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Sommerreize

Vor kurzem sagte ich: “Ich mag den Sommer nicht.” Diese Aussage ist jedoch viel zu ungenau. Differenzierter müsste es heissen: “Ich mag die Sommerreize nicht.” Noch detailierter wäre es,  die einzelnen Unannehmlichkeiten zu benennen, was ich mit diesem Post versuchen möchte.

Zum ersten ist da die Sonne mit ihrer Helligkeit. Das Licht allein ist schon greller als in anderen Jahreszeiten. Dann wird es von vielen Gegenständen reflektiert, beispielsweise von weissen Wänden, spiegelnden Fenstern, Plakatscheiben, Scherben und Kronkorken auf dem Weg  oder auch von weißem Geschirr, wenn man an einem Café vorbei geht. Es gibt Tage, da hilft nicht einmal die Sonnenbrille, selbst hinter ihr werden meine Augen geblendet und fangen an zu schmerzen.

Im Sommer gibt es draussen auch mehr und lautere Geräusche. Zum einem sind da die vielen elektrischen Geräte wie Rasenmäher, Heckenscheren, Sägen und Musikanlagen. Zum anderen wird nicht mehr nur in den Häusern gebaut, gespielt, gelacht und gelebt sondern viele Aktivitäten werden nach draußen in Gärten und Hinterhöfe verlegt. Gemeinsames Beisammensein, feiern und sich unterhalten. Die Umgebungsgeräusche nehmen damit in den Sommermonaten zu.

Im Sommer sind (gefühlt) mehr Menschen unterwegs. Sie sind nicht darauf bedacht schnell in warme Gebäude zu kommen und halten sich somit öfter und länger draussen auf.  Sie unterhalten sich, telefonieren, lachen und rufen Bekannte die sie draußen erkennen.  Autofahrer sind gereizt von der Wärme (?) und hupen öfter, wollen schneller zu Hause, im Park oder im Schwimmbad sein (?). Motorräder werden aus den Garagen geholt und einige Fahrer/innen möchten, an Ampeln oder in freier Fahrt,  zeigen welch hohen Sound ihr Fahrzeug erreichen kann.

Und weil so viel mehr Menschen draussen sind ist der Geräuschpegel höher, weil jeder die anderen Geräusche übertönen möchte um gehört oder einfach nur verstanden zu werden. Die Menschen sitzen nicht mehr in den Cafès, sondern draußen. Sie strömen in die Städte und Parks. Sie nehmen auch der Natur ihre Stille indem sie Musik mitbringen, sich in Gruppen versammeln – mit vielen Unterhaltungen und gemeinsamen Essen.

Und da bin ich beim dritten Faktor – Gerüche. Es gibt angenehme und unangenehme, wobei angenehme in ihrer Vielzahl auch wieder unangenehm werden können – was gerade im Sommer überhand nimmt. Beispielsweise wenn “an jeder Ecke” gegrillt wird und damit die unterschiedlichsten Duftstoffe freigesetzt werden. Es riecht nach Fleisch, nach Kohle, nach Gemüse, verkohlt oder verbrannt. Es gibt gerade am Wochenende kaum Möglichkeiten einen Spaziergang zu unternehmen ohne mit diesen Gerüchen konfrontiert zu werden.
Und dann sind da die Gerüche, die vom Menschen ausgehen. Von verschwitzten aber auch von gepflegten Menschen. Denn auch Deo und Parfüm mit ihren vielen unterschiedlichen Dufteigenschaften werden gehäuft eingesetzt und “vernebeln” die Umgebung.  Diese künstlichen Duftstoffe nehmen mit der Anzahl der Personen und mit steigenden Temperaturen massiv zu.

Visuell, auditiv und olfaktorisch fühle ich mich mit oben genanntem,  im Sommer mehr Reizen ausgesetzt als beispielsweise im Winter, wenn die Menschen sich in warmen Gebäuden aufhalten und die Sonne einige Stunden weniger und “sanfter” strahlt.  Der Sommer ist für mich heller, lauter und stickiger als andere Jahreszeiten und aus dieser Wahrnehmung entspringt die Eingangsaussage: “Ich mag den Sommer nicht”.

 

Mit der Überweisung in der Tasche konnte der weitere Tag nun endlich so ablaufen wie geplant. Dachte ich.
Da die Bahn zu voll und damit auch zu laut war, entschied ich mich nach Hause zu laufen, um einer möglichen Überreizung schon vor dem Kliniktermin entgegen zu wirken. Zu Hause konnte ich erstmal eine kurze Pause in meinem abgedunkeltem, ruhigen Zimmer einlegen, bevor das Herzkind von der Schule heimkam. Anschließend machten wir uns auf den Weg zur Klinik.

