Medikamente

Oft lese ich bei anderen Menschen, die wegen Depressionen Medikamente nehmen müssen, das sie froh sind ihre Medikamente abzusetzen. Meist von sich aus, ohne ärztliche Absprache. Ich gebe zu, auch ich habe dies schon getan. Weil ich merkte das mir dieses Medikament nicht hilft oder weil die Nebenwirkungen für mich nicht akzeptabel waren.

Bei den Menschen die ihr Medikament eigenverantwortlich absetzen lese ich oft, die Begründung: Mir geht es besser. Ich benötige sie nicht mehr. Kurz darauf geht es psychisch oft wieder ins negative. Sie werden antriebslos, emotional, kurz gesagt rutschen wieder in die Depression.

Ihr lieben, warum tut ihr das?  Euch geht es oft besser, auch weil ihr das Medikament nehmt. Das Medikament hilft euch stabil zu bleiben. Hier spreche ich vor allem die chronisch kranken an. Warum kommt ihr auf die Idee das Medikament abzusetzen? Ein Bluthochdruckpatient würde doch auch nicht auf die Idee kommen seine Medikamente abzusetzen nur weil es ihm besser geht. Manch ein Körper braucht eben einfach die Unterstützung.

Auch ich habe lange gebraucht diese Erkenntnis anzunehmen. Ich wünsche mir für euch, das ihr euch gutes tut. Das ihr eure Medikamente nehmt, wenn der Körper es benötigt. Damit ihr öfter und länger sagen könnt „Mir geht es gut.“

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9 Kommentare zu “Medikamente

  1. Mir wurde nur schwindelig von den Medis, obwoh sie länger brauchen, damit sie wirken, ohne geht es mir viel, viel besser.

    GLG Marianne ♥

  2. Treffer versenkt 😉 Ich habe damals mein AD gegen besseres Wissen zu früh abgesetzt und hatte tatsächlich ordentlich zu kämpfen, bis sich alles wieder eingerenkt hatte. Von daher kann ich dir nur recht geben.

    • Es geht im Artikel auch um die Menschen bei denen die Medikamente wirken. Vielleicht hast Du auch noch nicht das richtige gefunden. Ich habe auch vieles ausprobieren müssen bis ich das gefunden habe, was mich zumindest stabil hält.

  3. Ich denke, „es geht mir gut“ heißt auch für jeden was (geringfügig) anderes. Für einen sind bestimmte Nebenwirkungen okay, für andere Personen aber nicht. Manche Mittel wechselwirken mit anderen Medikamenten, die aus anderen Gründen eingenommen werden dürfen. Einige Medikamente erfordern eine Umstellung der Ernährung, da sie zeitlich getrennt von bestimmten Nahrungsmitteln eingenommen werden müssen, um ihre Wirkung wie gewünscht zu entfalten. (Zum Glück kann man sich über diese Details heutzutage sehr gut im Internet informieren.)

    Aus persönlichen Gründen würde ich mich nicht auf eine längere Medikamentensuche einlassen, aber das muß jeder für sich selbst entscheiden.

  4. Natürlich fühle ich mich direkt angesprochen. Immerhin bin ich genau diese Person bei der die Medikamente eine Zeit lang sehr gut geholfen haben und die jetzt gerade im Absetzen ist. Wobei nein: Abgesetzt sind sie. Seit drei Tagen bin ich clean und ich habe gestern und heute eigentlich sehr gute Tage.

    Ja, ich gestehe: Der Zeitpunkt war beschissen.Tabletten im Winter absetzen wo die Stimmung eh noch mal runter geht ist eine total bescheuerte Idee. Im nächsten Leben dann im Frühling 😉

    Und ja… vllt. hätte ich das nicht nur mit Therapeutin und Betreuung absprechen sollen sondern auch mit der Psychiaterin. *hust* Aber es war keine unüberlegte Angelegenheit.

    Warum ich sie generell abgesetzt habe? Ich hätte es nicht getan, wenn ich mein Medikament einfach so hätte weiter nehmen können. Da es aber nicht mehr so erhältlich ist und ich hätte umstellen müssen bin ich ins Grübeln gekommen. Und eine Medikamentenumstellung ist auch sehr sehr stressig.

    Beim ersten Versuch habe ich massive Nebenwirkungen gehabt die mich einfach auch sehr einschränken. Ich kann mit körperlichen Geschichten nicht sonderlich gut umgehen. Kreislauf und Übelkeit sind einfach nicht zu ertragen. Wie lange hätte sich diese Umstellungsphase hingezogen? Wie lange wäre es mir also trotz Medikation schlecht gegangen? Und wer garantiert mir, dass sie wirken? Wo dieses Medikament doch schon mal versagt hat? Und wieso soll ich ewig rumprobieren, wenn ich es doch auch einfach ohne versuchen kann? Denn für mich war klar: Ich nehme sie nicht ewig. Mein Körper ist theoretisch in der Lage genug Serotonin zu produzieren, also soll er das gefälligst auch tun. Und ich unterstütze ihn dann jetzt lieber mit etwas Sport und frischer Luft als mit Tabletten. Wenn es nicht klappt? Dann kann ich immer noch wieder einschleichen. Klar… das wird auch wieder eine Weile dauern bis der Spiegel stimmt… aber das nehme ich dann vllt. in Kauf. Wenn es wirklich gar nicht anders geht. Noch geht es aber anders… auch wenn es schwer ist. Aber so ein völlig durcheinander gewirbelter Botenstoffhaushalt braucht auch einfach eine Weile bis er sich wieder eingependelt hat.

    Und wenn ich mir den Roman jetzt so ansehe… hätte ich vllt. einen eigenen Artikel dazu verfassen sollen… 😀

  5. Pingback: 2011 – Teil 4 (Gesundheit) | Svüchiatrie.

  6. Pingback: Medis? | Svüchiatrie.

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