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Urlaub vs. Umzug

“Natürlich freue ich mich sehr, aber ich bin auch etwas verwundert, dass ihnen der Urlaub so gut getan hat. Die lange Fahrt, die fremde Umgebung, die fremden Menschen, ich hatte die Befürchtung sie muten sich zuviel zu. Gerade im Rückblick auf den Umzug. Wieviel Kraft es ihnen abverlangte.  Wie schwer und anstrengend die Veränderung  für sie war. (…)”

Natürlich war es nicht einfach für mich, mich in den Bus zu setzen, eine Fahrt von 6 Stunden und 40 Minuten hinter mich zu bringen um dann in einer für mich fremden Umgebung ein paar Tage zu verbringen. Es liefen dafür einige Vorbereitungen ab, wie Mailkontakte und – unter anderem – das zusenden von Fotos der fremden Umgebung oder das kennenlernen der Haltestelle und Umgebung einige Tage vor Abfahrt. Und ehrlich gesagt so spontan war es gar nicht, denn im Kopf war ein Treffen schon seit etwa 1,5 Jahren in Planung. Soviel hat mir dieser Mensch schon gegeben und ich wollte diesen Menschen und seine Familie unbedingt einmal persönlich kennenlernen. Genau ein Jahr vor diesem Treffen war schon einmal ein persönliches Kennenlernen geplant, musste aber wegen der damaligen Wetterlage spontan abgesagt werden.

Der Umzug bedeutete das aufgeben meines Schutzraumes. Das gewöhnen müssen an eine neue Umgebung ohne in mein gewohntes Umfeld zurückkehren zu können. Keine “Flucht”möglichkeit mehr haben. Ein Urlaub ist ein “abwesend sein” des gewohnten Umfelds für eine geplante Zeit. Ein kurzes ausbrechen aus dem Alltag mit dem “Anker” im Kopf stets zurückkehren zu können. Und wenn der Urlaub dann so gut geplant ist wie dieser, wenn ich sicher bin zu Menschen zu kommen die Verständnis haben, wenn ich auch (Mutter)pflichten ablegen kann, dann bietet er zudem die Möglichkeit vom Alltag Abstand zu nehmen und Kraft tanken zu können.

Das jetzige Kennenlernen verlief zudem leider auch nicht ganz ohne “Hindernisse” ab. Die lange Fahrt, die Anstrengung, die vielen neuen Eindrücke all das führte am ersten Tag zum Overload, was mir im Nachhinein auch für meine Gastgeber leid tat. Die Hilflosigkeit in dieser Situation möchte ich niemandem zumuten.
Ich hatte noch keinen Rückzugsraum – nicht weil er nicht gegeben war, sondern weil er noch nicht vertraut war, noch kein “zur Ruhe kommen” zuliess.  Ich kam schon mit Kopfweh und Übelkeit an, im Nachhinein gesehen schon auf der (ziemlich) grünen Wahrnehmungsstufe, wollte es aber verdrängen. Da sein. So liebevoll wurde ich empfangen und so herzlich aufgenommen.  Leider kippte es dann irgendwann doch. Der Overload war nicht mehr aufhaltbar.

Die nächsten 1,5 Tage waren toll. Spaziergänge zu zweit, gute Gespräche, Natur, Kinderfreude, Herzlichkeit. (Viel zu) Schnell kam der Abschied und selbst noch in den letzten gemeinsamen Minuten gab es  Hilfestellung durch meine Gastgeberin. ;-) Danke.

Ich spürte an diesem Tag aber auch schon, dass ein weiterer Tag mehr Rückzug zur Folge gehabt hätte. “Familienalltag” anstrengender wurde und ein Nur-Ich-Tag,  mit vielleicht ein bis zwei (Draussen-) Stunden zu zweit, nötig wären.  All das erlebte, gesehene wollte verarbeitet werden. Das “im Geschehen” bleiben wurde anstrengender, die Reize intensiver wahrgenommen, kaum noch filterbar zwischen visuell und auditiv. Ein überlappen der Sinnesreize so dass viel Konzentration aufgebracht werden musste sich auf nur eines zu konzentrieren um mich nicht im Kopf-Bilder-Chaos zu verirren.