Dort angekommen gingen wir zur Anmeldung und sahen das bereits sehr volle Wartezimmer. Da ich die Umgebung vom Vortag kannte und wusste wo das Sprechzimmer war und aus welcher Richtung unsere Ärztin kommen würde, zog ich mich in eine ruhige Ecke außerhalb des Wartebereichs zurück, von der aus ich die Ärztin hätte sehen können.  Die Wartezeit dauerte dieses Mal leider viel länger als am Vortag und an meine eigentlich ruhige Stelle, kamen immer mehr Personen, die ebenfalls dort warten wollten. Sie kamen mir gefühlt viel zu nah – ihre Körper, ihre Stimmen, ihre Bewegungen, ihr Geruch. Die Schwestern aus der Anmeldung liefen nun auch hin und her, um die Patienten an den jeweiligen Orten aufzusuchen. Ich wollte fort – es war zuviel, suchte Halt im Rücken, indem ich mich stärker an die Wand lehnte.
Dann wurden wir von einer Schwester gerufen und sie schickte uns mit einem ausgefüllten Bogen zum Zimmer der Ärztin, wo wir vor der Tür warten sollten. Hier wartete mit uns nur eine Familie, doch standen wir nun auf dem Gang der Klinik und neben uns befand sich eine Tür mit automatischem Türöffner bei Tastendruck. Durch diese Tür musste jeder hindurch der zur Anmeldung der Kinderklinik, zu weiteren Sprechzimmern, zum Hauptgebäude oder zu den Aufzügen wollte. Die Tür ging fast ohne Pause auf und zu. Das Klacken des Türöffners, das Schleifen der Tür, wenn diese auf und zu ging, das Einrasten der Klinke beim Wiederschließen – es hörte nicht auf, es tat in den Ohren weh.  Dazu die Schritte der Personen, die vorbei gingen, Turnschuhe, Hackenschuhe, klappernde Schlüsselbänder, klingelnde Telefone, Stimmen.
Die mit uns wartende Familie bemerkte wohl, dass etwas nicht stimmte, denn eine Person stand auf und bot mir ihren Platz an. Ich konnte ihn jedoch nicht einnehmen, denn eigentlich wollte ich genau in die andere Richtung – nach draußen. Ich lehnte mich mit dem Rücken stärker an die Wand, hoffte damit etwas mehr Halt zu bekommen.
Kurz darauf ging die Tür der Ärztin auf, sie fragte nach dem ausgefüllten Bogen, gab ihre Unterschrift darauf ab und schickte uns zur Röntgenabteilung.
Obwohl ich wusste wo diese war – ich aber nur noch “funktionierte” und einfach lief – wählte ich einen falschen Weg. Das Herzkind bemerkte dies und navigierte mich nun auf den richtigen Pfad. In der Röntgenabteilung angekommen, mussten wir feststellen, dass dort gerade Bauarbeiten stattfanden. Es wurde gehämmert, geschliffen, gebohrt. Das endgültige k-o-Kriterium für mich. Ich musste raus, gab der dortigen Anmeldung -nicht mehr kommunikationsfähig – den Bogen, signalisierte mit einer Handbewegung dem Herzkind, dass sie – wenn sie aufgerufen wird – alleine in den Röntgenraum soll und begab mich nach draußen.
Wie lange ich draußen war, vermag ich nicht genau zu sagen, irgendwann war ich soweit wieder “stabil”, dass ich das Herzkind abholen wollte, wir mussten ja nach dem röntgen zurück zur Ärztin. Das Herzkind war jedoch noch im Röntgenraum und die Dame der Röntgenabteilung sprach mich an, ob ich denn des Herzkindes Krankenkassenkarte dabei hätte.  Ich nickte. Ob ich sie denn in der Kinderambulanz einlesen lassen hätte. Wieder nickte ich. Es würden auf dem Bogen Daten fehlen, diese wären jedoch dringend notwendig um das Herzkind röntgen zu können und ich solle doch bitte zurück zur Kinderambulanz um einen neuen Bogen zu holen. Irritiert stand ich nun da und hatte irgendwie auch die Orientierung verloren. Die Baugeräusche, die neue Situation, das Herzkind fort. Soll ich nun an diesem Ort bleiben oder gehen? Wird das Herzkind nun geröngt oder gibt es das gleiche Chaos wie am Vortag?  In meinem Kopf ein Wust aus Gedanken, Geräuschen und Eindrücken. Überfüllender Hirnbrei, der kein Handeln mehr möglich machte. Ich musste mich setzen, hatte keinen Halt mehr.

Irgendwann kam das Herzkind und war – trotz fehlenden Angaben auf dem Bogen - schon geröntgt. Da ich nicht länger in diesem Lärm und Chaos bleiben konnte, wollten wir zum Zimmer der Ärztin. Ich fokussierte nur noch die Schuhe des Herzkindes und orientierte mich an ihnen. Nur noch diesen folgen, alles andere würde nicht mehr funktionieren.
Im Straßenverkehr hätte ich nun keine Kontrolle mehr, könnte Entfernungen von anderen Menschen und Autos nicht mehr einschätzen – alles wäre viel zu nah, viel zu grell, viel zu laut. Selbst die eigenen Bewegungen sind in diesen Situationen schwerfällig. Ich bekomme das Gefühl durch die Überreizung ist auch mein Gleichgewichtssinn überfordert und jeder Schritt braucht enorme Konzentration und Kraft. Hätte ich in diesem Moment nicht das Herzkind dessen Schuhen ich folgen konnte, ich wäre handlungsunfähig gewesen.  *²

Auf unserem Weg kam uns niemand entgegen, niemand kam mir zu nah, niemand machte störende, eindringende Geräusche – bis auf die automatischen Türen. Ich bemerkte, wie das Herzkind mich nach draußen navigierte. In einer abgelegenen Ecke sagte sie: “Mama, ich glaube du brauchst Pause.” Diese gab sie mir auch und holte sich selbst aus der Cafeteria noch ein Croissant.
Nach 10-15 Minuten machten wir uns wieder auf den Weg zur Ärztin. Die Pause tat gut, auch wenn ich nicht wieder fit war, so konnte ich doch wieder einigermaßen “funktionieren” um den Termin zu Ende zu bringen. Am Sprechzimmer angekommen warteten wir etwas weniger als zwei Minuten bis die Ärztin uns herein bat. Sie erklärte das Röntgenbild, sprach vom bisherigen Befund und vergewisserte sich beim Herzkind, dass sie alles verstanden hatte. Wir einigten uns – meinerseits fast wortlos und nur nickend –  darauf mit dem jetzigen Vorbefund keine Behandlung durchzuführen. Anschließend entließ sie uns mit der Aussage sich in etwa 2-3 Wochen zu melden, wenn alle Blutergebnisse vorliegen würden. Außerdem bekam das Herzkind einen Kontrolltermin in einem halben Jahr und braucht – sofern es keine gravierenden Änderungen gibt, oder das Blutbild mit dem Vorbefund nicht übereinstimmt - vorher auch nicht wieder vorsprechen.
Geschafft. Endlich.

*² ( Ich mag es nicht wenn Situationen so eskalieren, dass das Herzkind die “Verantwortung” übernehmen muss. Sie soll Kind sein dürfen, geführt von einer starken Mutter.) 

