Rückzug

Wenn man schon in der Früh spürt:
„Ich ertrage das heute nicht.
Die Anforderungen der Aussenwelt sind mir zuviel.“
Dann dreht erst der Körper auf.
Das Adrenalin steigt.
Als Kind hätte ich wohl geschrien,
wäre tosend durch die Wohnung gerannt,
oder hätte wütend auf dem Boden gelegen.
Ja, das kam vor.

Heute unterdrücke ich dies.
Nehme es wahr und versuche mich abzulenken.
Wer  mich wirklich kennt spürt es dennoch.
Sei es eine andere Wortwahl, ein Redeschwall oder ein Rückzug.
Einfach eine Andersartigkeit.
Ein nicht umgehen können mit dem Aussen.

Und wenn der Tag dann voran schreitet,
gewisse Dinge einfach getan werden müssen.
Termine eingehalten werden wollen.
Dann wird mir übel,
mein Körper wehrt sich
und ich wehre mich.
Gegen ihn.
Tauche immer mehr ab.

Angekommen beim Termin bin ich nur noch stumm.
In mir.
Lasse es geschehen und hoffe innerlich es geht schnell vorbei.
Spüre mich, mein Unwohlsein, blende aber das aussen aus.
Ich bin kein Kind mehr.
Darf nicht mehr zeigen was in mir los ist.

Weiss Komunikation wäre richtig.
Sagen können was ich wahrnehme,
aber es ist nicht möglich.

Ich muss ausschalten.
Das aussen ausschalten
Um ertragen zu können.
Durchhalten zu können.

Rückzug.
Um in der Aussenwelt nicht mich selbst zu verlieren.

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5 Kommentare zu “Rückzug

  1. Gut, dass du selbst erkannt hast und es nicht zu einem Zusammenbruch kommt, kommen sollte.
    So eine Auszeit ist sehr wichtig, dafür wünsche ich dir ganz viel Erfolg.

    Herzlichst ♥ Marianne

    • Das schwierige ist, das ich eben mittlerweile auch vor diesen Phasen Angst habe.
      Weil ich dadurch schon eingewiesen wurde in die Klinik.
      Einfach zu abwesend um von der Aussenwelt verstanden zu werden.

  2. Jedes einzelne Wort beschreibt mein Fühlen. Ich kann dich so gut verstehen, weil es mir ebenso ergeht und mir in solchen Momenten auch nur der Rückzug bleibt – der Rückzug ins Ich, um es vor dem Aussen zu schützen.

  3. Und du machst etwas, was Autisten in solchen Situationen immer noch zu können scheinen … schreiben.
    Ist das nicht eine mögliche Form der Kommunikation?
    (Es gibt ja doch einiges an Büchern von Autisten, die mich immer sehr bewegen. Dein Blog ist ja auch so eine Art Buch.)

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