was wäre wenn

Manchmal frage ich mich, was wäre wenn ich nicht die pädagogische Ausbildung hätte. Wäre ich eine genauso gute Mutter wie sie mich alle nennen? Kommt all das was ich anwende um der Herzchaostochter einen guten Weg ins Leben zu ebnen von innen oder vom erlernten? In der Ausbildungszeit  hatte ich  oft das Gefühl, das ich das gelehrte längst verinnerlicht hatte, bevor es überhaupt Unterrichtsthema war. Was andere erst zu verstehen versuchten, war bei mir schon völlig normal und nie hätte ich gedacht, das es Personen gibt, die es anders handhaben würden.

Von klein auf, war ich, wenn ich Gesellschaft suchte, immer mit Kleinkindern zusammen. In der Nachbarschaft ging ich nur zu Familien mit Kleinkindern.  Sie sahen die Welt mit meinen Augen, sie senden keine versteckten Botschaften. Mit ihnen habe ich die Welt erleben dürfen. Es gab keine Rätsel, die Gleichaltrige und ältere Kinder so oft aufgaben, wenn sie Dinge sagten oder taten die ich nicht verstand.

Ich kann nicht sagen, das es immer leicht ist mit der Herzchaostochter, oft geriet ich schon an Grenzen und hätte gerne gewusst warum sie so handelt. Ich sprach, wenn ich es konnte, mit Erziehern, doch mehr noch hoffte ich auf Erklärungen eines Kinderpsychologen, weil ich nicht die pädagogische Sicht sehen wollte, sondern ihr innensein verstehen. Manchmal wäre ich für einen Rat sehr dankbar gewesen. Auch aus Angst etwas zu übersehen, falsch zu handeln. Gerade auch um zu wissen wie geht sie innerlich eigentlich mit der ganzen Situation um, die unsere kleine Familie betrifft. Bisher haben wir eine Therapie für sie noch nicht in Angriff genommen, weil gewisse Phasen doch recht schnell vorüber gingen.  Erzieher, Lehrer und Ärzte führten dies auf gute Erziehung und pädagogisches Handeln zurück, doch die Innenwelt der Chaostochter blieb in diesen Phasen für mich verschlossen obwohl ich sie so gerne verstanden hätte.

Langsam kommt die Herzchaostochter nun in ein Alter, das für mich schwer nachvollziehbar ist, denn diese Pubertätsphase verlief  bei mir  gänzlich anders als man zu hören bekommt oder ich es bei den Klassenkameraden damals beobachten konnte.  Ich handelte anders als Mädchen in diesem Alter, ich fühlte anders und es fällt mir schwer zu verstehen, was auf die Chaostochter zukommt. Ich hoffe sehr, es wird weiterhin positiv zwischen uns verlaufen und doch habe ich Angst vor der kommenden Zeit.  Die Befürchtung nicht wahrnehmen zu können, was der Kinderseele gut tut.

(Artikel-Entwurf vom 20.06.2011)
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3 Kommentare zu “was wäre wenn

  1. Die Antwort auf deine Frage gibst du dir doch eigentlich schon selbst… du scheinst das einfach in dir drin zu haben… Die geborene Mutter und Pädagogin halt…

    Was die Ängste angeht… hat die wohl jede Mutter. Ich denke in dem Alter versteht keine Mutter ihre Töchter.. das würde ich also nicht auf eure besondere Situation zurück führen… und ich weiß auch nicht ob man immer alles verstehen können muss was in einem pubertären Kopf so vorgeht…

    • Pubbertät ist immer ein Fragezeichen. Manchmal frage ich mich jedoch einfach ob Mütter zurückfühlen können in ihre Pubertät und somit das Kind besser verstehen. Mir fehlt diese Möglichkeit, da ich die Pubertät völlig anders empfand.

  2. Mhm… das weiß ich nun natürlich auch nicht. So als Nicht-Mutter. Meine Mutter war 36 als ich mit 12 schon mitten drin war… Ich persönlich könnte mich glaube ich nicht 24 Jahre zurückdenken. Ob das alle können bezweifel ich. Und ob es groß einen Unterschied macht bezweifel ich noch mehr…Die Frauen mit großem Gedächtnis müssen ja dann auch erst mal noch empathisch sein. Irgendwo klemmt es sicher immer. Von daher denke ich nicht, dass du da irgendwie „schlechter“ bist als andere. Halt nur anders. 😉

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