Klinikmarathon und verbale Missverständnisse

Das Herzkind hatte in den letzten Tagen einen – dann aber doch zwei Termine – in der Kinderklinik. Ich war hinterher (und fast vorher schon) so fertig wie nach einem Marathon. Aber von vorne.

Nach einigem Mailkontakt mit ansäßigen Ärzten und zwei Kinderkliniken ob eine Untersuchung nötig ist war klar das dem so sei. Für eine Klinik waren wir bei der falschen Krankenkasse versichert und sie verwies auf ambulante Spezialisten. Davon ergoogelte ich nur wenige in näherer Umgebung  und diese Ärzte konnten Termine teils erst in einigem Monaten oder wegen technischen Schwierigkeiten gar nicht vergeben. Die zweite Kinderklinik verwies anfangs ebenfalls auf ambulante Praxen, schrieb dann aber später erneut eine Mail, dass eine Untersuchung dort doch möglich sei. Die Assistenz vereinbarte anschließend telefonisch einen Termin. Es wurde direkt darauf hingewiesen, dass wir zwei Überweisungen vom Kinderarzt benötigen.

Einige Tage vor dem Termin wollten wir die Überweisungen beim Kinderarzt abholen. Dieser stellte jedoch nur eine aus und meinte wohl das dies so schon richtig sei.

(Über)Pünktlich erschienen wir dann zum Termin in der Klinik. Hier wurde direkt gefragt ob wir nur eine Überweisung hätten was ich nur bejahen konnte. „Haben sie keine zweite?“ „Nein.“ (Warum eigentlich diese zweite Frage, wenn diese mit der ersten schon beantwortet ist?)

Nach zwei Unterschriften meinerseits und der Datenaufnahme vom Herzkind sollten wir im Wartebereich Platz nehmen. Dieser war zu meinem Glück leer – nur das rauschen einer Lüftungsanlage oder ähnlichem war sehr störend sodass ich fast zu meinen Ohropax griff. Das Herzkind unterbrach immer mal wieder mein taktiles und verbales Stimming (weil es ihr peinlich ist).

Einige Minuten später kam die Schwester von der Anmeldung zu uns und fragte ob es mir denn möglich sei eine zweite Überweisung zu besorgen. Ich bejahte abermals. Sie ging wieder.

Weitere Minuten später wollte sie gerade an uns vorbeilaufen, sah uns an und fragte warum wir denn noch dort sitzen würden. Das Herzkind sprach: „Wir wurden noch nicht aufgerufen.“ woraufhin wir zur Antwort bekamen: „Sie wollten doch eine zweite Überweisung holen?“  Wollten wir das? Nein wollten wir nicht. Sie fragte vorher ob ich sie besorgen könnte. Dies hätte ich am nächsten Tag getan und nachgereicht. Ich war verwirrt.

Nach kurzer Schweigezeit meinte sie dann ,stimmt das sei ja jetzt gar nicht möglich da die Kinderarztpraxis an diesem Nachmittag geschlossen ist. Sie müsse uns nun einen zweiten Termin geben. Ich fragte mich innerlich ob dies nun heisst dass wir endgültig gehen sollen, es war mir jedoch nicht möglich dies zu verbalisieren. Zum Glück erklärte sie aber kurz darauf „Heute machen wir dann nur die Untersuchungen die mit dieser Überweisung möglich sind, der Rest wird dann beim nächsten Mal gemacht.“ Meine Nachmittagsplanung war damit glücklicherweise nicht ganz gestrichen worden und ich konnte mich am Tagesplan weiter „festhalten“, trotz nun leicht verstärkterer innerer Unruhe und stärkerer Belastung durch das Geräusch der Lüftung (?) und dem Neonlicht.

Die Wartezeit bis die Ärztin uns abholte war anschließend nur noch gering. Es wurden im Untersuchungszimmer weitere Daten aufgenommen. Einige Fragen konnte ich nicht beantworten, anderen Antworten musste das Herzkind übernehmen. Sie wurde untersucht und es wurde (wie angekündigt) Blut abgenommen. Die Ärztin war sehr freundlich und erklärte dem Herzkind vorher auch genau was alles gemacht wird und ob sie damit einverstanden sei.
Im Anschluss bekamen wir erste Prognosen, die aber natürlich noch keinen genauen Befund ergeben. Der zweite Termin wurde für den nächsten Tag ausgemacht. Ich war mittlerweile nicht mehr richtig aufnahmefähig und bereits im Tunnelblick, fixierte nur noch Fixpunkte im Raum und mein Kopf war mit den bereits ausgesprochenen Worten und Handlungen im Arztzimmer voll. Ob der Termin für mich passte konnte ich daher nicht mehr wirklich einschätzen und „benickte“ es um den Termin zu Ende zu bekommen.

Nach einer kurzen Pausenzeit meinerseits ausserhalb der Klinik, die das Herzkind damit verbrachte sich in der Cafeteria zu stärken, realisierte ich langsam was der Termin am nächsten Tag für mich bedeutet. Planänderung, einen anderen Termin absagen und vor allem ein vorheriger Gang zum Kinderarzt um den Überweisungsschein zu holen.

Am Abend plante ich dann den neuen nächsten Tag mit dem Gang zum Kinderarzt am Vormittag und dem Termin in der Klinik in zwei unterschiedliche Abteilungen am Nachmittag.

Das Chaos brach am nächsten Tag trotzdem aus. Innerlich so stark, dass ich drauf und dran war alles abzusagen. Warum? Das folgt im nächsten Beitrag.

 

 

 

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4 Kommentare zu “Klinikmarathon und verbale Missverständnisse

  1. Ohje, ich hoffe, das Herzkind hat nichts ernsthaftes und du dich ganz schnell wieder sortiert. Solche Klinikbesuche sind wirklich sehr sehr anstrengend :/

  2. Hallo Herzchaosmama,
    um meine Anonymität zu bewahren, musste ich ohne Vorwarnung umziehen und meinen Namen und meine Adresse ändern. Vielleicht möchtest du mir wieder folgen? Webseitelink findest du in meinem Profil.

    Krankenhäuser empfinde ich als sehr einschüchternd. Ich hoffe, dass alle freundlich zum Herzkind sind.
    Liebe Grüße

  3. Auch das kenne ich. Oftmals ein einziges Durcheinander…Chaos pur! Danach möchte man sich am liebsten für die nächsten zwei Wochen verbarrikadieren. – Alles Gute!

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