Ich wollte nun also am folgenden Vormittag zum Kinderarzt gehen um die Überweisung abzuholen. Die genaue Uhrzeit war am Abend zuvor geplant und  in den Tag integriert. Da es für mich dennoch eine recht spontane Umplanung war, wollte ich mich möglichst kurze Zeit mit der Abholung der Überweisung beschäftigen. Ich schrieb also eine Mail an die Vertretungsassistenz damit sie die Überweisung telefonisch bestellen konnte. So hätte ich mir nur die Begrüßungs- und Verabschiedungsworte sowie den Satz zur Abholung des Scheins im Kopf zurecht legen und die kommende Szene innerlich proben müssen. Direkt nach dem abschicken der Mail begann ich damit, auch wenn der mit mir selbst ausgemachte Zeitpunkt für dieses aufeinandertreffen noch 3 Stunden in der Ferne lag.
Ebenso war in mir bereits Unruhe, da ich noch immer nicht sicher wusste ob meine Planung funktionieren würde. Ich aktualisierte also ständig mein Mailfach – was ich immer tue, wenn ich auf eine Antwort warte, die mit Planungen zu tun hat.

Dann kam die ersehnte Mail jedoch mit “falschem” Inhalt. Die Vertretungsassistenz teilte mir mit, dass die Kinderarztpraxis keine zweite Überweisung für die Klinik ausstellen würde, da das Quartal noch nicht beendet ist. Eine Überweisung direkt für den Spezialisten in der Kinderklinik auszustellen wäre nur möglich, wenn das Herzkind persönlich zur Praxis käme.

Wie sollte ich es nun schaffen mit dem Herzkind, das ja in der Schule war, vor dem Termin in der Kinderklinik noch einmal zum Arzt zu gehen? Was muss ich dann dem Arzt sagen? Wird er mir dennoch eine Überweisung verweigern? Wie soll ich den Tag nun gestalten? Das Herzkind wird zwar früher von der Schule heimkommen, da ich sie schriftlich so abgemeldet habe, dass wir Zeit haben für die Bus-und Bahnfahrt sowie den Termin in der Kinderklinik, jedoch ist der Besuch in der Praxis nicht eingeplant. Muss ich nun den Termin in der Klinik verschieben und damit wieder einen anderen Tag umplanen? Das Gedankenkarussel drehte sich.

In einer weiteren Mail erklärte ich der Vertretungsassistenz noch einmal welche Aussage die Kinderklinik machte und welche Begründung sie für die zweite Überweisung angaben. Sie teilte mir anschließend mit, dass sie noch einmal telefonisch Kontakt mit der Praxis aufnimmt.  Ich hätte am liebsten bereits alles abgesagt. Das Gedankenkarussell drehte seine Runden und ich fühlte mich überfordert mit der Neuplanung.

Es folgten SMS mit der Vertretungsassistenz bezüglich der Planung, den Öffnungszeiten der Praxis und der Organisation. Meine Vormittagsplanung war völlig hinfällig und nicht mehr ausführbar. Es ging allein nur noch um das eigene Terminchaos.

Später erhielt ich dann die Information, dass ich nun doch alleine in die Praxis kommen könne um den Schein zu holen, müsse allerdings kurz mit dem Arzt sprechen. Eine innerliche Planung war für solch ein Gespräch nicht mehr möglich. Zum einen war nun auch die Zeit gekommen, die ich schon von Anfang an für den Praxisbesuch ausgewählt hatte und zum anderen würde die Praxis in Kürze zur Mittagspause schließen. Ich druckte mir also die Mail aus in der ich bereits der Vertretungsassistenz die Begründung der Klinik mitteilte und legte mir für den Arzt den Satz zurecht: “Sie können auch gerne in der Kinderklinik anrufen.”

Die Fahrt zur Praxis (glücklicherweise nur zwei Haltestellen in recht leerer Bahn, an meinem Platz) lief automatisiert, im Tunnelblick, allein fokussiert auf den Satz den ich dem Arzt sagen werde. Was ich nicht vorher beachtet habe war das  aufeinandertreffen mit der Arzthelferin an der Anmeldung. Ich versuchte mich also vor dem eintreten in die Praxis nochmal “zu sammeln”, atmete tief durch und öffnete die Tür. Irgendetwas stammelte ich ihr dann entgegen bezüglich, Herzkind, Überweisung, Telefonat. Sie erkannte mein Anliegen und bat mich kurz Platz zu nehmen. Im leeren Warteraum vernahm ich, dass sie mit ihrer Kollegin über die Telefonate und mein Anliegen sprach und das eine Überweisung doch gar nicht mehr nötig wäre. Diese Information war nicht unbedingt etwas, das mich beruhigte.

Nachdem zwei kleine Patienten mit ihren Müttern die Praxis verließen, ich mehrmals die ausgedruckte Mail gelesen und meine inneren Worte sortiert hatte wurde ich aufgerufen und ins blaue Arztzimmer geschickt. Der Arzt trat kurz darauf ein und fragte nach meinem Anliegen. Ich sagte den Satz den ich am frühen Morgen “einstudiert” habe und der eigentlich für die Dame an der Anmeldung gedacht war. “Guten Tag, ich bin hier um die Überweisung für (Name des Herzkindes) abzuholen.” Von meinen, in diesem (Überforderungs)Moment unüberlegten, ausgesprochenen Worten selbst erschrocken, weil dieser Satz nicht der Satz für den Arzt war und hier wohl auch nicht passte, verstand ich nicht was er darauf antwortete und hielt  ihm nun die ausgedruckte Mail hin.

