heute vor einem Jahr…

Es war Donnerstag, der 09.09.2010 und ich setzte die  ersten, kleinen, zaghaften Schritte in die Bloggerwelt. Damals wusste ich nicht wohin dieser Weg mich führt, ob ich überhaupt einen Platz finden würde, ob ich mich wohl fühlen würde oder doch lieber schnell wieder gehen möchte. Ich hatte nichts bei mir, ausser den Gedanken endlich „aussprechen“ zu können was sonst nicht nach aussen dringt. Ein kleines dünnes Hemd, das ich trug, so wie das Bild es auch ausdrückt. Den ersten Schritt getan, die erste Stufe.

1 Jahr blogge ich nun schon und mein Ziel habe ich erreicht. Mein Ziel? Heisst das ich höre auf zu bloggen? Nein, das heißt es nicht.  Aber als ich anfing vor einem Jahr, da habe ich mir etwas vorgenommen. Bei Ulf bereits angedeutet, aber nicht verraten, denn ich wollte das Ziel erreichen ohne das jemand anderes „Druck“ machen könnte. Ohne den Hintergedanken: „Du musst es tun, denn Du hast es versprochen.“ Ich wollte aus eigener Kraft ankommen.

Ich habe es geschafft,  nicht zwischendurch abgebrochen, wenn es auch manchmal schwer war. Seit 2008 endlich wieder ein Projekt bis zum Ende durchgeführt. Es zeigt mir, das ich Ziele erreichen kann.

Was war mein Ziel?

Ich habe mir vorgenommen in diesem ersten Jahr täglich zu bloggen. Das klingt vielleicht erstmal banal, aber mir war es wichtig. Denn ein Bruch hätte bedeuten können, dass Gedanken aufkommen wie: „Ach ich blogge morgen wieder. Nein heute mag ich nicht.“ Das Projekt Blog wäre schneller gescheitert als gedacht.

Wie hat sich der Blog entwickelt?

Anfangs wollte ich „nur“ aufklären, zeigen welche Schwierigkeiten mit dem Asperger-Syndrom im Alltag entstehen können, aber auch darauf hinweisen welche Fähigkeiten diese Menschen haben, wenn man ihnen die Möglichkeit dafür gibt. Doch schnell bemerkte ich, das ich für mich einfach auch die Alltagsdinge festhalten möchte. Mein Leben. Nein unser Leben.
Mittlerweile ist es glaube ich auch eher ein „Reflexionsblog“ vom Alltag geworden. Nur noch wenige Artikel aus der Vergangenheit, sondern eher der Umgang und das Erleben heute stehen im Vordergrund.  Genauso ist das teilhaben am Geschehen in Klein Bloggersdorf für mich wichtig,  sich nicht ausgrenzen sondern mitmachen. Hier helfen vor allen Dingen Projekte, denn wie viele von euch wissen, auch wenn ich regelmäßig lese, Kommentare schreiben fällt mir oft schwer.

Welche Konsequenzen hatte der Blog bisher für mich?

Für mich hat sich unter anderem (auch) durch das bloggen einiges zum positiven verändert. Ich denke mehr über mein Erleben nach, nehme meine Gefühle und Grenzen besser wahr. Das aufschreiben der Erlebnisse hat mich ein Stück näher zu mir selbst gebracht. Gefühle  (auch die, die weh tun) kann ich mittlerweile besser einsortieren und durch das aufschreiben der Erlebnisse kann ich teilweise auch erkennen woher sie kommen.  Nicht aussprechbares bekommt plötzlich ein Bild und kann somit weitergegeben werden, hier sowie  in der Therapie.
Viele wunderbare Menschen habe ich kennengelernt und ich fühle mich wieder angenommen/dazugehörig. (Mir fällt kein Wort ein, um zu beschreiben was ich meine.) Ich habe das Gefühl in Klein Bloggersdorf angekommen zu sein. Es gibt Nachbarn, mit denen ich in Kontakt treten kann, an deren Leben ich teilhaben darf. Sie geben ihre Gedanken an mich weiter, machen Mut und geben das Gefühl da ist jemand an den ich mich wenden kann. Ich habe mein Haus in diesem Dorf bezogen und wurde angenommen. Die Nachbarn kommen zu mir, besuchen mich, haben liebe Worte und auch mal eine virtuelle tröstende Umarmung.  Konstruktive Kritik und Ratschläge sind mir ebenso wichtig. Genauso darf ich sie besuchen, kann auch mal helfen. Ich schaue mich im Bloggersdorf weiter um, lerne neue Nachbarn kennen. Gemeinsam wird sich unterstützt und auch mal gemeinsam etwas veranstaltet. Sei es nun das Wort zum Sonntag oder Blogparaden jeglicher Art.

Da gibt es die Retter/innen, die Familien, die Alleinstehenden, genauso wie Lehrer und besondere Kinder /Menschen die Einblicke geben in ihr Erleben. Offene Türen fast überall. Ein kleines „Dorf“ das zusammenhält, wo Menschlichkeit noch zählt, das annehmen einer jeden Person, egal wie er ist.  In euren Häusern (Blogs) erzählt ihr von Euch, zeigt mir die Individualität des Lebens. Und Twitter ist für mich die Strasse auf der wir uns mal treffen,  um Rat fragen oder auch ein kurzes Small-Talk-Gespräch führen.  Ja, auch das lerne ich langsam, wenn es auch manchmal noch schleppend ist. Verzeiht mir, wenn ein Gespräch scheinbar abrupt endet, oder Höflichkeitsformen wie die Begrüßung mal vergessen werden.  Sollten Fragen da sein oder etwas auffallen gebt mir immer Bescheid, nur so kann ich weiter lernen.

Ich möchte Danke sagen:

All meinen Lesern, allen die mich in diesem Jahr begleitet haben. Ihr habt mir oft Mut gemacht, mir gezeigt das ich nicht allein bin. Wenn ich an mir selbst zweifelte, dann habt ihr mich unterstützt und mich auf die kleinen positiven Dinge des Alltags aufmerksam gemacht.

ein ehrliches, von ganzen Herzen kommendes

Danke

an Euch

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8 Kommentare zu “heute vor einem Jahr…

  1. Ich kann mich Ilana nur anschließen. Danke das du schreibst, ich habe SO auch schon viel gelernt.

    Ich finde es schön das, das du das Gefühl hast, das der Blog dir hilft in und mit deiner Umwelt klarzukommen.

    Was sagt man da eigentlich? Ich nenn es mal: Happy Blogday!

  2. Auch wir sagen „Danke“ und gehen zusammen mit Ihnen mit festen Schritten weiter duch die Straßen von Kleinbloggersdorf. ♥lichst Ihr Thor Löwenherz und einen dicken Mümmelschmatz an das H-I-M-D-E-M-K-K!

  3. herzlichen glückwunsch zum 1. blog-uleum und auch von mir ein großes dankeschön für die vielen lehrreichen, unterhaltsamen und berührenden texte!

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