Beobachtungen, Erkenntnisse und Zweifel

Zeitversetzt! – Gedanken am Tag der Therapie

Die Therapiestunde ist nun schon einige Stunden her. Sie hat mich aufgewühlt, und lässt mich zweifeln. Zweifeln an mir selber. Anfangs knüpften wir an die letzte Stunde an und besprachen kurz noch einmal ein Beispiel für Small Talk. Mit meinem Einverständnis holte die Therapeutin Chaostochter mit ins Gespräch. Es sollte eine Übung für mich werden, sie würde mit Chaostochter Small Talk führen und ich würde beobachten und versuchen mich einzubinden. Das einbinden hat nicht so recht funktioniert, aber dafür die Beobachtung, beziehungsweise das Wahrnehmen des Gesagten. Chaostochter antwortete meines Erachtens nach auch immer ziemlich zielgerichtet, sofern sie eine Antwort wusste. Die Therapeutin ging auf das Gesagte ein und stellte Gegenfragen, sie zeigte Interesse an den Aussagen. Teilweise wechselte das Thema. Nach netter „Aufforderung“ der Therapeutin stellte Chaostochter mir zwei Fragen und nahm meine Antwort zur Kenntnis. Sie hatte keine Gegenfragen. Von sich aus richtete sie nur zwei Fragen an die Therapeutin , jedoch unabhängig vom Thema, ansonsten gab sie ausnahmslos Antworten. Die erste Frage von Chaostochter an die Therapeutin war:  „Welche Talente haben Sie?“ Daraus ergaben sich wiederum kurze Gesprächsthemen, irgendwann mitten im Gespräch richtete Chaostochter ihr Augenmerk auf ein weibliches Anatomie Modell , das im Raum der Therapeutin steht. „Die Frau sieht aber komisch aus.“ Die Therapeutin erklärte ihr sehr gut und detailiert das Modell und Chaostochter zeigte großes Interesse. Fragte hier auch viel nach, meistens mit den Worten  „Was ist das?“ Anschließend war die Stunde beendet und in der nächsten Woche werden wir wohl reflektieren.
Was mir von dieser Stunde jedoch am meisten in Erinnerung geblieben ist, sind einige Aussagen die Chaostochter getroffen hat, sie lassen mich an mir selbst zweifeln und erschüttern mich. Zu hören, wie Chaostochter mich wahrnimmt fand ich teilweise sehr erschreckend. Einige Dinge nahm ich als kleine „Notlüge“ wahr, dies bestätigte mir Chaostochter auch später, andere Dinge jedoch beunruhigen mich sehr. Sicher gab es auch positives, beispielsweise das der Papa „das Talent“ hat mit materiellen und finanziell abhängigen Dingen Chaostochter eine Freude zu bereiten und Mama es auch völlig ohne Geld schafft (Beispiel: Waldspaziergang), dennoch beschäftigt mich diese eine Wahrnehmung die Chaostochter hat, sie bereitet mir Sorge . Ich muss versuchen anders zu handeln, damit Chaostochter diese Wahrnehmung nicht mehr hat, oder darf ich ihre Aussage nicht zu ernst nehmen? Nun warte ich auf die nächste Therapiestunde, damit ich meine Eindrücke reflektieren kann. Es kann ja gut sein, das die Therapeutin eine andere Beobachtung gemacht hat und „dieser einen Aussage“ wenig Beachtung schenkt. Diese innere Unruhe muss ich nun wohl bis dahin ertragen.

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2 Kommentare zu “Beobachtungen, Erkenntnisse und Zweifel

  1. Hallo Chaosmama

    was ich zwischen den Zeilen herauslese ist, dass ihr eine sehr gute Beziehung zueinander habt!

    Ihr seid offen zueinander, vertraut Euch, unternehmt viel miteinander, pflegt Rituale.

    Das Wohl der Chaostochter ist für dich sehr wichtig.

    Denkmal an die wertvolle Botschaft, die deine Tochter dir geschrieben hat!!!!
    Sie liebt dich und weiss dass sie geliebt wird!

    Wir haben alle unsere Ecken und Kanten die den andern nicht immer nicht passen.

    Ich glaube es ist gut so wie es ist zwischen euch zwei 🙂

    Und nein, meine zwei Jungs empfinden mich oft nicht so wie ich mich selbst wahrnehme und deshalb war ich schon oft traurig und verzweifelt.

    Liebe Grüsse

    • Danke für Deine Worte Claudia. Vermutlich hast Du Recht. Meine Therapeutin hat mir dies auch schon des öfteren gesagt. Sicher wird sie in der nächsten Stunde wieder einen ähnlichen Wortlaut haben wie Du.

      Es ist für mich noch sehr schwer, das Postive zu sehen. Jeder kleinste negative Punkt lässt mich noch immer schnell an mir zweifeln. Vermutlich spielt da meine Erfahrung eine große Rolle.

      Nachdem ich nun, dank deiner Worte, noch einmal nachgedacht habe, glaube ich das Chaostochter vieles wie Rituale, Gewohnheiten, Spaziergänge etc. als „selbstverständlich“ (kein gutes Wort dafür) ansieht. Diese Sache die sie ansprach hat sie vermutlich jetzt in den Ferien, wo wir 24 Stunden zusammen sind, stärker beobachtet und da es nichts „selbstverständliches“ ist brachte sie es zur Sprache. *hoff*

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