müde gehe ich ins Bett
müde werde ich morgen aufwachen
müde werde ich durch den Tag gehen
müde werde ich immer wieder einschlafen
müde …
Müdigkeit begleitet mich
müde gehe ich ins Bett
müde werde ich morgen aufwachen
müde werde ich durch den Tag gehen
müde werde ich immer wieder einschlafen
müde …
Müdigkeit begleitet mich
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… aber ich habe mir vor einigen Tagen eine neue haltgebende Decke gekauft. Schon Tage zuvor sah ich sie im Geschäft. Heruntergesetzt von 46,- auf 8,- Euro. Ich betrachtete sie und fühlte Wärme, liess den Stoff meine Hand streicheln und spürte Halt. Sicher erinnerte sie mich auch, vielleicht mag es ein Zeichen gewesen sein. Und weil die Decke einige Tage später noch immer im Geschäft war, musste ich sie mitnehmen. Es war nicht einfach. So wie es mit jeder Neuanschaffung ist.
Gezielt ging ich zum Regal, fühlte sie wieder, betrachtete sie. Ging von ihr weg um zu beobachten wie sich die Entfernung anfühlt. Ging wieder näher. Das Gefühl stimmte, ich wollte sie weiterhin spüren. “Mein” nennen können, also entschloss ich mich sie zu kaufen obwohl es nur eine kleine (100x130cm) ist. Aber vielleicht war auch gerade das ausschlaggebend. In groß hätte ich sie nicht gekauft, denn da habe ich meine Decke.
Bis zur Kasse waren es noch einige Schritte. Den Weg zwischen Kasse und Regal ging ich 3 mal. Dann beschloss ich im Untergeschoss zu zahlen. So fuhren wir die Rolltreppe runter und gingen dort zur Kasse. Die Kasse ist mir bekannt, ich kenne den Weg von hier zum Ausgang kann ihn direkt sehen und zusätzlich ist die Kasse gerade leer.
Kurz darauf war die Decke mein. Sie wärmt mich seitdem, gibt mir Halt. Auf dem Sofa gemeinsam mit meiner grauen Decke, die jedoch für Bewegungen in der Wohnung oft zu groß war. So kann ich die Decke auch umhängen und mit in die Küche nehmen um Halt zu spüren (beispielsweise wenn die Betreuerin da ist). Ob sie mich auch zu Terminen (beispielsweise zum Zahnarzt) begleiten kann weiss ich noch nicht. Momentan fühlt sich das noch nach der großen, bekannten Decke an. Zu Hause jedoch ist die neue Decke bereits eines meiner Haltgeber.

Und soll ich euch noch etwas verraten, auch draussen habe ich einen neuen Haltgeber. Er ersetzt die Knettaschentücher zumindest in der Bahn oder beim laufen. Schon seit Weihnachten ist er bei mir und vor allem ist er auch bestückt mit lieben Gedanken. Das fühle ich. Immer wieder.

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Manchmal frage ich mich, was wäre wenn ich nicht die pädagogische Ausbildung hätte. Wäre ich eine genauso gute Mutter wie sie mich alle nennen? Kommt all das was ich anwende um der Herzchaostochter einen guten Weg ins Leben zu ebnen von innen oder vom erlernten? In der Ausbildungszeit hatte ich oft das Gefühl, das ich das gelehrte längst verinnerlicht hatte, bevor es überhaupt Unterrichtsthema war. Was andere erst zu verstehen versuchten, war bei mir schon völlig normal und nie hätte ich gedacht, das es Personen gibt, die es anders handhaben würden.
Von klein auf, war ich, wenn ich Gesellschaft suchte, immer mit Kleinkindern zusammen. In der Nachbarschaft ging ich nur zu Familien mit Kleinkindern. Sie sahen die Welt mit meinen Augen, sie senden keine versteckten Botschaften. Mit ihnen habe ich die Welt erleben dürfen. Es gab keine Rätsel, die Gleichaltrige und ältere Kinder so oft aufgaben, wenn sie Dinge sagten oder taten die ich nicht verstand.
Ich kann nicht sagen, das es immer leicht ist mit der Herzchaostochter, oft geriet ich schon an Grenzen und hätte gerne gewusst warum sie so handelt. Ich sprach, wenn ich es konnte, mit Erziehern, doch mehr noch hoffte ich auf Erklärungen eines Kinderpsychologen, weil ich nicht die pädagogische Sicht sehen wollte, sondern ihr innensein verstehen. Manchmal wäre ich für einen Rat sehr dankbar gewesen. Auch aus Angst etwas zu übersehen, falsch zu handeln. Gerade auch um zu wissen wie geht sie innerlich eigentlich mit der ganzen Situation um, die unsere kleine Familie betrifft. Bisher haben wir eine Therapie für sie noch nicht in Angriff genommen, weil gewisse Phasen doch recht schnell vorüber gingen. Erzieher, Lehrer und Ärzte führten dies auf gute Erziehung und pädagogisches Handeln zurück, doch die Innenwelt der Chaostochter blieb in diesen Phasen für mich verschlossen obwohl ich sie so gerne verstanden hätte.
Langsam kommt die Herzchaostochter nun in ein Alter, das für mich schwer nachvollziehbar ist, denn diese Pubertätsphase verlief bei mir gänzlich anders als man zu hören bekommt oder ich es bei den Klassenkameraden damals beobachten konnte. Ich handelte anders als Mädchen in diesem Alter, ich fühlte anders und es fällt mir schwer zu verstehen, was auf die Chaostochter zukommt. Ich hoffe sehr, es wird weiterhin positiv zwischen uns verlaufen und doch habe ich Angst vor der kommenden Zeit. Die Befürchtung nicht wahrnehmen zu können, was der Kinderseele gut tut.