Es war ein toller Urlaub. Eine wunderbare Auszeit. Ein erleben von Verständnis und ich bin dankbar dafür und dankbar das ich diesen Schritt gewagt habe. Missen möchte ich den Urlaub/ das Kennenlernen nicht und freue mich auf Wiederholung oder  (mit bestimmten Voraussetzungen) Gegenbesuch.

*

(Der Overload der in der Woche nach dem Urlaub folgte war sicherlich so intensiv [im Rückblick gesehen einweisungswürdig/ ärztliche Begleitung {Medikamente} notwendig]  weil ich daheim sofort wieder im Terminchaos/ Alltagschaos landete und all das Erlebte noch nicht verarbeitet und trotz positivem Erlebnis auch Anstrengung war. )

Das ist mein Platz!

Vor einigen Tagen war M. zum Kaffee hier. Während ich in der Küche den Kaffee aufbrühte setzte M. sich bereits ins Wohnzimmer. Das Herzkind, das extra für diesen Nachmittag auf dem Schulheimweg Kuchen mitbrachte deckte den Tisch ein.  Als sie ein zweites Mal zu mir in die Küche kam teilte sie mir mit, dass M. sich auf meinen Platz gesetzt hat.  Es war gut, das ich gleich  Bescheid wusste, nahm die Worte auf, atmete tief ein und aus und sagte dem Herzkind erstmal “Ist ok. Sie ist ja der Besuch.”
Ich habe mittlerweile gelernt das der Besuch “Vorrang” in vielen Dingen hat. Der Spruch “der Kunde ist König” zählt in diesem Fall wohl irgendwie auch.  Obwohl Besuch ja eigentlich kein Kunde ist. Wobei, vom eigenen Gefühl her, es ihm recht machen wollen etc. ist es schon fast ähnlich. Aber das ist ein anderes Thema. Zu oft wurde ich schon missverstanden wenn ich etwas beanstandete (wie beispielsweise die Aussage, dass ich einen Platz für mich beanspruche).  M. weiss, das ich meinen Platz habe und hat sich  bewusst dorthin gesetzt. Sie sagte: “Jetzt hat *das Herzkind*schon  *gepetzt*, ich wollte doch wissen, was du sagst.”
Ich hätte nichts gesagt. Ich hätte es auch dann ausgehalten. Wäre vielleicht nochmal kurz aus dem Raum gegangen um es gedanklich einsortieren zu können. Diese Dinge (Provokationen?) machen unsere Treffen manchmal schwierig.  Ich fühle mich dann in meinem Sein nicht akzeptiert. Höre innerlich Worte von früher in meinem Ohr:  “Du kannst es doch aushalten, also verstehe ich nicht wo das Problem ist.”
Ja, ich kann es aushalten, weil ich dann  schweige. Weil ich es aushalten muss. Aber es fordert Kraft. Es macht Begegnungen schwierig. Nimmt Sicherheit und  im Kopf beschäftigt es mich sehr stark.
In diesem Fall immer wieder die Gedanken “Sie sitzt auf meinem Platz Wann geht  sie wieder. Wann darf ich dort wieder  sitzen? Wird der Platz dann immer noch ein Sicherheitspunkt für mich sein oder verändert er sich?  Von hier aus ist mein Blickwinkel anders. Es fühlt sich nicht gut an. Ich fühle mich unwohl.  Es fordert Kraft. Sie soll gehen. Wenn sie aufsteht, möchte ich mich dorthin setzen. Auf meinen Platz. Aber ich darf nicht. Muss mich stark kontrollieren. Es fühlt sich nicht gut an. Ich MUSS es aushalten, muss konzentriert bleiben. Es fordert mich sehr stark. Gedanklich und  gefühlsmäßig. Es ist falsch. Es ist unsicher.”
Der Kopf war das ganze Treffen über mit meinem Platz beschäftigt, hinzu kamen neue Gesprächsthemen. Es war eine Doppelbelastung die sich hätte vermeiden lassen können. Soviel im Kopf. Soviel Gedankenschwurbel, fehlende Bilder, neue Bilder, falsche Bilder. Und dann muss ich aufpassen, dass ich da bleibe. Nicht im “in mir”  verschwinde, weil soviel Kraft erforderlich ist.
Und am Schluss sehen andere nur: “Es geht doch. Hab dich doch nicht immer so.”
Was ich dafür geben musste das es ging, das sieht niemand.
Sie schließen die Tür hinter sich und in mir platzt der Overloadknoten.