Er verstand, wunderte sich dennoch warum eine zweite Überweisung nötig sei, erzählte mir noch das einige der Untersuchungen auch in der Praxis möglich gewesen wären und das Herzkind sich somit mehrere Besuche in der Klinik erspart hätte (was sie sich auch hätte ersparen können, wenn beim ersten Besuch in der Praxis wie erwünscht direkt zwei Überweisungen ausgestellt worden wären) und stellte zu meiner Erleichterung die Überweisung aus. Bei der Übergabe nannte er mir noch den Namen der Ärztin in der Klinik zu der wir unbedingt gehen sollten. (Bei der wir am Vortag aber auch schon waren, die den zweiten Termin ausstellte, um die zweite Überweisung bat und eine mögliche Behandlung übernehmen wird. – *Was ich ihm aber alles nicht sagen konnte.*)

(Ihr ahnt es wohl, der zweite Termin in der Klinik war, nach solch einem Vormittag, nicht ganz einfach. Darüber dann mehr in Teil 3. )

Anmerkung: Wegen fehlender Konzentration, aber euch nicht länger warten lassen wollend, erstmal ohne Korrekturlesung niedergeschrieben und veröffentlicht.

Du kennst diese Momente wo ich dir sage: Mama hör auf zu kratzen, zu knibbeln, an deinem Tuch zu kneten, zu singen, Worte zu wiederholen und noch mehr. Aber in Wirklichkeit liebe ich diese Art wie du bist. Du bist MEINE Mama und keine andere kann es mit dir aufnehmen.

Selbst wenn wir mal Streit haben sollst du wissen, dass ich dich IMMER lieb habe. Vergiss das nie.

Du bist nicht wie andere Mütter. Du bist du. Und glaube mir du machst vieles  besser als manch andere. Du bist einfach unbezahlbar.

 

Hand in Hand

Das Herzkind hatte in den letzten Tagen einen – dann aber doch zwei Termine – in der Kinderklinik. Ich war hinterher (und fast vorher schon) so fertig wie nach einem Marathon. Aber von vorne.

Nach einigem Mailkontakt mit ansäßigen Ärzten und zwei Kinderkliniken ob eine Untersuchung nötig ist war klar das dem so sei. Für eine Klinik waren wir bei der falschen Krankenkasse versichert und sie verwies auf ambulante Spezialisten. Davon ergoogelte ich nur wenige in näherer Umgebung  und diese Ärzte konnten Termine teils erst in einigem Monaten oder wegen technischen Schwierigkeiten gar nicht vergeben. Die zweite Kinderklinik verwies anfangs ebenfalls auf ambulante Praxen, schrieb dann aber später erneut eine Mail, dass eine Untersuchung dort doch möglich sei. Die Assistenz vereinbarte anschließend telefonisch einen Termin. Es wurde direkt darauf hingewiesen, dass wir zwei Überweisungen vom Kinderarzt benötigen.

Einige Tage vor dem Termin wollten wir die Überweisungen beim Kinderarzt abholen. Dieser stellte jedoch nur eine aus und meinte wohl das dies so schon richtig sei.

(Über)Pünktlich erschienen wir dann zum Termin in der Klinik. Hier wurde direkt gefragt ob wir nur eine Überweisung hätten was ich nur bejahen konnte. “Haben sie keine zweite?” “Nein.” (Warum eigentlich diese zweite Frage, wenn diese mit der ersten schon beantwortet ist?)

Nach zwei Unterschriften meinerseits und der Datenaufnahme vom Herzkind sollten wir im Wartebereich Platz nehmen. Dieser war zu meinem Glück leer – nur das rauschen einer Lüftungsanlage oder ähnlichem war sehr störend sodass ich fast zu meinen Ohropax griff. Das Herzkind unterbrach immer mal wieder mein taktiles und verbales Stimming (weil es ihr peinlich ist).

Einige Minuten später kam die Schwester von der Anmeldung zu uns und fragte ob es mir denn möglich sei eine zweite Überweisung zu besorgen. Ich bejahte abermals. Sie ging wieder.

Weitere Minuten später wollte sie gerade an uns vorbeilaufen, sah uns an und fragte warum wir denn noch dort sitzen würden. Das Herzkind sprach: “Wir wurden noch nicht aufgerufen.” woraufhin wir zur Antwort bekamen: “Sie wollten doch eine zweite Überweisung holen?”  Wollten wir das? Nein wollten wir nicht. Sie fragte vorher ob ich sie besorgen könnte. Dies hätte ich am nächsten Tag getan und nachgereicht. Ich war verwirrt.

Nach kurzer Schweigezeit meinte sie dann ,stimmt das sei ja jetzt gar nicht möglich da die Kinderarztpraxis an diesem Nachmittag geschlossen ist. Sie müsse uns nun einen zweiten Termin geben. Ich fragte mich innerlich ob dies nun heisst dass wir endgültig gehen sollen, es war mir jedoch nicht möglich dies zu verbalisieren. Zum Glück erklärte sie aber kurz darauf “Heute machen wir dann nur die Untersuchungen die mit dieser Überweisung möglich sind, der Rest wird dann beim nächsten Mal gemacht.” Meine Nachmittagsplanung war damit glücklicherweise nicht ganz gestrichen worden und ich konnte mich am Tagesplan weiter “festhalten”, trotz nun leicht verstärkterer innerer Unruhe und stärkerer Belastung durch das Geräusch der Lüftung (?) und dem Neonlicht.

Die Wartezeit bis die Ärztin uns abholte war anschließend nur noch gering. Es wurden im Untersuchungszimmer weitere Daten aufgenommen. Einige Fragen konnte ich nicht beantworten, anderen Antworten musste das Herzkind übernehmen. Sie wurde untersucht und es wurde (wie angekündigt) Blut abgenommen. Die Ärztin war sehr freundlich und erklärte dem Herzkind vorher auch genau was alles gemacht wird und ob sie damit einverstanden sei.
Im Anschluss bekamen wir erste Prognosen, die aber natürlich noch keinen genauen Befund ergeben. Der zweite Termin wurde für den nächsten Tag ausgemacht. Ich war mittlerweile nicht mehr richtig aufnahmefähig und bereits im Tunnelblick, fixierte nur noch Fixpunkte im Raum und mein Kopf war mit den bereits ausgesprochenen Worten und Handlungen im Arztzimmer voll. Ob der Termin für mich passte konnte ich daher nicht mehr wirklich einschätzen und “benickte” es um den Termin zu Ende zu bekommen.

