vom Gefühl hilflos zu sein

Die letzte Nacht war sehr kurz.  Meiner Freundin geht es schon sehr lange sehr schlecht. Wir kennen uns seit 12 Jahren, sind durch viele Höhen und Tiefen gegangen, sie ist mehr als nur eine gute Freundin. Der einzigste Mensch, der mich von Anfang an so akzeptiert hat wie ich bin.

Einige Male schon, glaubte sie , sie sei an der Grenze ihres Lebens angekommen.  Sie hatte keinen Mut mehr, keine Kraft. Gemeinsam gelang es uns, wieder ein Ziel zu sehen.  Zu erkennen wozu das Leben noch lebenswert ist.

Doch heute Nacht schaffte ich es nicht sie soweit zu beruhigen, dass ich guten Gewissens hätte ins Bett gehen können, ich musste die Polizei anrufen.
Sie wohnt 500km von mir entfernt und ich sah keinen anderen Ausweg.  Sie ist mir einfach zu wichtig, als dass ich sie verlieren möchte.

Was dann geschah weiss ich nicht. Gegen 0.25 Uhr rief ich die Polizei, etwa 0.40 Uhr bekam ich meine Freundin nach vielen Versuchen noch einmal ans Telefon. Ich sagte ihr nicht das die Polizei auf dem Weg zu ihr ist. Um 0.48 Uhr brach das Gespräch plötzlich ab. Ich recherchierte noch nach der Telefonnummer  ihrer ambulanten Therapeutin und sprach dieser noch aufs Band.  Bis 3.00 Uhr nachts lag ich wach und der anschließende Schlaf war sehr unruhig.  Heute morgen versuchte ich meine Freundin zu erreichen, doch niemand ging ans Telefon.

So bat ich Steel um Rat, ob ich die Polizei noch einmal anrufen könne, um zu erfahren wie der Fall ausgegangen ist, oder ob ein weiterer Anruf Mißbrauch der Notrufnummer wäre.  Steel antwortete mir sehr schnell und gab mir den Rat die örtliche Leitstelle anzurufen, nicht die 110.   Ich bekam die Nachricht, dass meine Freundin im Krankenhaus ist.  Ich hoffe sehr, dass sie bald die Möglichkeit hat sich bei mir zu melden und sie nicht böse auf mich ist.  Ich wollte nur das Beste für sie, als ich die Polizei rief.  Meine Gedanken sind bei ihr.

Danke noch einmal an Steel für die schnelle Antwort !

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4 Kommentare zu “vom Gefühl hilflos zu sein

  1. Sie ist noch immer in der Klinik, der Kleine ist bei Bekannten untergekommen.
    Am Nachmittag nach der Einlieferung konnte ich sie per SMS erreichen, am nächsten Abend rief sie mich noch einmal an. Sie war mir nicht böse, ich denke sie hat verstanden, dass es richtig war. Zwei Tage später fragte ich nach wie es ihr ginge, da ging es ihr noch sehr mies. Acht Tage lang habe ich dann nichts mehr gehört, bis wir heute Vormittag dann wieder ein paar Worte per SMS gewechselt haben.

    Ich hoffe sehr, sie findet wieder Lebensmut und schafft es aus diesem Tief heraus.

  2. Pingback: Fortschritte!? « das Leben einer etwas anderen Kleinfamilie

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