Januar-Rückblick

Die ersten zwei Wochen waren noch geprägt vom anstrengenden Dezember. Mein Kraftbalken lief stets auf Reserve.  Raus gehen war (und ist noch) ein großes Problem. Einfach, weil ich versuch(t)e die Aussenreize so minimiert wie möglich zu halten. Es gab Tage, da konnte ich nicht einmal mehr in den Keller gehen um die Waschmaschine anzustellen. Mir hätten Nachbarn begegnen können und das wäre mir einfach schon zuviel gewesen.

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Ein Termin beim Hausarzt stand seit langem mal wieder an. Die Schilddrüsenmedikamente müssen wieder angepasst werden. Ich mag die Termine beim Hausarzt nicht und bin sehr froh, dass ich da nicht so häufig hin muss.  Wäre ich oft krank würde ich wohl den Arzt wechseln. Das Blutabnehmen übernehmen die Schwestern dort im Labor, das ist noch gut erträglich, aber ins ziemlich chaotische Arztzimmer zum Arzt den ich absolut nicht einschätzen kann, der merkwürdige Fragen stellt und manchmal für mich unverständliche Aussagen macht gehe ich ungern.

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Im Mai würde meine EU-Rente auslaufen, daher schickte mir die RV, schon im Dezember, einen Verlängerungsantrag. Diesen konnte ich erst im Januar ausfüllen, da es doch auch erschöpfte. Sich so genau mit sich selbst beschäftigen, wirklich nachspüren wie es tatsächlich ist fordert ziemlich Kraft.
Nur 11 Tage nach absenden des Verlängerungsantrags bekam ich die Weiterbewilligung bis Mai 2016. Von der Schnelligkeit der Bearbeitung war ich doch ziemlich überrumpelt. “Schwarz auf weiss”zu sehen wie beeinträchtigt ich bin und das arbeiten nicht möglich ist, ist kein schönes Gefühl. Auch wenn ich weiss, dass es richtig ist so. Ich bin nicht stolz darauf auf den Staat angewiesen zu sein.

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Durch einige Zufälle fielen Anfang der vierten Januarwoche mehrere Termine aus. Weil ich bemerkte dass ich wirklich am Ende mit meiner Kraft war und auch die Option in die Klinik zu müssen um den Balken wieder aufzufüllen “im Raum stand” machte ich einen cut. Entweder Klinik oder diese Tage ohne Termin nutzen und mir quasi einen Klinikalltag zu Hause erschaffen. Ich entschied mich für letzteres.

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Gefühlsmäßig würde ich sagen taten die Auszeittage gut. So gut, dass ich nun sagen kann ich habe Kraft mich auf ein “Abenteuer” einzulassen. Ich habe gestern tatsächlich eine Fahrt über ein komplettes Wochenende gebucht und werde zu einer lieben Leserin fahren. Ganz bewusst ohne das Herzkind. Es wird ein Wochenende für mich werden. Für uns. Zum noch besseren kennenlernen, zum persönlich danken können und zum “ich sein”- weil sie es mir ermöglicht! Ich könnte dafür jetzt schon Danke sagen. :-)

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Das Herzkind hat den Vorlesewettbewerb der Schule gewonnen und wird Ende Februar im Kreis- und Stadtentscheid gegen die Gewinner anderer Schulen antreten. Über ein paar gedrückte Daumen würde sie sich freuen.
(Sollte sie den Stadtentscheid gewinnen würde es im März/April zum Bezirksentscheid gehen, anschließen “kämpfen” die besten Vorleser/innen jedes Bundeslandes von Ende April bis Mitte Mai um den Landessieg. Die 16 Landessieger werden zum großen Finale am 2. Juli nach Berlin eingeladen. [Und nach Berlin wollten wir gerne mal.] )

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Es gibt noch drei Mails die ich beantworten muss/möchte. Es tut mir leid, dass ich da nicht immer sofort antworten kann. Kommunikation ist auch schriftlich manchmal nicht so einfach.
Ich habe mich im Januar um ein anderes Herz”projekt” kümmern wollen/ gekümmert, bei dem ich einige Mails schreiben musste und meist war anschließend meine Konzentration aufs schreiben und verfassen von Wörtern/Sätzen ausgeschöpft.