Nach einer kurzen Pausenzeit meinerseits ausserhalb der Klinik, die das Herzkind damit verbrachte sich in der Cafeteria zu stärken, realisierte ich langsam was der Termin am nächsten Tag für mich bedeutet. Planänderung, einen anderen Termin absagen und vor allem ein vorheriger Gang zum Kinderarzt um den Überweisungsschein zu holen.

Am Abend plante ich dann den neuen nächsten Tag mit dem Gang zum Kinderarzt am Vormittag und dem Termin in der Klinik in zwei unterschiedliche Abteilungen am Nachmittag.

Das Chaos brach am nächsten Tag trotzdem aus. Innerlich so stark, dass ich drauf und dran war alles abzusagen. Warum? Das folgt im nächsten Beitrag.

 

 

 

Ich bedanke mich bei allen die an der Verlosung zum Welttag des Buches  teilgenommen haben. Der Zufallsgenerator hat nun die 4 Gewinner ermittelt.

über das Buch “8 Wochen verrückt” darf sich freuen:

lostopf1

das Buch “hier könnte ich zur Welt kommen” findet ein neues Zuhause bei:

Lostopf2

Norden ist wo oben ist” möchte gelesen werden von :

Lostopf 3

und Schnatzelschnapf fragt sich demnächst gemeinsam mit

Lostopf4

“Wie kommt die Welt in meinen Kopf ?”


 

Herzlichen Glückwunsch an die vier Gewinner:  mädchenwunder , Ni-Kole, Bettina´s Welt und Mausekindmama! Hier erhaltet von mir noch eine Email, damit wir die Daten zum Versand klären und ihr schnell euer Exemplar in den Händen halten könnt.

 

Und wer dieses Mal kein Glück hatte: Nicht traurig sein, ein paar Gewinnspiele zum Welttag des Buches sind noch nicht beendet, einfach hier klicken und das Glück nochmal herausfordern. :)

 

 


 

Im Abschluss möchte ich mich bei Monika Fuchs bedanken, die das Buch “Schnatzelschnapf” für diese Verlosung zur Verfügung gestellt hat.

Ebenso bedanke ich mich bei Suhrkamp für das zusenden des Buches:  “Hier könnte ich zur Welt kommen”.

(Das Herzkind wählte das Buch “Norden ist wo oben ist” aus und ich sponsorte “8 Wochen verrückt”.)

Schon vor einiger Zeit habe ich mich dazu entschlossen heute, am Welttag des Buches, an der “Blogger schenken Lesefreude” – Aktion teilzunehmen. Das letzte Gewinnspiel auf diesem Blog ist schon viel zu lange her.

Ab heute bis zum 27.04.2014 könnt ihr die Chance nutzen eines von insgesamt vier (!) Büchern zu gewinnen. Ihr entscheidet selbst in welchen “Lostopf” ein Zettel mit eurem Namen geworfen werden soll. Natürlich könnt ihr euch auch für alle vier Lostöpfe entscheiden. Wie das geht ist (hoffentlich) ganz einfach:

  • Sucht euch ein Buch aus eurem aktuellem Bestand aus
  • schlagt eine beliebige Seite auf
  • wählt eine kurze Textstelle oder einen Satz dieser Seite
  • Diese/n zitiert ihr im Kommentarfeld mit der genauen Quellenangabe (Buchtitel, Buchautor, Buchseite) und der Angabe in welchenLostopf ihr “hüpfen” möchtet. Wer einLieblingszitat aus einem Buch hat, darf auch dieses gerne posten (ebenso mit genauer Quellenangabe).Folgend Beispielkommentare zum besseren Verständnis:
    “Aus heiterem Himmel – man erschreckt sich fast zu Tode, und nichts, wirklich NICHTS kann einen darauf vorbereiten – rast ihre Katze wie von der Tarantel gestochen durch die Bude …”Seite 92 aus Schmitz`Katze von Ralf Schmitz  -> *hüpf in Lostopf 1*oder

    “>>Ist dieses Asperger-Syndrom eigentlich heilbar?<< >>Nein.<< . …. >> Es ist eine Behinderung und sie verändert sich nicht in ihrer Ausprägung. Bei einem Kind fällt es nur mehr auf, weil es nichts überspielen kann. Im Laufe der Zeit lernst du dich anzupassen, indem du das Verhalten anderer beobachtest und nachstellst – rein über den Verstand.<<  Seite 70 aus Marie anderswie von Carolin Schairer -> Lostopf 3

    oder

    “Theo hat sich Sandkisten nur seinen Betreuern zuliebe angesehen.” – Seite 174, Theo von Daniel Glattauer, Lostopf 4


und das sind die Preise:

8 Wochen verrückt
Schnatzelschnapf
Norden ist wo oben ist
hier könnte ich zur Welt kommen

Buchverlosung alle Bücher sind neu und ungelesen

wer in Lostopf eins *hüpft* kann “8 Wochen verrückt” von Eva Lohmann gewinnen

Kurzbeschreibung des Buches (Quelle :  PIEPER Verlag )  Verrückt ist doch jeder, der in die Klapse kommt. Mila also auch. Acht Wochen wird sie erst mal bleiben. Was sie da soll? Und was es eigentlich heißt, normal zu sein? Wer weiß das schon. Auf jeden Fall begegnet sie einer Menge Verrückter – und endlich auch wieder sich selbst. »Der Tag, an dem ich in die Klapse komme, ist ein Donnerstag« – so beginnt Eva Lohmanns autobiographischer Roman: Ihre Heldin Mila ist müde, unendlich müde und traurig. Dabei ist sie noch keine dreißig. Aber der Job frisst sie auf, und der Sinn ihres Daseins ist ihr aus dem Blick geraten. Mit Depression und Burnout wird sie in eine psychosomatische Klinik eingewiesen, auch wenn das bei ihren ambitionierten Eltern alles andere als populär ist und nicht nur bei ihrem Freund eine gewisse Beängstigung auslöst. Denn niemand von denen, die an einen solchen Ort kommen, ist doch normal, oder? Aber wie verrückt ist Mila eigentlich? Und kann man unter lauter Kranken überhaupt den Weg zurück ins richtige Leben finden? »Acht Wochen verrückt«, der so unverstellte wie pointierte Roman über das Verrücktsein in normierten Zeiten. Von einer Erzählerin, deren scharfe Beobachtungsgabe niemanden verschont.

