2012? Weltuntergang? Wo ist unten ?

Gespräch mit Chaostochter:

Mama?  Meine Freundin L. fragte mich am Telefon ob ich Angst hätte vor Dezember 2012. Natürlich nicht, antwortete ich, warum denn auch. Dann sagte  L. das da die Welt untergeht.
Mal ehrlich Mama, das Weltall ist doch sehr groß. Unsere Erde ist im Weltall, viele Planeten gibt es dort, es gibt kein oben oder unten. Wie bitte soll die Welt untergehen? Wo ist unten?
Das ist doch Quatsch! Ich habe im Dezember 2012 Geburtstag und ich freue mich darauf .  So einen Blödsinn glaube ich nicht! Im Weltall gibt es kein unten, darum kann die Welt auch nicht untergehen! Natürlich wird sich immer vieles ändern auf der Welt. Vor 1000 Jahren kannte man auch noch keine Autos. Aber untergehen? Nein Mama
, das kann die Welt nicht. Das glaube ich nicht, denn unten gibt es im Weltall nicht…. Oder?

 

Manchmal habe ich das Gefühl, das Chaostochter auch einige autistische Tendenzen aufweist, hier fällt mir beispielsweise das wörtlich nehmen von Aussagen auf.  Schon im Kindergartenalter sprachen Erzieherinnen mich darauf  an.  Andere Merkmale sind unter anderem :   Überempfindlichkeit bei Gerüchen und Geräuschen, spezialisieren auf bestimmte Themen, bestätigte Hochintelligenz Schwerpunkt: Logik und Sprache, strikte Einhaltung von Routinen, Wutausbrüche bei Überforderung  etc.  Es kann aber auch sein, das es bei ihr einfach so ist, weil sie von klein auf mit Routinen aufgewachsen ist, ich selbst alle Gerüche und laute Geräusche meide und sie somit auch nie überreizt wurde.
Denn gegen autistische Merkmale spricht, das sie mit sozialen Kontakten in der Schule keine Probleme hat. Sie ist gut integriert in der Klasse, macht auch mündlich gut mit (meist auch übermütig – möchte immer dran sein und ihren Beitrag vortragen) hat Freunde und ist dort auch recht lebhaft. Nur mit Fremden, Verkäufern etc. spricht sie nicht gern. Sie braucht besondere Aufmunterung wenn sie beispielsweise an der Käse- oder Wursttheke etwas bestellen soll oder auf dem Basar nach einem Preis fragen möchte. Wenn sie von Nachbarn oder ihren ehemaligen Erzieherinnen angesprochen wird, weiss sie nicht zu antworten und versucht diese Situationen möglichst zu vermeiden.  („Oh Mama da vorne ist Frau R. können wir woanders lang gehen? Ich weiss immer nicht was ich sagen soll, wenn sie mich etwas fragt.“) Aber das ist vielleicht  bei Kindern auch alles noch normal.

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5 Kommentare zu “2012? Weltuntergang? Wo ist unten ?

  1. Würde mir nicht ernsthaft Sorgen darüber machen, sondern es eher als Charaktereigenschaft hinnehmen. Dieses Verhalten kommt mir von meinem älteren Bruder sehr bekannt vor. In seiner Kindheit war er schon so, und bis heute ist er damit überfordert, eine adäquate Nachricht auf dem Anrufbeantworter zu hinterlassen, weil ihn das so unvorbereitet trifft, dass der rangeht. Das sind dann eben Kinder, die später mal Mathe, Informatik, Physik o.Ä. studieren und es perfekt beherrschen, wobei aber mitunter andere Fähigkeiten (beispielsweise soziale Kompetenz) auf der Strecke bleiben. Wäre es nicht langweilig, wenn wir alle Allrounder wären? Vielleicht ändert sich das ja aber auch noch in einigen Jahren.

  2. Ich denke auch, daß es nicht zwingend sein muß.
    Allerdings geht es mir auch ein wenig wie Werner (http://www.as-tt.de/html/ich_bin_aspie__.html, Punkt ), auch ich habe meinen Vater in Verdacht, ein Aspie zu sein. Eine genaue Diagnose ist mir bei uns beiden aber nicht bekannt. Also: keine Ahnung, ob Aspie-Kinder diese Verhaltensweisen erlernen. Im allgemeinen war aber eher mein Vater meine Bezugsperson in der Kindheit als meine Mutter. Vielleicht weiß Deine Therapeutin darüber mehr?

  3. Hallo,
    allzu große Sorgen mache ich mir nicht, solange sie in der Schule und im Sozialverhalten nicht weiter auffällig ist.
    Es kann gut sein, das es nur Charaktereigenschaften von ihr sind. Wenn sie damit weiterhin so gut umgehen kann, ist es auch völlig in Ordnung. Wichtig ist mir nur gewisse Dinge festzuhalten, falls es später einmal Fragen dazu gibt. Selbst wenn sie autistische Tendenzen hat dann sehen wir es eben wie Hans Asperger:
    „Es scheint uns, als wäre für gewisse wissenschaftliche oder künstlerische Höchstleistungen ein Schuss Autismus geradezu notwendig.“

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