von Gummibären und vom anders sein dürfen

Vor einigen Jahren machte ich mit dem Herzkind, damals etwa 4 Jahre jung, einen Ausflug mit der Bahn. Im Gepäck hatten wir neben gesundem Proviant auch etwas Süßes. Dieses Mal waren es Gummibären und Schokolinsen.
Wie es sich zum richtigen Gummibärenessen gehört, wurden die kleinen Bärchen erst einmal  nach Farbe sortiert. Schön in Reih und Gl.ied gelegt, die Köpfe nach oben und die Füße nach unten. Eines aber lag falsch herum. „Mama, das bist du“, sagte das Herzkind. „Ein bisschen anders als die anderen. “
Es kam ein Gespräch auf, ob es denn schlimm sei. “ Nein, dass ist es nicht. Du gehörst ja tropzdem dazu. Und ein bisschen anders sein ist nicht schlimm.“
Als wir später dann die Schokolinsen ebenfalls nach Farben sortierten. Legte ich eine grüne Linse zu den gelben. „Das bin dann wieder ich“ erklärte ich.
„Nein Mama da erkennt man zu schnell, dass sie anders ist. Das ist bei dir nicht so. …  Du darfst sie aber tropzdem liegen lassen. Es gibt ja auch Menschen, da sieht man gleich das sie anders sind. Das ist ja auch nicht schlimm.“

Seitdem darf ein Gummibärchen  beim sortieren immer Kopf stehen und eine Schokolinse sich zu einer anderen Farbe gesellen. Dieses kleine Zeichen symbolisiert uns stets die Andersartig- und dennoch Dazugehörigkeit in der Gesellschaft.

vom anders sein in der Gesellschaft

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7 Kommentare zu “von Gummibären und vom anders sein dürfen

  1. Ein ganz tolle Geschichte, sehr schön geschrieben.
    Habe ich gleich zweimal gelesen und noch eine ganze Weile drüber nachgedacht. Wird mich sicher noch öfters beschäftigen 🙂
    LG susanne

  2. Geil! Geilgeilgeil!!!!!! Kinder sind um so viel besser als wir (meistern) verkopften großen Leute, wenn es darum geht Dinge zu erklären. Bei uns ist das Kind ein bißchen anders. Aber eben wie der Bär, nicht der Smartie. Also einen Smartie haben wir auch, der hat Rollen unterm Hintern, vom Bären wird erwartet „normal“ zu sein. Naja… 🙂 Aber wir machen das hier schon.
    GLG,
    Mel

  3. Meine Tochter hat seit kurzem auch einen besonderen Bruder. Und auch von Ihr könnte ich mir solche Reflektierten Gedanken vorstellen. Es sind die Kinder die die Welt besser machen könnten. Es sind die Kinder und nicht die Erwachsenen von denen wir lernen sollten. Sie sehen die Welt mit dem Herzen, nicht mit den Augen. Kinder sind ein Geschenk. Das weiß man aber erst wenn man selbst „welche“ hat. Vielen dank für das Teilen…
    LG Sascha & Elai

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