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Ich vermisse die Natur. Aber wie oben schon beschrieben ist rausgehen gerade schwierig. Um in die Natur zu kommen müsste ich einige Hindernisse überwinden. Ich müsste es schaffen vor die Tür zu gehen, ich müsste durch den Strassenverkehr und mit öffentlichen Verkehrsmitteln fahren. Ich muss mich auf neues einlassen. Die “Angst” vor dieser Reizüberflutung lässt mich meist schon im Flur wieder einen Rückzieher machen. In der ehemaligen Wohnung brauchte ich nur hinters Haus zu gehen. Dort gab es eine Allee, ganz ohne Autos und Lärm. Manchmal tat es gut diese auf und ab zu gehen und ein wenig draussen zu sein.
Meine Assistenz hat mir nun vorgeschlagen einen unserer nächsten Termine zu nutzen um mit dem Auto hinaus in den Wald zu fahren. Ich bin sehr dankbar über diesen Vorschlag, habe ich doch gerade auch in den Momenten wo ich spürte meine Kraftreserven gehen zu neige, darüber nachgedacht mich jedoch nicht getraut zu fragen. In der Natur kann ich ein wenig Kraft schöpfen. Schon als Kind bin ich immer in den Wald gegangen, weg von der Zivilisation, dem Stress den andere Menschen aussenden und verursachen, den Bedrängungen und nicht flüchten können wenn es mir zuviel wird.

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Ich würde gerne mehr bloggen, aber mir fehlen oft die Themen und Worte. Vermutlich liegt das auch an meinem Gedanken, es sollte dann immer ein guter Text sein und nicht nur ein paar dahin geschriebene Worte – ohne Erklärung und schwierig zu erfassen, weil der Bezug fehlt.

Heute (17-01-2014) um 20.15 Uhr zeigt Einsfestival den Film “im Weltraum gibt es keine Gefühle“.

Simon hat Asperger-Syndrom und ist im Umgang mit anderen Menschen alles andere als einfach. Als er sich mit seinen Eltern zerstreitet, beschließt der 18-Jährige, zu seinem Bruder Sam zu ziehen. Nachdem er sich dort einquartiert hat, dauert es nicht lange, bis er Sams Freundin mit seinen Obsessionen und Ticks vergrault hat. Um seinen Bruder zu trösten, beschließt er, ihm eine neue Freundin zu “besorgen”. Doch das erweist sich als schwierig.

Quelle: Website Einsfestival

 

 

Ich selbst habe den Film noch nicht gesehen, er hat aber gute Rezensionen und daher bin ich gespannt wie das Thema Autismus aufgegriffen wurde.

Stelle Dir vor, du stehst in der Mitte einer stark befahrenen, dreispurigen Autobahn. Große, kleine, gelbe, rote, blaue, grüne Fahrzeuge mit Licht, ohne Licht, mit neonfarbener Werbung, diversen Aufschriften – einfach die gesamte Farbpalette an Kraftfahrzeugen rauscht in sekundenschnelle an Dir vorbei. Hinzu kommen die diversen Fahrgeräusche von vorne, hinten, links und rechts. Mitunter ein ärgerliches, ohrenbetäubendes hupen, weil Du ja mitten im Weg stehst.  Nicht zu vergessen die zwischendurch schrillen Sirenen der Einsatzfahrzeuge.
Stelle Dir nun vor dies müsstest Du täglich bis zu dreimal erleben. Wie lange hältst Du es aus?  Schaffst Du es dreimal täglich für jeweils 15 Minuten? Schaffst Du es länger? Wie viel Pausenzeit würdest Du zwischendurch benötigen bevor Du Dich wieder dem Stress aussetzt? Wie viele Tage hintereinander schaffst Du diese Prozedur? Eine Woche, ein Monat, ein Jahr?

