Therapie 8/2011

  • 1. Antrag auf Verlängerung
  • 2. Reflexion der Ferien
  • 3. Bilder

*****

Zu Punkt 1 ist ja nicht viel zu schreiben. 🙂
In Punkt 2 haben wir das Thema „Grenzen überschritten“ noch einmal besprochen, bzw. ich habe die Situation geschildert. Meine Reaktion war natürlich völlig verständlich. Der anschließende Tag war ebenso im Gespräch. Da ich hier bereits selbst sehr stark reflektiert habe, auch im Mailkontakt mit murmel (Danke hierfür nochmal!), waren es letztendlich nur noch Feststellungen. Ich muss sagen ich habe auch sehr reflektiert und sachlich berichtet, so das die jeweiligen Emotionen gar nicht direkt zur Sprache kamen. Hier fällt wieder auf, das sprachlich vieles einfach nicht möglich ist, dementsprechend ist ihr sicher nur ein Bruchteil von dem klar, was in den letzten Tagen in mir geschehen ist.

Die „Kassensituation“ beim Treffen mit Svea 😉 habe ich ebenfalls wiedergegeben, hier beide Varianten. Meine Sicht, mein Erleben und die Sicht des Beobachters. Und wie Svea sagte:  „Das ganze komplizierte sieht mir keiner an. Was in meinem Kopf für ein Marathon ablief weiß keiner.“ Ich frage mich noch wie das lächeln interpretiert werden kann, denn es könnten unterschiedliche Faktoren eine Rolle spielen.  Zum einen ist es möglich, das es innerer Stolz gewesen ist das meine „Vorbereitungen“ funktionierten, was eben genau in dem Moment klar war. Möglich ist auch, das es ein lächeln war wie es oft in meinem Gesicht zu finden ist, wenn ich mit einer Situation überfordert bin. So wie es Sabine hier beschreibt. Der dritte Aspekt könnte sein, das es sich nach 2 Jahren Therapie nun wirklich langsam automatisiert hat an der Kasse bzw. bei kurzen Begegnungen zu lächeln.

Im letzten Teil der Therapiestunde betrachteten wir wieder Fotos/Bilder (Punkt 3) und versuchten diese zu analysieren. Das erste Bild war eine Situation in einer Bar, was ich anhand des Hintergrunds und einzelner Gegenstände direkt wahrnahm. Körpersprache und Mimik wurden dann von uns beiden besprochen, bzw. hauptsächlich von der Therapeutin erklärt.
Beim zweiten (gleichzeitig letztem) Bild war die dargestellte Situation für mich schwer zu ertragen. Anfangs  fanden eher die kleinen Details wie ein Armreifen, die gestreiften Pullover und ein offenes Hemd meine Aufmerksamkeit. Da die Aufgabe jedoch darin bestand Körpersprache und Mimik wahrzunehmen versuchte ich mich darauf zu konzentrieren. Ein Wasserfleck unterhalb eines Gesichts jedoch fing immer wieder meinen Blick. Die Deutung der zwei dargestellten Personen war für mich unverständlich. Meine Therapeutin lenkte dann anfangs auf die Mimik (sehr schwer! – meine Aufmerksamkeit bekam hier eher der Wasserfleck). Später ging sie dann über zur Körpersprache. Ganz präsent (zumindest für mich) war bei Betrachtung dieser die Handstellung beider Personen. Sie sollte Zuneigung und Zusammenhalt vermitteln, für mich jedoch war es einfach nur abschreckend und unangenehm. Viel zu nah und eine sofortige Abwehrreaktion setzte sich in mir fest. In mir war oft der Drang diese Handstellung ändern zu wollen. Ein innerer Schrei ging durch meinen Körper. Immer und immer wieder. Die Erklärungen meiner Therapeutin kamen nur noch watteweich in meinen Ohren an, kaum hörbar und vor allen Dingen absolut nicht mehr verständlich. Wie kann ein Bild, das negative Gefühle ausdrückt, das innen weh tut ein positives Bild sein?
Das Gesehene wird hier mit meinen inneren Emotionen verknüpft. Egal was die Körpersprache ausdrücken soll. In mir ist das Gesehene bedrohlich, es lässt mich innerlich schreien, egal was Nichtautisten sehen, wie sie alles beobachtete zusammenfügen.  Mir ist dies nicht möglich. Eine Verknüpfung zwischen Mimik, Gestik, Körperhaltung etc. herzustellen. Nur das Detail wird noch wahrgenommen, die bedrohliche Hand und meine Abwehr!

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3 Kommentare zu “Therapie 8/2011

  1. Ich möchte dich zum letzten Absatz was fragen:

    ist das bei Bildern dann generell so wenn sie was negatives auslösen (also auch wenn es nur unangenehm ist aber eben nicht sehr negativ oder auch neutral) – oder eben bei den sehr negativen – denn da könnte neben dem Autismus auch was anderes mit reinspielen.

    Best. Sachen könnten einfach ein Trigger sein – dann entwickelt man eine Art „Tunnelblick“ und nimmt anderes eben nicht mehr wahr. Das hat eher mit schlechten Erfahrungen zu tun (und damit gekoppelten Reaktionen im Gehirn – also neurobiologisch).

    Wenn das dann zusammen kommt – kann ich mir vorstellen dass es gar nicht mehr geht – da es dir ja oft schon bei positiven Dingen schwer fällt.

    War jetzt nur so ein Gedanke 🙂

  2. Ja, bei Bildern ist es generell so, das ein Punkt der wichtigste ist und alles andere wird nur noch verschwommen wahrgenommen. Vor allen Dingen Personen. Es gab ein Bild mit einem Postboten. Ich konnte nur den Rollwagen fixieren und wusste so, das es sich um einen Postboten handelt. Was noch gezielt wahrnehmbar für mich war, war ein Fahrrad im Hintergrund, sowie der Standort. Aber meine Augen wanderten ständig auf dem Bild hin und her. Nur auf dem Rollwagen konnte ich meinen Blick halten. Meine Therapeutin meint: „Ich habe eine objektive Sicht und analysiere anhand dessen.“

    Das dieses Bild nun negative Emotionen auslöste liegt sicher an der „menschlichen Nähe“ die zu sehen war. Mein Arzt meinte gestern dieses Bild kann unter anderem die Übelkeit in den letzten Tagen verstärkt haben. Der Overload war wohl einfach zu groß. Ob dies nun tatsächlich so ist kann ich nicht sagen.

  3. Pingback: innen geschieht viel mehr als du siehst « das Leben einer etwas anderen Kleinfamilie

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