in Lostopf zwei habt ihr die Chance das Buch “hier könnte ich zur Welt kommen” von Marjorie Celona bald euer eigen zu nennen

Kurzbeschreibung des Buches (Quelle: Suhrkamp Verlag): Vancouver Island, ein kühler Morgen im August, früh um fünf: Eine schmale junge Frau im groben Arbeitsoverall legt ein winziges Bündel auf einer Türschwelle ab und eilt davon. Das Bündel ist ein neugeborenes Mädchen, eingewickelt in ein graues Sweatshirt, ein Schweizer Messer zu ihren Füßen als einzige Erinnerung an ihre Mutter. Shannon findet schließlich bei der warmherzigen Miranda und ihrer Tochter Lydia-Rose ein Zuhause. Doch sie fühlt sich dort stets wie eine Fremde – von wem hat sie den blonden Lockenbusch auf dem Kopf, woher die kleine Statur? Die Frage danach, warum sie ist, wie sie ist, und die drängende Sehnsucht, ihre Mutter zu finden, lassen sie nicht los, und so macht sie sich mit sechzehn auf die Suche nach der Unbekannten im Overall, das Schweizer Messer in der Tasche. Ihr Weg führt sie zu einem Ort in den Urwäldern von Vancouver Island, deren Kronen sich mächtig und uralt wie ein Gewölbe über den Menschen aufspannen, ihnen Geborgenheit und Schutz geben. Was Shannon dort findet, ist eine ergreifende Geschichte von wilden Herzen, beschädigten Helden und von leisem Schmerz. Ein Mädchen auf der Suche nach ihrer Herkunft, nach dem, was war. Eine Mutter, die das Vergangene vergessen will. Ein bewegendes Debüt, das freilegt, was Worte wie Identität, Familie und Zuhause wirklich bedeuten.

Lostopf drei ist für Eltern, Verwandte und Bekannte von Kindern interessant, denn hier wartet das Buch  “Norden ist wo oben ist” von Rüdiger Bertram auf eine/n Leser/in

Kurzbeschreibung (Quelle: LovelyBooks): Mel kennt sich mit Raststätten aus, Paul mit Western. Mel, weil an Raststätten schon mal ein paar Pommes übrig bleiben und man praktisch denken muss, wenn man nicht viel Geld hat; Paul, weil er lieber Revolverhelden beim Schießen zusieht als seinen Eltern beim Streiten in der großen Villa. Arme Mel, reicher Paul? Nicht ganz. Das Schicksal schickt die zwei auf große Reise. Ans Meer, auf eine Odyssee, die alles verändert. Die Bedeutung von Reichtum zum Beispiel. Und die von Freundschaft.

und Lostopf vier ist für Kinder und Erwachsene denn “Schnatzelschnapf” möchte nicht nur in meines, sondern auch in eure Herzen ziehen

Kurzbeschreibung (Quelle: Verlag Monika Fuchs): Das Leben ist wie ein großes Geheimnis, und man kann gar nicht genug davonbekommen. Das findet jedenfalls Krümel, der im Dreiwünsche­wald am Meer wohnt. Al­ler­lei sonderbare Gestalten sind dort zu Hause: Herr Purzelbaum, der Konservendosen­eti­ketten sammelt, Onkel Giggel und Tante Ziep, die das Jahr in Flaschen abfüllen, Krümels Freund Hopsa, der alles über das Beobachten von Wolken weiß, und – ach! – so viele andere, dass man sie gar nicht alle aufzählen kann. Voller Begeisterung macht sich Krümel daran, die Welt zu entdecken. Und was er dabei nicht alles herausfindet! Dass Wörter ganz schön stark sein können, sogar stärker als Angst. Dass Lachen in allen Sprachen gleich klingt. Dass Erinnerungen so etwas wie eine Landkarte sind. Und als Neenee, der kleine blaue Elefant, reglos auf dem Fensterbrett liegt, muss sich Krümel sogar dem furchterregendsten aller Wörter stellen: tot. Aber zum Glück gibt es ja seinen Papa und seine Mama und vor allen Dingen seinen Freund Hopsa, mit denen er über alles reden kann. Denn wenn man klein ist, hat man furchtbar viele Fragen: Wer bin ich? Warum heißt das Meer Meer? Schmeckt Erdbeereis für alle gleich? Wie spricht man Fremdländisch? Und vor allen Dingen: Was, um alles in der Welt, ist ein Schnatzelschnapf?

Ein Buch für Kinder und Eltern, die Spaß daran haben, über sich, das Leben und die Welt nachzudenken.

 


 

Was sonst noch wichtig ist:

1. Du musst mindestens 18 Jahre alt sein.  Auch das Kinderbuch muss von einem Volljährigen gewonnen werden.

2. Teilnehmen dürfen nur BlogLeser/innen die in Deutschland wohnen oder eine Adresse in Deutschland angeben können an die der Gewinn versendet werden soll.

3. Die Gewinner werden im Blog bekannt gegeben und per E-Mail benachrichtigt, daher müsst ihr eine gültige Emailadresse angeben. (die Emailadresse wird nicht öffentlich zu sehen sein !)

4. Es werden nur Kommentare unter diesem Artikel gewertet.   Ein like oder teilen auf Facebook würde mich freuen gibt aber kein zweites Los. Ebenso ist auch das teilen  auf Twitter erlaubt und gerne gesehen, erhöht jedoch nicht die Gewinnchance damit wirklich alle Leser/innen (auch ohne Twitter oder Facebook) die gleichen Chancen haben.

5. Wer einen Betrugsversuch unternimmt wird vom Gewinnspiel ausgeschlossen. Hierzu zählen auch automatisierte Kommentare.