Du denkst niemand würde sich diesem Stress aussetzen? Da irrst Du Dich. Ich erlebe ihn fast täglich. Beim Besuch im Supermarkt,  beim Gang durch die Stadt, in Geschäften, bei der Fahrt mit öffentlichen Verkehrsmitteln, kurz gesagt bei jeder Form von Menschenansammlungen. Das oben beschriebene ist meine Wahrnehmung in diesen Situationen. Ungefiltert stürzt alles auf mich ein.  Vorbeigehende Menschen sind die “Fahrzeuge”. Ihre Unterhaltungen der “Verkehrslärm”, ihre Kleidung und die Farben der Umgebung die bunte Farbpalette. Es strengt an. Wahnsinnig an.
Und darum gibt es Tage da ist ein Gang nach draußen einfach nicht möglich.  Da ist schon das zappelnde Kind neben mir eine Herausforderung, die Stimmen aus dem Fernseher keine Minute ertragbar und der Tag nur aushaltbar mit Ohropax, Sonnenbrille und Rückzug unter die Decke.

Derzeit besitze ich drei unterschiedliche Karten um – gerade in kommunikativ schwierigen Momenten – auf meinen Autismus hinzuweisen. Die erste Karte befindet sich direkt im durchsichtigen Schuber der Gesundheitskarte. Sie ist dementsprechend für das Arztpersonal, Ersthelfer etc. sofort sichtbar.

Pat-Info

Die zweite Karte habe ich griffbereit in der Handtasche. Diese ist für eventuelle Notsituationen im öffentlichen Raum vorgesehen.

Notfall Passanten

Die dritte Karte ist eine Verständigungskarte für meine Assistenz und mich.  Sie dient dazu einschätzen zu können wie die derzeitige Verfassung ist. Hierfür haben wir auch zwei kleine Karten “gelb” und “rot”. Die Farbe der Karte steht für die jeweilige Wahrnehmungsstufe bzw. dem Hinweis “ich nähere mich sehr stark der gelben/roten Stufe”. So ist es möglich, beispielsweise außerhalb der Wohnung  einfach nur die gelbe oder rote Karte zu zeigen um sie wissen zu lassen, dass ich aus der Situation heraus muss/ Hilfe benötige. Derzeit ist das selber erkennen der Stufen und das rechtzeitige hinweisen noch schwierig, die Assistenz hat aber gute “Antennen” und fragt dann nach, was es mir leichter macht, bzw. mich darauf hinweist in mich zu spüren wie es gerade ist.

Karte OVL

Diese Karte befindet sich sowohl verdeckt auf dem Küchentisch als auch in meinem Portemonnaie um eventuell noch einmal die einzelnen Stufen abzuschätzen oder auch im ungünstigsten Fall fremde Menschen (beispielsweise) bei plötzlichem Klinikaufenthalt etc. wissen zu lassen, wie die Verfassung gerade ist und was hilfreich sein kann.

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Der Mittwoch- oder auch NeujahrsAbend hatte es dann doch noch ziemlich arg in sich. Irgendwann kam der Punkt und ich brach innerlich zusammen oder auch auseinander, wusste weder vor noch zurück und hatte gänzlich die Orientierung verloren. Ein Meltdown (Nervenzusammenbruch aufgrund Überforderung). Ich habe kaum mehr Erinnerung daran, als wäre eine Sicherung “durchgebrannt”. Die Sicherung die eigentlich gut abgeschirmt ist und daher zum Glück lange nicht mehr komplett “durchgebrannt” ist. Der Meltdown äußerte sich im zusammenbrechen, sich schlagen, den Kopf gegen die Wand hauen, das Chaos loswerden wollen.

Normalerweise gibt es Vorboten, die ich wahrnehme, da sind zum einen einzelne Symptome wie Kopfschmerzen, innere Unruhe, noch stärkere Licht-, Geruch-, Geräusch- und Berührungsempfindlichkeit, Weglaufgedanken, stärkere Gereiztheit und ähnliche Körperreaktionen wie auch der Overload selbst. Der Meltdown ist dementsprechend oft eine Folge des “missachteten” Overloads.

