der zweite Tag – gut wenn man Schuhe hat

Für den Dienstag war Regen angesagt und als wir am Morgen den Vorhang zurückzogen begrüßte uns wie versprochen eine große graue inkontinente Wolkendecke (die vor dem aufwachen zu Kaffeeträumen animierte).  Gut gelaunt gingen wir zum Frühstücksbufett und füllten unsere Tabletts mit vielen Leckereien, Orangensaft und Kaffee.

Da wir am vorherigen Abend feststellen mussten, dass es im vorderen Bereich des Speiseraums sehr hallt, entschieden wir uns uns ans Ende des Raumes zu setzten, quasi direkt an den Alltar der ehemalige Kirche.   Die Entscheidung war genau richtig und ohne Worte hatten wir nun einen Stammplatz für alle einzunehmende Mahlzeiten in diesem Raum.  (Bis auf einen Abend, an dem prepubertäre Schübe für eine Mahlzeit ohne Kind am Tisch sorgten.)

Nach ausgiebigem Frühstück ging es für mich und meine Mum zurück aufs Zimmer um die Wochenplanung noch einmal zu besprechen. Die Herzchaostochter war bereits im Bällchenbad verabredet.  Was übrigens fast alle Eltern von ihren Kindern sagen konnten. Dies war in der Herberge wirklich DER Anziehungspunkt der Kinder nach den Mahlzeiten bzw. wenn die Eltern entschieden etwas für Kinder langweiliges zu machen.

Der Dienstag, als Regentag sollte genutzt werden um in der nächstgrößeren Stadt Schuhe zu kaufen. Ja, auch im Urlaub muss man manchmal so Dinge tun wie Schuhe kaufen. Dies lag daran, dass auf der Hinreise ein Stolperstein meinte er müsse mir mal schnell ein viertel der Sohle vom Schuh reißen. Nicht lustig. Vor allem nicht, wenn man ins Sauerland fährt, ein wenig wandern möchte und kein Ersatzpaar hat.

Schuhe kaufen ist kein Vergnügen. Es ist ein K(r)ampf. Ein Schuh muss passen, bequem sein, darf nicht drücken, muss meiner sein. immerhin trägt er mich eine ganze Weile durchs Leben . Und diese Anforderung stellt fast kein Schuh, einfach weil er nicht sofort meiner ist. Nicht mein gewohnter. Er läuft sich anders. Man fühlt ihn an anderen Stellen, er ist leichter oder schwerer als mein vorheriges Paar. Ganz klar, ich würde gerne in ein Geschäft gehen und sagen, ich möchte genau dieses Paar Schuhe dass ich jetzt an den Füßen habe nochmal, aber in neu. Oder besser noch in “schwuppdiwupp-nie kaputt gegangen”. Denn ein neues Paar, selbst wenn es die gleiche Variante wäre, ist ebenfalls ein neues Paar und somit nicht mein Paar Schuhe.

Zurück zum Tagesablauf. Da das Herzenskind nach der Mama-Oma-Tagesplanungbesprechung noch nicht aus dem Bällebad heraus wollte, gab es ein kleines, mit vielen Lachern untermaltes Kickerturnier, das ich gewann, obwohl es bis kurz vor Schluss nicht danach aussah. Anschließend gingen wir zu dritt noch ein wenig wandern (ja mit kaputten Schuhen). Zum Mittag wurde uns dann leckerer Kartoffelsalat mit Würstchen gereicht. So lecker, dass wir auch noch die Reserveschüssel des Kochs bekamen.

Dann ging es wirklich in die Stadt. Nachdem wir im Gedankentran-Urlaubsmodus erstmal den Zug davon fahren ließen um eine weitere Stunde zu warten. Und ich muss sagen, man hat es mit mir wirklich nicht leicht. Wir gingen durch die gesamte Stadt, an einigen Geschäften vorbei, trotz der Bitte von Mum doch mal in das Geschäft zu gehen. “Den Laden kenne ich nicht.” Gehe ich also nicht hinein.
Manchmal hat sie es doch geschafft, oder ich habe versucht mich zu fügen. Das endete darin, dass ich kurz durchs Geschäft lief, vielleicht das ein odere andere Paar mal von der Ferne fixierte, vielleicht auch aus der Nähe ansah, aber nie an meinen Fuß liess.  Irgendwann sah ich jemanden mit einer Tüte eines Schuhgeschäfts vorbeigehen, dessen Namen ich zumindest von früher kenne. “Da möchte ich hin.” Solch eine Tüte begegnete uns noch zweimal, also musste es dieses Geschäft irgendwo geben. Die Stadt in der wir uns befanden, war eine verwinkelte Altstadt, also Geschäfte nicht brav nebeneinander sondern in vielen kleinen oder großen Gassen.

Dennoch wurden wir am Ende mit Erfolg belohnt. Das Schuhhaus wurde gefunden, ein Paar Schuhe ebenfall. Im übrigen, das erste Paar Schuhe für das ich mehr als 50,-Euro zahlte, da Mum den Zuschlag übernahm.  (meine Grenze liegt bei max 25 Euro und auch das ist selten).

Am Abend  schauten wir uns den Film “Babys” an, spielten noch einige Runden Mau-Mau  und gingen zufrieden ins Bett. Der nächste Tag sollte ein Sonnentag werden.

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