6. Die Gewinne werden jeweils als Büchersendung versandt.

7. Die Haftung für den Versand ist, ebenso wie der Rechtsweg, ausgeschlossen. Auch behalte ich mir das Recht vor das Gewinnspiel vorzeitig abzubrechen. 

Teilnehmen könnt ihr ab sofort bis zum 27.04.2014 23:59 Uhr - später eintreffende Kommentare werden nicht mehr gewertet


 

 

 

Nun auf ans Bücherregal und anschließend die Tasten benutzen um zu kommentieren ich wünsche euch viel Glück! 

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Urlaub vs. Umzug

“Natürlich freue ich mich sehr, aber ich bin auch etwas verwundert, dass ihnen der Urlaub so gut getan hat. Die lange Fahrt, die fremde Umgebung, die fremden Menschen, ich hatte die Befürchtung sie muten sich zuviel zu. Gerade im Rückblick auf den Umzug. Wieviel Kraft es ihnen abverlangte.  Wie schwer und anstrengend die Veränderung  für sie war. (…)”

Natürlich war es nicht einfach für mich, mich in den Bus zu setzen, eine Fahrt von 6 Stunden und 40 Minuten hinter mich zu bringen um dann in einer für mich fremden Umgebung ein paar Tage zu verbringen. Es liefen dafür einige Vorbereitungen ab, wie Mailkontakte und – unter anderem – das zusenden von Fotos der fremden Umgebung oder das kennenlernen der Haltestelle und Umgebung einige Tage vor Abfahrt. Und ehrlich gesagt so spontan war es gar nicht, denn im Kopf war ein Treffen schon seit etwa 1,5 Jahren in Planung. Soviel hat mir dieser Mensch schon gegeben und ich wollte diesen Menschen und seine Familie unbedingt einmal persönlich kennenlernen. Genau ein Jahr vor diesem Treffen war schon einmal ein persönliches Kennenlernen geplant, musste aber wegen der damaligen Wetterlage spontan abgesagt werden.

Der Umzug bedeutete das aufgeben meines Schutzraumes. Das gewöhnen müssen an eine neue Umgebung ohne in mein gewohntes Umfeld zurückkehren zu können. Keine “Flucht”möglichkeit mehr haben. Ein Urlaub ist ein “abwesend sein” des gewohnten Umfelds für eine geplante Zeit. Ein kurzes ausbrechen aus dem Alltag mit dem “Anker” im Kopf stets zurückkehren zu können. Und wenn der Urlaub dann so gut geplant ist wie dieser, wenn ich sicher bin zu Menschen zu kommen die Verständnis haben, wenn ich auch (Mutter)pflichten ablegen kann, dann bietet er zudem die Möglichkeit vom Alltag Abstand zu nehmen und Kraft tanken zu können.

Das jetzige Kennenlernen verlief zudem leider auch nicht ganz ohne “Hindernisse” ab. Die lange Fahrt, die Anstrengung, die vielen neuen Eindrücke all das führte am ersten Tag zum Overload, was mir im Nachhinein auch für meine Gastgeber leid tat. Die Hilflosigkeit in dieser Situation möchte ich niemandem zumuten.
Ich hatte noch keinen Rückzugsraum – nicht weil er nicht gegeben war, sondern weil er noch nicht vertraut war, noch kein “zur Ruhe kommen” zuliess.  Ich kam schon mit Kopfweh und Übelkeit an, im Nachhinein gesehen schon auf der (ziemlich) grünen Wahrnehmungsstufe, wollte es aber verdrängen. Da sein. So liebevoll wurde ich empfangen und so herzlich aufgenommen.  Leider kippte es dann irgendwann doch. Der Overload war nicht mehr aufhaltbar.

Die nächsten 1,5 Tage waren toll. Spaziergänge zu zweit, gute Gespräche, Natur, Kinderfreude, Herzlichkeit. (Viel zu) Schnell kam der Abschied und selbst noch in den letzten gemeinsamen Minuten gab es  Hilfestellung durch meine Gastgeberin. ;-) Danke.

Ich spürte an diesem Tag aber auch schon, dass ein weiterer Tag mehr Rückzug zur Folge gehabt hätte. “Familienalltag” anstrengender wurde und ein Nur-Ich-Tag,  mit vielleicht ein bis zwei (Draussen-) Stunden zu zweit, nötig wären.  All das erlebte, gesehene wollte verarbeitet werden. Das “im Geschehen” bleiben wurde anstrengender, die Reize intensiver wahrgenommen, kaum noch filterbar zwischen visuell und auditiv. Ein überlappen der Sinnesreize so dass viel Konzentration aufgebracht werden musste sich auf nur eines zu konzentrieren um mich nicht im Kopf-Bilder-Chaos zu verirren.

Es war ein toller Urlaub. Eine wunderbare Auszeit. Ein erleben von Verständnis und ich bin dankbar dafür und dankbar das ich diesen Schritt gewagt habe. Missen möchte ich den Urlaub/ das Kennenlernen nicht und freue mich auf Wiederholung oder  (mit bestimmten Voraussetzungen) Gegenbesuch.

*

(Der Overload der in der Woche nach dem Urlaub folgte war sicherlich so intensiv [im Rückblick gesehen einweisungswürdig/ ärztliche Begleitung {Medikamente} notwendig]  weil ich daheim sofort wieder im Terminchaos/ Alltagschaos landete und all das Erlebte noch nicht verarbeitet und trotz positivem Erlebnis auch Anstrengung war. )

Das ist mein Platz!

