wenn die Natur dein Herz berührt

Heute morgen fragte ich die Herzchaostochter ob sie alleine zur Schule gehen mag, denn ich war noch sehr müde und hätte mich am liebsten wieder hingelegt. Sie stimmte zu doch irgendwie verlief der Morgen eben ganz routiniert ab, so dass diese Frage und deren Antwort schnell vergessen war.

Wir schlenderten also etwas später Hand in Hand durch den Morgennebel. Ich sah jeden winzig kleinen Nebeltropfen. Sie tanzten in der Luft und es waren so viele, dass die Ferne verschwand. Ihre Tänze ließen das Licht nicht hindurch, das sonst die Farben reflektiert und so schien die Welt hinter einer grauen Wand versunken zu sein. Wir standen inmitten dieser tanzenden Tropfen. Es war schön, es war nicht kalt, es war nicht beängstigend. Auf den Grashalmen setzten sich die Nebeltropfen die genug getanzt hatten um später in der Erde zu versickern.

Nachdem ich die Herzchaostochter an der Schule verabschiedete ging ich den gewohnten Weg heim. An der letzten zu überquerenden Straße kitzelte ein Sonnenstrahl mein Gesicht. Ich spürte es einfach. Im gleichen Moment schaute ich nach oben und sah zwischen den Bäumen die kreisrunde Sonne aufsteigen. Es war ein wundervolles Bild. Tanzende Nebeltropfen vor diesem Licht in der Ferne. Ich ging weiter durch die Allee, bog in unsere Straße ein und fühlte einfach das es mich wieder nach draussen zog. Mich und die Kamera.

Mein Weg führte mich zum gegenüberliegenden Friedhof. Stille spüren, den Moment spüren. Umgeben von der Natur, die mir diesen Moment schenkte. Ich versuchte das Bild der Sonne mit der Kamera einzufangen, leider ist meine einfache Digicam dafür aber nicht ausgestattet. Auch die vielen kleinen Nebeltropfen, die taubehangenen Spinnenweben, die dunklen Facetten die die Bäume malten nur festgehalten als Bild in meinem Kopf. Den Nebelmorgen einfangen und gespürt.

Und kurz bevor ich den Friedhof wieder verlasse erblicke ich etwas. Nein es scheint als würde es mir gehören oder mich zu sich rufen. Bisher habe ich keine Farben wahrgenommen, aber jetzt strahlt sie mich regelrecht an. Eine Rose. Eine Rose dort wo ich immer an Dad und mein Sternenkind denke. Sie ist hinübergewachsen von einem Busch, genau an diesen Platz. Mir huscht ein lächeln übers Gesicht, ein lächeln wo sonst oft nur Schmerz ist.

Ein Nebelmorgen voller Gedanken, voller stiller Momente.

Advertisements

9 Kommentare zu “wenn die Natur dein Herz berührt

hinterlasse deine Meinung

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s