Daddy im Flugzeug

Endlich hielt ich ein Buch in den Händen, das die Angst etwas nahm. Ein Schulbuch. Dort stand geschrieben, das man mit Flugzeugen verreist, in ferne Länder fliegt.

Wenn nun jemand in ein Flugzeug steigt ist er also fort, nicht mehr greifbar.

Mein Dad war auch nie greifbar. Ich wusste nicht wo er war, niemand sagte etwas, ich fragte auch nicht.

Erst viel später als Erinnerungen auftauchten die sortiert werden wollten, als Fragen auftauchten zur eigenen Herkunft und zum „warum“.

Zu diesem Zeitpunkt war er einfach fort.  So wie Menschen die verreisen, in ein Flugzeug steigen und ferne Länder entdecken.

Das Flugzeug wurde weniger bedrohlich, wenn die Angst auch nicht ganz verschwand und ich je nach Befindlichkeit doch wieder unter die Balkone flüchtete.

An guten Tagen, malte ich mir aus, das mein Dad in einem Flugzeug sitzt, weil er fern ist, nicht greifbar. Also habe ich dann jedem Flugzeug gewunken in der Hoffnung er würde mich sehen. Vielleicht war er ja sogar Pilot, das würde erklären warum mir niemand sagen konnte wo er war. Jederzeit woanders und immer dort oben, so unerreichbar.

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