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… überrascht mich immer wieder. Während ich mit Kopfweh und Übelkeit vor mich hinvegetiere auf dem Sofa liege lässt sie sich Dinge einfallen, die mein Herz berühren. Anfangs spielte sie mit ihrer Freundin im Zimmer, ich verschlief mit Ohrenstöpseln (da irgendein Nachbar meinte das Haus beschallen zu müssen) den Nachmittag. Dann folgte eine kleine Diskussion Unterhaltung, weil die Freundin doch bitte über Nacht bleiben sollte. Ich lehnte ab und keine Argumente der Herzchaostochter konnten mich überzeugen. Nein wirklich mir war es so schon nicht angenehm, dass die Freundin mich in diesem Zustand miterleben musste.
Dann baten sie darum raus gehen zu dürfen, was ich natürlich bejahte. 40 Minuten später waren die Mädels wieder da. Mit Pralinen und Blumen für mich.



Die Verkäuferin war skeptisch als die Mädchen die Blumen aussuchten. “Wollt ihr wirklich so einen bunten Strauss?” Ich finde ihn einfach wunderbar, weil jede Blüte einzeln von Herzen ausgewählt wurde. Beim Pralinenkauf fragten sie sogar eine Verkäuferin welche für die Mama am besten wären.
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Soviel Zeit verloren. Keine Kraft zum reden.
Wortloses nicken, oder ein gehauchtes “ja”.
Sie zeichnet mir die Depressionspyramide auf.
Sie erzählt vom grübeln/ fühlen/ handeln und ich denke:
Aber ich grübel doch gar nicht. Da ist nichts mehr in mir.
Keine Gedanken. Keine Gefühle.
Ich funktioniere. Ich handel. Absolviere meinen Tag.
Doch aussen ist schweigen. Nichts mehr sagen können.
Eine Schweigestunde.
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(Betonung auf “das”)
Da gehe ich wie jeden Tag meinen Weg zu Herzchaostochters Nachmittagsbetreuung um sie abzuholen. Plötzlich ruft jemand “Hallo?” Nicht einmal, nicht zweimal, mehrmals. Als ich innerlich registriere das ich gemeint sein könnte, sehe ich mich um und entdecke auf der gegenüberliegenden Strassenseite einen Mann, der etwa in meinem Alter ist. Er sitzt auf einer Treppe eines Hauseingangs und hat sein Telefon in der Hand. Dann fragt er mich: “Gegen wen spielt xy (hier ansässiger Fußballverein) heute?” Ich zucke mit den Schultern und sage “weiss ich nicht”. Dann gehe ich weiter. (Zu mehr Reaktion wäre ich auch gar nicht fähig gewesen. Schon diese drei Worte sind viel.)
Plötzlich der Gedanke, was wollte dieser Mann nun tatsächlich von mir? Wollte er nur ins Gespräch kommen? Wollte er tatsächlich die reine Information? Hätte er nicht mit seinem Handy diese Information erhalten können? Wollte er schauen ob ich seine Interessen vertrete? Ist es nicht merkwürdig eine Frau auf Fußball anzusprechen? Einfach so.
Ich trug zwar an diesem Tag im entfernten Sinne die Farben des Vereins, allerdings fiel es mir erst auf als ich über die Situation nachdachte, den Verein, Fußball überhaupt.
Manchmal ist es schwer die Menschen zu verstehen, war es nun Direktheit oder eine verschlüsselte Botschaft? Die Sprache ist manchmal echt kompliziert.
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Chaoskaninchen 1 hat ein Hühnchen zu rupfen
Chaoskaninchen 2 erobert einen neuen Lieblingsplatz
Sonntagvormittagentspannungsbad
ein wenig Haushalt machen
Bandnudeln mit Tomatensoße
Versuch weiter zu lesen
Banoffee Pie versüßt den Tag
an Dad denken
und an mein Sternenkind
die Herzchaostochter bereitet das Abendessen vor
neue Entdeckung Chili-Salami für lecker befunden
den Tag ausklingen lassen – Kuschelzeit
weitere Teilnehmer wie immer bei “draussen nur Kännchen”
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