In den Tagen/Wochen zuvor habe ich immer versucht alle Symptome des Overloads zu verdrängen, den Shutdown (innerlichen Rückzug) hinauszuzögern, was natürlich die Kernschmelze (den Meltdown) immer näher kommen ließ. Ich musste/wollte funktionieren. Es sind Ferien, ich muss doch da sein fürs Herzkind. Es stand der Geburtstag an, Familiengeburtstage, Weihnachten. Ich spürte, dass es immer schwerer wurde und hoffte doch es irgendwie zu schaffen. Machte viele Abstriche um der Reizüberflutung aus dem Weg zu gehen, aber diese wurde immer stärker. Bald schon störte jedes Geräusch, alles was ich anfassen musste tat an den Händen weh. Aber ich wollte doch durchhalten.  Zumindest so lange bis die Schule wieder beginnt, die Assistenz aus dem Urlaub zurück ist, die Routine wieder einkehrt. Dann wäre doch sicher die Möglichkeit da gewesen wieder zur Ruhe zu kommen.

Der Neujahrsabend zeigte es war zuviel. Ich wachte am Donnerstag morgen -noch in Alltagskleidung vom Mittwoch - mit einer blauen Schläfe auf. Die Energie die sich in der Autoagression entladen hat muss dementsprechend ziemlich arg gewesen sein. Zudem plagten mich sehr starke Kopfschmerzen auf der rechten Seite, Übelkeit, starke Lichtempfindlichkeit, schwammiges sehen und Schwindel. Anfangs dachte ich an Migräne, denn diese ist oft ein Nachzügler des Overloads und nahm Medikamente dagegen, die normalerweise die Symptome auch etwas lindern. Donnerstag jedoch zeigten sie absolut keine Wirkung und ich habe zum ersten Mal seit langer Zeit darüber nachgedacht mit diesen Symptomen zum Arzt zu gehen. Wäre die Assistenz nicht im Urlaub hätte ich sie auch um Hilfe gebeten. Kommunizieren war mir nicht möglich und daher konnte ich nicht alleine zum Arzt. Ich weiß nicht einmal ob ich der Assistenz genau hätte sagen können was los ist.
Das ganze hat mich zwei Tage lang ziemlich ausgehebelt. Und auch jetzt am dritten Tag spüre ich den Meltdown noch arg nach.

(Wenn mein Drucker wieder einsatzbereit ist werde ich mal schauen ob ich für solche Situationen etwas vorbereiten kann. Und mir zum Geb. vielleicht ein gutes Handy wünschen – das LetMeTalk unterstützt. )

Nun nach 2 Tagen ist noch ein klein wenig Druck im Kopf auf der rechten Seite und wenn man mich ansieht glaubt man vermutlich ich hätte einen Boxkampf hinter mir. Nein, es war “nur” ein Meltdown.

3 Jahre, 3 Monate, 3 Wochen und 3 Tage

viele Einblicke
viele Ausblicke
viele Worte
viel Schweigen

viel Verzweiflung
viel Hoffnung

viel geteilt
viel gewonnen

3 Jahre, 3 Monate, 3 Wochen, 3 Tage
herzlichchaotisch.wordpress.com

 

Und vor allem geschafft!

Gestern musste ich beim Vermieter anklopfen um ihm mitzuteilen, dass wir in der Silvesternacht daheim sind. Er schrieb mir einige Stunden vorher eine Mail und fragte nach. Auch ob wir heute morgen die Strasse kehren könnten, wenn dort viel Dreck wäre, weil er es gesundheitlich nicht mehr schafft (was er nicht schrieb, mir aber bewusst ist).

Ich hatte Zeit meine Antworten zu erarbeiten bevor ich hinunterging, was gut war und mich beruhigte bevor ich bei ihm anklopfte. Nachdem ich ihm sagte, dass wir daheim sind und natürlich auch das reinigen der Strasse übernehmen würden, konnte ich noch zwei Fragen stellen, die mir bezüglich des reinigen eingefallen sind. Diese Gedanken meinerseits hätten kein Gehör gefunden, wenn er mich wieder plötzlich im Hausflur angesprochen hätte. In diesen plötzlichen Momenten bleibt mir nämlich nicht genug Zeit über seine Worte nachzudenken und adäquat zu antworten. Was meist zu einem “ja” meinerseits führt nur um die Situation zu beenden. Wenn man “ja” sagt gibt es selten Nachfragen und ich kann schnell gehen – die “Überrumpelung” verursacht mir genug Stress dem ich schnell entfliehen möchte, ohne weitere Konversation. Allerdings bleibe ich bei diesen unüberlegt ausgesprochenem “ja” oft mit Unsicherheit zurück. Über das Gesagte nachdenken kann ich erst im nachhinein und dann habe ich vielleicht Fragen oder möchte aus diversen Gründen gar nicht zusagen.

