Umgang mit der Kinderangst

Bei deiner Freundin hast du am Freitag ein kurzes Video auf y**tu*e gesehen, das dir große Angst gemacht hat. Du wolltest es mir unbedingt zeigen, damit auch ich mir ein Bild machen kann. Gemeinsam suchten wir besagtes Video und fanden es sehr schnell, da du dir relevante Worte gemerkt hast. Du schmiegst dich an mich um Schutz zu suchen und um das was du gleich erneut sehen wirst besser aushalten zu können. Wieder durchfährt dich ein großer Ruck als diese erschreckende Szene kommt, in meinem Arm zuckst du zusammen. Es war gut, das du mir das Video gezeigt hast, denn nur so können wir darüber reden. Ich versuche dir zu erklären das dies eine Computeranimation ist.

Du weisst bereits aus Büchern und aufklärenden Fernsehsendungen wie Fernsehen funktioniert und so kannst du das Gesagte besser verstehen. Du selbst versuchst zu erklären wie diese Animation erzeugt wurde. Dich beruhigt das ein wenig und doch beschäftigt es dich noch. Am Abend als du ins Bett gehst, bekommst du Angst, das du von diesem Erlebnis träumen wirst. In meinen Armen versuche ich dich zu beruhigen und gemeinsam suchen wir schöne Dinge an die du denken könntest, damit du ruhig in die Nacht kommst. Irgendwann lachen wir sogar herzhaft, weil unsere erfundenen Quatschgeschichten immer lustiger werden. Beruhigt und mit einem lächeln im Gesicht wünschst du mir dann eine Gute Nacht, nimmst deinen Teddy, Fieny und Max in den Arm und schließt die Augen. Als ich eine Stunde später zu dir ins Zimmer komme um das Hörspiel auszustellen und die Tür zu schließen lächelst du noch immer. Dieses Bild sauge ich in mir auf, weil es immer wieder ein wollig warmes Gefühl in meinem Herzen verursacht.

Am Samstag sprichst du das Video noch mehrmals an und vergewisserst dich immer wieder, das dies nur eine Animation ist. Immer wieder sagst du es und beruhigst dich selbst damit. Am Sonntag scheinst  es dich nicht mehr  so sehr zu beschäftigen. Als ich dich jedoch am Montag von der Nachmittagsbetreuung abhole sprichst du sofort wieder von dem Video, erzählst mir, dass deine Freundin glaubt es sei echt. Wieder plagen dich Zweifel, du weisst nicht wem du glauben sollst. Irgendwie weisst du das es nicht echt sein kann, doch der Glauben deiner Freundin verunsichert dich.

Am Abend nachdem du bereits ins Bett gegangen bist, kommst du plötzlich weinend und zitternd zu mir. Es lässt dich nicht los.  Die Angst ist wieder da und du weisst nicht wie du sie lowerden kannst. In meinem Armen wiege ich dich und lasse dich ausweinen. Du musst diese Angst loslassen und es ist gut so. Nie darfst du sie verstecken und hinunterschlucken! Nachdem deine Tränen ein wenig getrocknet sind mache ich dir den Vorschlag deine Wut aufzuschreiben, dem furchteinflößendem Bild aufzuschreiben was du von ihm hälst. Deine ganzen negativen Gefühle darfst du loslassen. Noch auf meinem Schoss, gebe ich dir den Schreibblog und einen Stift in die Hand. Ganz fest umklammerst du ihn und fängst an zu schreiben, Schimpfworte aufzuschreiben. Diesem Schreck sagst du was du von ihm hälst. Du schreibst Worte aufs Papier, die ich gar nicht von dir kenne, Worte die du sonst nie nutzen dürftest. Aber jetzt darfst du es, hier auf diesem Blatt darfst du all deine Wut rauslassen. Ich sage nichts, sondern lasse dich deine Gefühle und Gedanken aufschreiben.  Bin einfach da und gebe dir Halt. Bald ist das Blatt ganz vollgeschrieben, an der großen Schrift, kreuz und quer  erkennt man deine Gefühle die du zu Papier gebracht hast.

Jetzt möchtest du das Blatt zerreissen, den Vorschlag hast du schon gemacht bevor du angefangen hast zu schreiben. Du stehst auf von meinem Schoss, stellst dich fest auf den Boden, machst dich unbewusst ganz groß und  präsentierst diesem Schreck all deine Kraft die in dir steckt. Viele kleine Papierfetzen  liegen am Ende auf dem Boden, du hast losgelassen, deine Angst, deine Wut.  Noch ein klein wenig ist da, das spüre ich als du noch ein wenig hektisch alle Papierfetzen aufhebst und zusammenknüllst. Anschließend wirfst du diese Papierkugel mit voller Wucht in den Mülleimer und verschließt den Deckel. Ein großer Seufzer geht durch den Raum. Du bist erleichtert, du hast gespürt wie gut es tut die Gefühle zu benennen und loszulassen. Nun kannst du wieder entspannter ins Bett gehen. Nimmst deinen Teddy, Fieny und Max in den Arm und schließt deine Augen. Einen sanften Kuss auf die Stirn bekommst du noch von mir und ich verabschiede dich in eine hoffentlich schöne Nacht.

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