nächtlicher Rückzug

Momentan treten wieder häufiger Träume auf, die mir zeigen,  das es anstrengend ist täglich an seine Grenzen zu kommen. Die nächtlichen Szenen spiegeln mein Inneres wieder, ich erlebe die autistische Welt und es ist meine Welt. In diesen Träumen bin ich ich selbst, agiere so wie es mir gut tut, egal was die Aussenwelt denkt.  Verfalle in diesen Träumen in Muster, die ich im realen Leben nicht komplett ausführe, manchmal aber gerne ausführen würde.  Die Träume  zeigen mir,  wer ich wirklich bin. Natürlich kann ich nicht ausleben was ich dort erlebe , denn es würde mich von der Aussenwelt absolut abschotten.  Es ist einfach eine Möglichkeit zumindest in der Nacht das alltägliche  „anpassen müssen“ auszublenden.

In meinen Träumen bin ich stumm, rede nicht.  Bin ganz in mir . Wer sehr einfühlsam ist, zeigt das er sich wirklich für mich interessiert, entlockt mir Worte, darf teilhaben an meiner Welt . Sobald eine dritte Person hinzu kommt verstumme ich, gehe aus der Situation, ziehe mich zurück an abgelegene Orte, kauer mich in Ecken, suche Schutz oder lege mich auf eine Wiese, die allerdings von der Welt  draussen durch Glasscheiben getrennt ist  und sehr abgewinkelt, geschützt durch Büsche und Bäume, liegt. Ich  knete meine Taschentücher oder fühle einfach das Gras an meinen Handinnenflächen. Meine Körperhaltung ist meistens klein, zusammengekauert, eingerollt, die Knie an der Brust die Arme davor, manchmal schaukelnd, manchmal still, die Augen abwesend.  Nur auf der Wiese, da liege ich am Rande mit ausgebreiteten Armen auf dem Bauch, streiche über das Gras. Sollte sich jemand zu mir setzen, rolle ich mich wieder ein. Komme nur aus mir heraus, wenn die Person ruhig und sensibel mit mir umgeht. In meinen Träumen würde vermutlich jeder der mich sieht sofort sehen „Sie ist autistisch.“  Das bin ich auch. Nachts vielleicht viel mehr.  Da darf ich es sein, muss mich nicht anpassen, mich selbst verstecken. 
Taucht einer dieser Träume auf,  ist es ein  Zeichen für mich, dass ich mich überfordert habe in der Welt hier draussen.

Advertisements

3 Kommentare zu “nächtlicher Rückzug

  1. Ich würde Dich ja jetzt gern mal in den Arm nehmen, wenn Du hier wärst (und es Dir recht wäre). So bleibt mir nur, Dir zu wünschen, daß Du bald auf andere Gedanken kommst.

hinterlasse deine Meinung

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s