Vor einigen Tagen war M. zum Kaffee hier. Während ich in der Küche den Kaffee aufbrühte setzte M. sich bereits ins Wohnzimmer. Das Herzkind, das extra für diesen Nachmittag auf dem Schulheimweg Kuchen mitbrachte deckte den Tisch ein.  Als sie ein zweites Mal zu mir in die Küche kam teilte sie mir mit, dass M. sich auf meinen Platz gesetzt hat.  Es war gut, das ich gleich  Bescheid wusste, nahm die Worte auf, atmete tief ein und aus und sagte dem Herzkind erstmal “Ist ok. Sie ist ja der Besuch.”
Ich habe mittlerweile gelernt das der Besuch “Vorrang” in vielen Dingen hat. Der Spruch “der Kunde ist König” zählt in diesem Fall wohl irgendwie auch.  Obwohl Besuch ja eigentlich kein Kunde ist. Wobei, vom eigenen Gefühl her, es ihm recht machen wollen etc. ist es schon fast ähnlich. Aber das ist ein anderes Thema. Zu oft wurde ich schon missverstanden wenn ich etwas beanstandete (wie beispielsweise die Aussage, dass ich einen Platz für mich beanspruche).  M. weiss, das ich meinen Platz habe und hat sich  bewusst dorthin gesetzt. Sie sagte: “Jetzt hat *das Herzkind*schon  *gepetzt*, ich wollte doch wissen, was du sagst.”
Ich hätte nichts gesagt. Ich hätte es auch dann ausgehalten. Wäre vielleicht nochmal kurz aus dem Raum gegangen um es gedanklich einsortieren zu können. Diese Dinge (Provokationen?) machen unsere Treffen manchmal schwierig.  Ich fühle mich dann in meinem Sein nicht akzeptiert. Höre innerlich Worte von früher in meinem Ohr:  “Du kannst es doch aushalten, also verstehe ich nicht wo das Problem ist.”
Ja, ich kann es aushalten, weil ich dann  schweige. Weil ich es aushalten muss. Aber es fordert Kraft. Es macht Begegnungen schwierig. Nimmt Sicherheit und  im Kopf beschäftigt es mich sehr stark.
In diesem Fall immer wieder die Gedanken “Sie sitzt auf meinem Platz Wann geht  sie wieder. Wann darf ich dort wieder  sitzen? Wird der Platz dann immer noch ein Sicherheitspunkt für mich sein oder verändert er sich?  Von hier aus ist mein Blickwinkel anders. Es fühlt sich nicht gut an. Ich fühle mich unwohl.  Es fordert Kraft. Sie soll gehen. Wenn sie aufsteht, möchte ich mich dorthin setzen. Auf meinen Platz. Aber ich darf nicht. Muss mich stark kontrollieren. Es fühlt sich nicht gut an. Ich MUSS es aushalten, muss konzentriert bleiben. Es fordert mich sehr stark. Gedanklich und  gefühlsmäßig. Es ist falsch. Es ist unsicher.”
Der Kopf war das ganze Treffen über mit meinem Platz beschäftigt, hinzu kamen neue Gesprächsthemen. Es war eine Doppelbelastung die sich hätte vermeiden lassen können. Soviel im Kopf. Soviel Gedankenschwurbel, fehlende Bilder, neue Bilder, falsche Bilder. Und dann muss ich aufpassen, dass ich da bleibe. Nicht im “in mir”  verschwinde, weil soviel Kraft erforderlich ist.
Und am Schluss sehen andere nur: “Es geht doch. Hab dich doch nicht immer so.”
Was ich dafür geben musste das es ging, das sieht niemand.
Sie schließen die Tür hinter sich und in mir platzt der Overloadknoten.

Januar-Rückblick

Die ersten zwei Wochen waren noch geprägt vom anstrengenden Dezember. Mein Kraftbalken lief stets auf Reserve.  Raus gehen war (und ist noch) ein großes Problem. Einfach, weil ich versuch(t)e die Aussenreize so minimiert wie möglich zu halten. Es gab Tage, da konnte ich nicht einmal mehr in den Keller gehen um die Waschmaschine anzustellen. Mir hätten Nachbarn begegnen können und das wäre mir einfach schon zuviel gewesen.

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Ein Termin beim Hausarzt stand seit langem mal wieder an. Die Schilddrüsenmedikamente müssen wieder angepasst werden. Ich mag die Termine beim Hausarzt nicht und bin sehr froh, dass ich da nicht so häufig hin muss.  Wäre ich oft krank würde ich wohl den Arzt wechseln. Das Blutabnehmen übernehmen die Schwestern dort im Labor, das ist noch gut erträglich, aber ins ziemlich chaotische Arztzimmer zum Arzt den ich absolut nicht einschätzen kann, der merkwürdige Fragen stellt und manchmal für mich unverständliche Aussagen macht gehe ich ungern.

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Im Mai würde meine EU-Rente auslaufen, daher schickte mir die RV, schon im Dezember, einen Verlängerungsantrag. Diesen konnte ich erst im Januar ausfüllen, da es doch auch erschöpfte. Sich so genau mit sich selbst beschäftigen, wirklich nachspüren wie es tatsächlich ist fordert ziemlich Kraft.
Nur 11 Tage nach absenden des Verlängerungsantrags bekam ich die Weiterbewilligung bis Mai 2016. Von der Schnelligkeit der Bearbeitung war ich doch ziemlich überrumpelt. “Schwarz auf weiss”zu sehen wie beeinträchtigt ich bin und das arbeiten nicht möglich ist, ist kein schönes Gefühl. Auch wenn ich weiss, dass es richtig ist so. Ich bin nicht stolz darauf auf den Staat angewiesen zu sein.

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Durch einige Zufälle fielen Anfang der vierten Januarwoche mehrere Termine aus. Weil ich bemerkte dass ich wirklich am Ende mit meiner Kraft war und auch die Option in die Klinik zu müssen um den Balken wieder aufzufüllen “im Raum stand” machte ich einen cut. Entweder Klinik oder diese Tage ohne Termin nutzen und mir quasi einen Klinikalltag zu Hause erschaffen. Ich entschied mich für letzteres.

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Gefühlsmäßig würde ich sagen taten die Auszeittage gut. So gut, dass ich nun sagen kann ich habe Kraft mich auf ein “Abenteuer” einzulassen. Ich habe gestern tatsächlich eine Fahrt über ein komplettes Wochenende gebucht und werde zu einer lieben Leserin fahren. Ganz bewusst ohne das Herzkind. Es wird ein Wochenende für mich werden. