ein Tag ohne Pause und dessen Folge (1/4)

Morgens 5.40 Uhr der Wecker meldet sich und mein Tag startet. Nur langsam werde ich wach, die Nacht war kurz, zu kurz.  5 Minuten bleiben mir, 5 Minuten die ich mir gönnen möchte um noch ein wenig liegen zu bleiben.  Mir fallen erneut die Augen zu, da ertönt der zweite Wecker. Es ist ganz gut zwei zu haben, wenn die Nacht wieder einmal mühsam war, im Endeffekt würde nämlich Chaostochter die Konsequenz vom verschlafen spüren.

Der erste Gang ist nun wie jeden Morgen ins Bad. In den Spiegel schaue ich erst gar nicht, was mich da erwarten würde kenne ich zu gut – eine Chaosmama mit Augenringen und noch vom schlafen aufgequollenem Gesicht.  Ich spüre das laue klare Wasser, es läuft über meine Hände, durch meine Finger, ein schönes Gefühl, ein Gefühl, das mich entspannt. Einige Sekunden möchte ich dieses Gefühl festhalten, in mir einbrennen, dieses gestreichelt werden vom Wasserstrahl, das Wasser welches sich seinen Weg durch die Zwischenräume der Finger sucht. Einen Moment später spüre es in meinem Gesicht erfrischend und klar. Während das Wasser immer wieder über meine Haut  fließt  ist es angenehm, doch sobald es still auf meiner Haut wird, wenn die einzelnen Tropfen einen Platz gefunden haben und nicht weiter rollen, tut es weh.  Diese Sekunden während ich mich vom Waschbecken zum Handtuch drehe, diese Sekunden an denen die Wassertropfen in meinem Gesicht ruhen sind unangenehm.

Der zweite Gang führt mich ins Schlafzimmer, ich begrüße die Zwerge und suche mir Kleidung aus dem Schrank. Gewohnte Kleidung, Wohlfühlkleidung, momentan noch ohne viel Farbe.  Anschließend bereite ich das Frühstück vor und fülle die Brotdose von Chaostochter. Einen kleinen Zettel mit einer „Liebes“Botschaft lege ich ihr heute dazu, sowie ein kleines Fer**** Küßchen. Sie liebt diese kleinen Überraschungen. Es ist still und ein angenehmes Licht umringt mich. Die Kerze flackert auf dem Tisch und nur die Glühbirne der Abzugshaube ist eingeschaltet.

6.05 Uhr wecke ich langsam Chaostochter, streiche ihr sanft übers Haar, gebe ihr einen zärtlichen Kuss auf die Wange, nur aus der Küche scheint das Licht herein, sanft soll sie aufwachen.  Sie dreht sich zu mir herum und lächelt mich an, wie sehr ich diese Momente genieße. „Guten Morgen Engel“, flüstere ich ihr zu und sie schmiegt sich an mich. „Noch 5 Minuten Schatz, dann musst du aufstehen.“ Ich gehe zurück in die Küche und schalte die Senseo ein, lege ein Tab in den Träger und betätige den Knopf am Radio. Nur leise Töne gibt es von sich, wie oft schon sagten mir andere Menschen: „Du hast dein Radio aber leise. Da hört man ja gar nichts.“  Doch ich höre alles und uns reicht diese Lautstärke.  Nach 5 Minuten gehe ich erneut zur Chaostochter, sie ist nun schon etwas munterer, hat ihre kleine Lampe eingeschaltet und setzt sich auf . Wir nehmen uns  kurz in den Arm, spüren die Wärme zwischen uns und gehen anschließend in die Küche zum frühstücken. Chaostochter genießt ihre Cornflakes  und ich meinen Kaffee.

Nach dem Frühstück, gegen 6.35 Uhr begrüßt Chaostochter die Zwerge und geht dann ins Bad, ich räume währenddessen den Frühstückstisch ab.  Gemeinsam putzen wir etwas später die Zähne, waschen uns und die Haare werden gekämmt.  7.15 Uhr verlassen wir das Haus, da Chaostochters Klasse in der ersten Stunde zum schwimmen fährt und sie an diesen Tagen bereits um 7.25 Uhr statt 7.55 Uhr am Schulhof sein muss. Alles ist heute eine halbe Stunde eher als sonst.

Draussen ist es noch etwas dunkel, jedoch nicht mehr so dunkel wie noch vor einigen Tagen. Der Frühling kommt langsam, es wird früher hell. Unsere warmen Hände berühren sich und unsere Verbundenheit ist so stark zu spüren. Nie möchte ich meinen kleinen Engel hergeben.

Manchmal wünsche ich mir ich könnte die Zeit anhalten, denn irgendwann werde ich diese kleine zarte Hand nicht mehr in meiner Hand spüren, wenn wir draussen sind. Irgendwann wird sie vielleicht sagen: „Mama, ich bin doch kein kleines Kind mehr.“

Am Schultor verabschieden wir uns. Die nächsten Stunden werden wir uns nicht sehen. Momentan verabschiedet sich Chaostochter nach dem Küßchen gerne mit einem verschmitzten lächeln und den Worten: „Lieb sein Mama.“  „Ja das bin ich bestimmt“, antworte ich und sehe ihr nach wie sie zu ihren Freunden geht.

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4 Kommentare zu “ein Tag ohne Pause und dessen Folge (1/4)

  1. … so früh stehst du auf? Zum Glück brauche ich das nicht, denn dann wäre ich unleidlich. Morgens Radio geht gar nicht, wenn alle durcheinander reden, werde ich kirre …

    Ich bin gespannt, wie es weiter geht!

  2. @piri: Ja an den „Schwimmtagen“ mussten wir leider immer so früh aufstehen. An normalen Tagen ist alles eine halbe Stunde später. Zum Glück ist dies nun vorbei, die Schwimmstunde wurde mit dem neuen Stundenplan verlegt und ist nicht mehr so früh.
    Das Radio habe ich morgens auch erst seit etwa 1/2 Jahr an. Vorher konnte ich das nie. Wenn wir mehr als 2 Personen sind geht es auch nicht. Es ist wirklich sehr leise eingestellt und an manchen Tagen ist mir selbst dies noch zu laut, dann wird es noch leiser gestellt. Mir ist die Stimme des Moderators morgens irgendwie wichtig geworden. Man fühlt sich nicht so allein nach dem aufstehen.

    @bikebike: Ja am Wochenende schlafen wir länger. Heute sogar bis 9.30 Uhr. Na gut, ich habe solange geschlafen, die Kleine war bereits 7.30 Uhr wach.

    Gerade bin ich dabei den zweiten Teil zu verfassen, aber irgendwie fällt es mir heute nicht so leicht. Es fehlt mir das Gefühl zu der Zeit, irgendwie war da keins.

  3. Ich kann leises Radio am Morgen gar nicht haben, es muß schon laut genug sein, damit ich die Nachrichten akustisch verstehe (auch wenn ich nicht immer hinhöre). Also Zimmerlautstärke, würde ich sagen.

    10 Minuten Schulweg finde ich angenehm kurz. 🙂

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