Dieses Mal ließ er mir Zeit. Erst als ich bereit war begann das Gespräch. Das vorher durchdachte konnte übermittelt werden und ich wollte wieder gehen, als der Vermieter mich plötzlich fragte ob er uns denn nicht mal wieder zum Kaffee einladen könnte. Ich bejahte und meinte dies auch ganz ehrlich. Dann fragte er ob es denn diese Woche schon möglich wäre oder ob wir etwas vor hätten. Nun wurde ich unsicher. Eigentlich war das Gespräch für mich beendet und nun sollte ich eine Entscheidung treffen. Mein Kopf schwirrte und ich antwortete nach einiger Zeit erstmal mit “Für den Rest der Woche habe ich keine Termine mehr im Kalender. Es sollten wieder normale Tage mit normaler Wochenstruktur werden.”
“Dann vielleicht gleich morgen zum Neujahr?” Ich konnte nicht mehr antworten. Die Hände waren unruhig ich versuchte es zu unterdrücken. Versuchte mich ganz und gar auf mich zu konzentrieren und meinen Körper unter Kontrolle zu halten, die Stereotypen mit aller noch vorhandener Kraft zu unterbinden. Er sprach dann noch von irgendwas alltäglichem. Ich weiß nicht mehr worüber. Irgendwann sagte ich: “Ich gehe dann jetzt wie geplant noch spazieren damit ich pünktlich wieder zurück bin”, stand auf, verabschiedete mich und er sagte “Ok, dann bis morgen.”

Draußen wurde mir bewusst, dass dies wohl nun ein fester Termin war. Heute -wo ich es aufschreibe - sollten wir also zu ihm zum Kaffee kommen. Und das nach dem Silvesterabend, der sowieso schon sehr anstrengend sein würde. Ich wusste zu diesem Zeitpunkt nicht wie es mir am Neujahrstag gehen würde. Ob mich die Nacht sehr fordern würde, überreizen würde. Doch dann kamen auch wieder die stark sein wollen Gedanken: “Ich schaff das schon. Egal wie. Zur Not mit Medikamenten und unterdrücken der Körperreaktionen.” Keine Absage, weil mir kein adäquater Grund einfiel. Absagen kann ich sowieso ganz schlecht  (was keine gute Kombination zum vorschnellen Ja-sagen ist) .

Und ich habe es geschafft. War heute mit dem Herzkind 43 Minuten unten. Jetzt mit Kopfweh und erschöpft, aber mit ein klein wenig “du hast es geschafft”-Gefühl.

Jetzt bin ich gespannt. Ein kleines Experiment.

Nun bekommt ihr  nämlich die Möglichkeit zu antworten. Gerne auch per Mail/Kontaktformular oder per anonymen Kommentar (jedoch mit gültiger Mailadresse).

1. Neu- , Stamm- oder Gelegenheitsleser?

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4. Widgets/ Seitenzeilen beachtet – ja, nein, gelegentlich?

5. Lieblingstext, -zitat oder -erkenntnis aus einem Beitrag von 2013?

6. Wünschst Du Dir etwas bezüglich dieses Blog für 2014?

7. Was Du gerne zum Jahr 2013 bezüglich dieses Blog/ seinem Autor noch loswerden möchtest.

2013 – Blog

Die WordPress.com-Statistik-Elfen fertigten einen Jahresbericht dieses Blogs für das Jahr 2013 an.

Hier ist ein Auszug:

(…) Dieses Blog wurde in 2013 etwa 34.000 mal besucht. (…)

In 2013 gab es 86 neue Beiträge, damit vergrößerte sich das Archiv dieses Blogs auf 844 Beiträge. Es wurden 127 Bilder hochgeladen, das macht insgesamt 98 MB Bilder. Das entspricht etwa 2 Bildern pro Woche.

Mit 549 Besuchern war der 9. Januar der geschäftigste Tag des Jahres.

(…) Die meisten Besucher kamen aus: Deutschland, Schweiz, und Österreich.

Klicke hier um den vollständigen Bericht zu sehen.