgehen. Geldstücke in die Spardose stecken. Das fördert zudem noch spielerisch die Feinmotorik und darum ist es unter Aufsicht (!)  natürlich erlaubt.

Bad, Hipp, Seifenblasen, Babypflege, Haut

Feierabend !

Und wie war euer Tag ? Habt ihr ihn auch bildlich festgehalten wie viele andere bei  der 12 von 12 Aktion von Caro? Vielleicht sind ja ein paar „tolle Fotosentstanden.  Ich bin sehr gespannt und gehe jetzt mal bei Caro stöbern.

Danke für`s reinschauen. 🙂

gestern, alles wie geplant

alles war wie geplant, völlig ruhig, keine Besonderheiten
das Wetter war zum Glück auch gut sodass wir draussen sitzen konnten
das hieß für mich auch mehr Rückzugsmöglichkeit
keine Geräusche die im Raum durcheinanderschwurbeln

einfach nur im Garten sitzen und grillen
mit den vertrauten Personen
3 Erwachsene, 3 Kinder und ich
keine Feier
keine weiteren Geschenke (neben dem grillen, das [wie von mir gewünscht, statt Geschenk] von der Familie übernommen wurde)
zwischendurch habe ich mich mit dem Schulterschmuseknirps zurückgezogen
auf die Decke gesetzt
mit der wasserspritzenden Schildkröte gespielt
die anderen beiden Kinder waren meist/ überwiegend vorne Fussballspielen

alle haben sich daran gehalten als ich sagte ich kann und will nichts besonderes
es strengt mich zu sehr an

Danke.
Danke liebe Familie für diesen ruhigen, sonnigen Tag gestern

.

und doch war es anstrengend
ich spüre es jetzt wo ich wieder zu Hause bin
müde, kraftlos, gereizt

*und ein schlechtes Gewissen plagt mich jetzt gerade gegenüber der Herzchaostochter, denn wir sollten die heutigen Stunden noch gemeinsam genießen, stattdessen zwingt mich der angebrochene Overload zur Ruhe

hier brennt eine Kerze

Eigentlich wie jeden Abend.
Aber heute denke ich dabei wieder einmal
an alle die einen Verlust erlitten haben.
An alle denen es nicht gut geht.
An alle die ein wenig Kraft brauchen.
An Menschen in meiner TL (Twitter)
und Menschen die ich durch den Blog kennenlernen durfte.
Euch gilt die Kerze,
das Licht,
die Hoffnung.
.
Gebt nicht auf!

Kerze, Hoffnung, Licht, Herbst

13 Jahre

Heute vor 13 Jahren sahen wir uns das erste Mal,
wechselten die ersten Worte miteinander
und spürten schnell eine tiefe Verbundenheit.

Ich erinnere mich an durchgemachte Nächte
an gemeinsames lachen und gemeinsames weinen.
Wenn es eine Seelenverwandschaft gibt,
ja, dann würde ich uns beide dazu zählen.

Es gab Höhen und Tiefen,
aber unsere Verbundenheit hat sich nie gelöst.
Wir führen ein Sternenleben.
Die Zacken sind die Höhen
und die Furchen unsere Tiefen
und doch hat der Stern kein Ende.

Der Stern ist ein Symbol das uns begleitet.
Wir haben einen gemeinsamen Stern dort am Himmelszelt.
Haben an einem Abend, an dem ich viel Angst um dich hatte
eine Sternschnuppe gesehen.

Ich könnte ein Buch schreiben über unseren gemeinsamen Weg,
der doch oft holprig war.  Jeden Moment halte ich fest
tief in mir drin und ich möchte keinen dieser Momente hergeben.

Und auch wenn du jetzt viele Kilometer entfernt bist,
diese Zeilen nicht lesen kannst,
möchte ich meinen heutigen Artikel dir widmen.
Dem Menschen, der mir gezeigt hat was Gück ist.
Dem Menschen, der mir gezeigt hat was wirklicher Schmerz ist.
Dem Menschen, der mir gezeigt hat, das ich angenommen werde.
Dem Menschen, der mich als ersten weinen lassen hat vor Glück.

Ich denke an Dich,
Dich, meine Herzensfreundin!

„Liebst du mich noch?“

„Du hast mich schon so lange nicht mehr in den Arm genommen!“ sagst du vorwurfsvoll zu mir. „Liebst du mich überhaupt noch?“ Und ich kann dir keine Antwort geben, weil Liebe nicht greifbar ist.

„Du bist mir sehr wichtig. Ich möchte nicht das du gehst. Ich möchte dich in meiner Gegenwart wissen. Möchte wissen wie es dir geht und was du tust. Es ist ein gutes Gefühl, wenn wir hier zusammen sind.“ denke ich in mir. Der erste Satz ist eine Erkenntnis und sie stimmt. Also kann ich dem nur zustimmen. Deine Frage ist nicht beantwortbar. Was ist Liebe? Warum fragst du das? Diese Frage ist für mich so ungreifbar. Deine Worte muss ich erst fühlen können, aber ich fühle sie nicht. Sie sagen mir nichts.

Du gehst aus dem Raum und ich bleibe zurück.  Mit dir geht auch die Frage. Plötzlich ist für mich alles wieder normal und ich führe meine Tätigkeit fort, bin gedanklich und körperlich völlig bei dieser Aufgabe die ich sehe und fühle.

Die Kinder möchten raus. So war es auch geplant. Nach der Mittagspause gehen wir immer raus. Du kommst wieder zu mir in die Küche fragst mich ob ich mit komme und da ist plötzlich wieder diese unbeantwortete Frage die mit deinem Bild wieder auftaucht.  Wieder überfordert sie mich. Wenn ich dich sehe wie du da jetzt stehst, dann spüre ich das du eine Antwort benötigst  aber ich kann dir keine geben und dieses innere Gefühl ist fast unerträglich. Ich versuche mich auf die jetzige Frage zu konzentrieren. Es entstehen Bilder von draussen. Wie ist es draussen? Und ich spüre, ich kann jetzt nicht den Kindern beim laufen und toben zu sehen, ihre fröhlichen Stimmen hören, die in mein Ohr dringen. Dich sehen, wie du eine Antwort erwartest. Es wäre mir zuviel. Zuviele Reize, visuell und akustisch, denn noch immer ist diese ungreifbare Frage in meinem Kopf, weil zu ihr  kein Bild entsteht außer deines und ich weiss nicht wohin ich diese Wörter stecken soll.

Um einem Overload vorzubeugen und ich nicht ungewollt gereizt bin oder scheinbar unhöflich reagiere, verneine ich deine Frage. Du bist sauer, das erkenne ich an der Art wie du deine Sachen nimmst und dich anziehst. Ich benötige einen Moment um zu erfassen, das ihr nicht mehr in der Wohnung seid. Ihr habt die Tür hinter euch geschlossen, etwa eine Minute noch höre  ich die Stimmen der Kinder im Hausflur, sehe euch vom Fenster aus wie ihr geht.  Dann bist du fort. Die Kinder sind fort. Ich bin allein mit mir und plötzlich ist auch diese Frage fort.  Du hast sie mitgenommen. Diese Frage gehörte zu dir, zu deinem Bild und weil du nun nicht mehr sichtbar bist, ist auch diese Frage ausgelöscht.

Es ist Zeit hinaus zu gehen. Nach der Mittagspause gehen wir immer hinaus. Ich ziehe mich an, fühle meine Jacke, ihre Knöpfe, kontrolliere die elektrischen Geräte und die Sicherungen, schaue das überall das Wasser aus ist und die Fenster geschlossen sind. Alles ist in Ordnung nur ihr fehlt. Eure Stimmen, eure Bewegungen. Ich fühle Einsamkeit. Dann gehe ich hinaus, laufe einfach.  Zu meiner Bank, ans Wasser, durch den Park.

Als ich nach Hause komme bist du noch ärgerlicher und ich höre: „Du hast gesagt, du möchtest nicht raus. …. Jetzt warst du doch draussen. … Sei doch ehrlich, du wolltest nicht mit MIR raus. …. Liebst du mich überhaupt noch?“  Wieder sind da Worte die ich nicht einsortieren kann. Habe ich wirklich gesagt ich möchte nicht raus? Das habe ich doch gar nicht gesagt, oder? Was hat dies mit Liebe zu tun? Warum fragst du gleichzeitig Dinge, die so unabhängig voneinander sind.  Ich bekomme diese Fragen nicht sortiert. Wo ist der Zusammenhang. Was möchtest du wissen? Was ist Liebe? Wie soll ich diese Frage beantworten?

Gedanken an dich

sie fehlt
deine Wärme
deine Stimme

ich kann dich nicht sehen
ich kann dich nicht hören
ich kann dir nicht sagen wie wichtig du mir bist

deine Nähe
deine Zuneigung
deine Worte
manchmal konnte ich sie nicht annehmen
es war schwer für dich dies auszuhalten

du gabst mir Kraft
du gabst mir Halt
du gabst mir Hoffnung

du bist fort
du fehlst