Brief, Telefon, SMS, E-Mail, MSN – Kommunikation kennt viele Wege

Es gibt heutzutage viele Möglichkeiten zu kommunizieren, wenn die Entfernung ein persönliches Gespräch nicht zulässt.  Gerade aus diesem Grund frage ich mich, warum es mir immer wieder passiert, dass Kontakte abbrechen.

Nun, ein gewisser Punkt ist vielleicht, dass ich manchmal etwas länger brauche um gewisse Aussagen zu erfassen und eine adäquate Antwort zu geben. Das liegt daran, dass ein Gespräch bei mir innerlich folgendermaßen abläuft: Die gehörten Worte werden in Bilder „umgewandelt“, alle Bilder müssen anschließend zusammengefügt werden, so dass innerlich ein Film entsteht, den ich mir immer und immer wieder ansehen kann. Darauf muss ich mich konzentrieren, es aufnehmen. Ein direktes Antworten fällt schwer, weil „der Film“ erst  angeschaut und gespeichert werden muss um auf das Gesehene reagieren zu können.  Eine „Filmproduktion“  strengt an und braucht viel Konzentration, die erstmal da sein muss. Manchmal geht es schneller, manchmal braucht es etwas länger. Es gibt auch Tage da ist es gar nicht möglich. (Im persönlichen Gespräch ist dies übrigens genauso, daher ist  kaum Augenkontakt möglich, ich suche einen Fixpunkt und die Konzentration fällt auf die inneren Bilder.) Bei Telefonaten kann mein Gesprächsparter nicht erkennen, das ich mich mit dem Gesagten befasse und hat vielleicht das Gefühl ich würde ihm nicht zuhören, da ich nicht direkt antworte.

Weniger Kraft braucht ein Telefongespräch in dem sachliche Informationen wie Termine oder gewisse Ergebnisse weitergegeben werden, wenn auch diese nicht leicht sind.

Personen in Bilder einzubinden (vor allem, wenn ich sie nicht direkt sehe) fällt mir sehr schwer. Ich habe von Personen meist kein inneres Bild egal wie lange ich sie bereits kenne. Es gibt daher in meinen Gedanken eine Person (Gestalt), die für alle einspringt um das  vom Gesprächspartner beschriebene Geschehnis für mich begreiflich zu machen. Diese „bekannte Person (Gestalt)“ ist etwas Vertrautes in einer unbekannten Situation.

Natürlich höre ich meinem Gesprächspartner zu, wenn er von sich erzählt und mir persönliche Dinge anvertraut, doch selten kann ich -aus oben beschriebenem Grund- direkt Lösungen anbieten.  Noch viel schwieriger ist dies, wenn ein Anruf unerwartet kommt. Bewährt hat sich daher die Methode mir kurz vor dem Anruf eine SMS zu senden, dann kann ich mich auf ein Telefonat einstellen, die Situation ist nicht unvorhergesehen und ich kann entspannter darauf  eingehen.

Der Schriftkontakt ist zumeist wesentlich einfacher und gerade auch der SMS-Kontakt hat sich für mich als gute Methode erwiesen. Die Information die ich bekomme ist meist kurz und für mich schneller nachvollziehbar, ich muss nicht erst wesentliches von unwesentlichem unterscheiden und kann schneller antworten, sofern es sich um Fragen an mich handelt. Eine reine Information nehme ich oftmals einfach wahr und antworte selten darauf bzw. gehe ich nicht immer ausführlich auf eine Information ein.  Auch dies führt  zu Missverständnissen. Der Absender hatte das Gefühl ich würde mich nicht dafür interessieren oder würde ihn gar ignorieren, was nicht beabsichtigt war. Doch für eine Reaktion auf eine Information fehlen mir zum Teil die Worte. Dies ähnelt einer Small-Talk Situation.

Eine SMS oder auch eine E-Mail ist meist die bevorzugte Methode die ich anwende um selbst Kontakt zu jemandem aufzunehmen.

Es darf nicht die einzige Methode bleiben das ist klar, denn es entwickeln sich auch dort Gespräche, die besser am Telefon oder persönlich zu besprechen sind, der schriftliche Kontakt vorher jedoch hat mich auf die Situation vorbereitet, es fällt mir leichter mich darauf einzulassen.

Leider sind alle bisherigen Bekanntschaften vermutlich genau aus dem Grund  der Kommunikationsschwierigkeit zerbrochen. Die Menschen pflegen einen persönlichen Kontakt, erwarten einen Anruf. Mir gelingt es auch nicht immer die Zeitabstände zwischen den Kontakten einzuschätzen, ich weiss nicht wann eine Kontaktaufnahme wieder wünschenswert ist. Es ist möglich, dass ich bereits nach einigen Tagen wieder Kontakt aufnehme, es kann aber auch passieren, dass ein Monat dazwischen liegt (oder sogar mehr). Mir fehlt hierfür das Zeitgefühl. Die Aussenwelt als Zeitfenster wahrzunehmen ist schwierig, da es in der Innenwelt kein Zeitfenster gibt. Es ist einfach ein Sein im Hier und Jetzt.

Eine gewisse Absprache wie, wir lesen/hören uns jeden Sonntag ist für mich besser einzuhalten. Der Kontakt wird in meiner Alltagsstrukturierung mit aufgenommen, was nicht heisst, dass er alltäglich und somit uninteressant wird.  So gab es Zeiten, da war die morgendliche SMS für mich wichtig. Sie gab mir das Zeichen, dass alles in Ordnung ist, das der Tag geregelt ablaufen kann. Auch der abendliche Anruf/das Gespräch  tat gut, egal wie lang es war. Wenn ein Gespräch dann mal ausfiel, dann reichte eben eine kurze SMS. Dieses Einhalten der Absprachen gibt mir die Möglichkeit, Kontakt aufrecht zu erhalten, da ich die Abstände zwischen den Kontakten nicht ohne Routine regeln kann.

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2 Kommentare zu “Brief, Telefon, SMS, E-Mail, MSN – Kommunikation kennt viele Wege

  1. Ein schöner Beitrag.
    Ich bin immer völlig aus dem Häuschen (im negativen Sinne), wenn ich jemandem eine SMS schreibe und derjenige dann zurückruft. Und muß mich dann schon etwas beherrschen, um halbwegs freundlich zu bleiben

  2. Es ist nicht einfach so wie ich genauso leben muss mit meinem.
    Gut dass du es an sprichst wie du dich dabei fühlst.
    Es bringt einem weiter und um den anderen zu verstehen zu geben warum udn nciht anders es ist.

    Ich werde lesen gerne bei dir.
    Um mehr zu erfahren.

    Ich wünsche dir und deine Familie ein schönes Wochenende
    danke für deinen Besuch bei mir.

    Liebe Grüsse Elke

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