Reha – Wie wird es enden?

Eigentlich wollte ich heute anfangen über unseren Urlaub zu bloggen. Die Dinge festhalten, die wir gesehen und erlebt haben solange es noch gut in der Erinnerung ist. Dann kam alles anders. Zu Hause erwartete mich ein Nachricht der Rentenversicherung. Nicht das ich nicht mit den Brief gerechnet hätte, aber die Zeilen im Brief überraschten mich. Die von uns vorgeschlagene Klinik wurde abgelehnt.

Der Antrag auf Umstellung hatte nicht nur den Grund des Zeitpunkts, sondern auch die Therapieverfahren waren ausschlaggebend.  Aufgrund des Asperger-Syndrom bin ich auf bestimmte  Bedingungen sehr angewiesen. Mir ist es nicht gut möglich in Gruppen, besonders wenn die Teilnehmer durch An- und Abreisen öfter wechseln, sinnvoll therapeutisch zu arbeiten. Das Konzept der von der RV ausgewählten Klinik ist  fast ausschließlich auf Gruppentherapie ausgelegt.  Zudem auf tiefenpsychologischer Basis.  Einzelstunden gibt es höchst selten und nur in Ausnahmefällen. In der von uns ausgewählten Klinik würden auch bis zu 2  Einzelpsychotherapiesitzungen pro Woche dazu gehören.

Ich habe wirklich keine Lust mehr auf diesen Rehak(r)ampf. Fahren und nach kurzer Zeit abbrechen, wenn ich wirklich völligst überfordert bin, ist wohl die einzige und letzte Alternative. Mit der Befürchtung, dass ich im schlechteren Zustand  als jetzt zurückkomme und wieder neu aufbauen muss.

Zum jetzigen Zustand kann ich sagen. (bildlich gesprochen ->) Ich habe den Rettungsring gegriffen, ihn momentan umgelegt (was wieder ein Schritt weiter ist), versuche bzw habe die Chance an Land zu kommen, ohne zu wissen ob ich es je erreichen kann. Es ist noch weit entfernt und ich weiss auch noch nicht ob ich es erreichen möchte. Kämpfen möchte/ kann um auf festem Boden zu stehen. Oft Manchmal  habe ich Angst oder Sorge ihn loszulassen. Keine Kraft mehr zu haben mich an ihm zu halten. Dann wieder denke ich darüber nach ihn loszulassen.

und es geht weiter

Das Chaos mit der Reha.

Es beschäftigt mich wirklich sehr. Es gibt kein anderes Thema im Moment. Es geht aus diesem Grund auch nirgendwo weiter. Nicht in der Therapie, nicht in der Betreuung und schon gar nicht im Kopf. Da geht es eher rückwärts.
Eine liebe Blogleserin (deren Namen ich jetzt mal nicht erwähne, damit sie nicht noch mehr Aufträge bekommt 😉 ) hat heute für mich bei der Rentenversicherung angerufen. Das Ergebnis war, dass es noch etwa 1 bis max. 2 Wochen dauern kann bis ein Bescheid vorliegt, weil auch die Umstellung erst beim Rentenversicherungsarzt genehmigt werden muss.
Wir erinnern uns die Ferien beginnen in 2 Wochen. Meine Hoffnung schwindet, das alles so ausgeht wie es für uns optimal wäre. Das Glück für diese Reha hat uns ja schon direkt zu Beginn verlassen.

Heute mittag bekam ich dann eine Email von meiner neuen Betreuerin des ambulant betreutem Wohnen Autismus, sie wollte nur unseren Termin am Donnerstag bestätigen und fragte nochmal nach ob alles in Ordnung wäre. Ich schilderte ihr den momentanen Stand. Sie teilte mir mit sie würde nochmal mit der Klinik telefonieren um sich nach dem Platz zu erkundigen. In ihrer Antwortmail las ich dann, dass die Klinik den Platz nicht mehr verbindlich reservieren kann, aber eine kurzfristige Aufnahme könnte dennoch möglich sein sobald der Bescheid vorliegt.  Sie rief ebenfalls nochmal bei der Rentenversicherung an um zu erfahren ob es eine Beschleunigung des Verfahrens geben könnte. Dies wurde verneint und es wurde ein Zeitrahmen von 1-3 Wochen angegeben.

Was soll ich sagen. Mein heutiges Tagesgefühl ist sehr im Minus. Zwischendurch überlegte ich mir ein Notfallmedikament zu holen. Einfach um zur Ruhe zu kommen. Die Angst dann in der Klinik zu hören „sehen Sie, wir haben doch gesagt sie sollen noch hier bleiben“ oder direkt wieder dort bleiben zu müssen hat mich dann aber doch davon abgehalten.

Reha Chaos

Im Januar haben wir angefangen einen Rehaantrag zu stellen. Angedacht waren die Osterferien oder die Sommerferien um die Herzchaostochter nicht zu lange aus der Schule nehmen zu müssen. Wobei meine Therapeutin damals meinte, bis zu den Sommerferien wäre aber noch lang hin, besser wäre eher zu fahren, damit die Situation nicht schwieriger wird (was es ja am Ende wurde, sodass ich in die Klinik ging).

Also wurde der Antrag geholt, erste Gutachten geschrieben und zum Hausarzt gebracht. Dort lag er dann einige Wochen. Wir mussten mehrmals beim Arzt anrufen, weil die Arzthelferin falsche Auskünfte gab. Bis zu den Osterferien waren es nur noch wenige Wochen, ich ahnte bereits, dass es mit der Reha nicht mehr klappen wird, aber man soll ja die Hoffnung nich aufgeben. 😉

Endlich bekamen wir die Auskunft, welche besagte, dass der Antrag abgeschickt ist. Die Zeit verstrich, die Osterferien gingen vorbei. Aus der Vorsorgereha, die es eigentlich sein sollte, wird nun eine Nachsorgereha, da sich mein Zustand nicht besserte. Zwei Tage war ich in der Klinik, da kam endlich der Bescheid, dass eine Reha für fünf Wochen bewilligt ist. Bis zu den Sommerferien waren es noch sieben Wochen. Da wir schon im Antrag die gewünschte Zeit angegeben haben hoffte ich die Reha würde in die Ferien fallen. Um eine Auskunft diesbezüglich zu erfragen ergoogelte ich die Klinik um eine Email-Adresse zu finden. Die fand ich, aber auch die Auskunft, dass die Klinik nur Begleitkinder bis 6 Jahre aufnimmt.

Meine Betreuerin telefonierte mit der Klinik sowie mit der Rentenversicherung und es musste ein Widerspruch eingelegt werden. Dies taten wir natürlich mit entsprechender Begründung und auch nochmal mit dem Hinweis, dass die Reha möglichst in den Ferien stattfinden soll. Die Herzchaostochter wechselt nach den Ferien in die weiterführende Schule, sie soll natürlich gerade den Start nicht verpassen. Ebenso möchte ich sie ungern alleine lassen in dieser Anfangsphase des neuen Lebensabschnitts.

Die Rentenversicherung bemühte sich und schon eine Woche später erhielt ich ein Schreiben mit der Bekanntgabe einer neuen Klinik. Diese schrieb ich an und erfragte den Zeitpunkt der Reha. Die Auskunft lautete frühestens Anfang September, das heisst nach den Sommerferien.

Ich durchsuchte das Internet nach weiteren Rehakliniken, schrieb 76 Kliniken an und fragte nach Plätzen im gewünschten Zeitraum, begründete warum es mir so wichtig ist. Drei Kliniken hatten noch Kapazitäten, ansonsten erhielt ich Absagen. Die Betreuung telefonierte abermals mit der Rentenversicherung, diese war erstmal nicht begeistert, dass wir schon wieder einen Widerspruch einlegen möchten. Den ersten mussten wir einlegen, weil die Rentenversicherung einen Fehler machte! 

Wir erhielten die Auskunft dass die Klinik einen Vertrag mit dem deutschen Rentenversicherungs Bund haben muss. Bei einer war dies leider nicht der Fall. Im Widerspruch gaben wir also die zweite Klinik an und begründeten unsere Wahl. Ein weiterer Grund für den Widerspruch war auch, dass die vorgeschriebene Klinik der RV den Schwerpunkt auf Gruppenarbeit/-therapie legt. Die Gruppen werden wohl recht klein gehalten, können sich jedoch alle 1-2 Wochen durch An- und Abreisen verändern. Die von uns ausgewählte Klinik bietet bis zu zwei Einzelgespräche pro Woche an.

Der Widerspruch ging gestern per Fax an die RV. Nun heisst es Daumen drücken, damit wir in die Reha-Klinik nach Sachsen starten können. Vor allem auch, dass die Klinik ihr „Versprechen“ einhält und uns in der 28. Kalenderwoche aufnimmt.

So viel Chaos, so viel durcheinander, so viele Gedanken, so viel Unsicherheit. Das muss doch endlich gut ausgehen.

neue Türen

Morgen öffnet sich für mich eine neue Tür. Was sie bringt ist noch Ungewiss. Diese Ungewissheit verursacht in mir ein ganz schönes Durcheinander. Ein Durcheinander vor dem ich so gerne davon laufen würde.  Wieder etwas neues, wieder kämpfen, wieder aushalten müssen. Ich weiss aber auch, dass ganz viele liebe Menschen gedanklich bei mir sind und mich durch diese Tür begleiten. Sie haben mich ja auch ein wenig oder ein wenig mehr zu dieser Tür gebracht und ich weiss, den Weg der dahinter lauert muss ich nicht allein gehen.

Eine große Glastür wird sich drehen, wird mich ins innere des Gebäudes führen. Eine Aufzugtür wird sich öffnen und mich in die richtige Etage bringen. Eine Zimmertür wird sich öffnen und dahinter werde ich mein Bett beziehen, meine Wäsche in den Schrank legen, meine Decke, mein Eulenkissen, meinen MP3Player und viele andere Haltgeber deponieren.

Ja, ich gehe in die Klinik. Die Herzchaostochter wird hier zu Hause weiter betreut. Für uns beide wird es nicht leicht sein, doch am Ende wird man vielleicht wieder sehen können, wofür man diesen Weg gegangen ist.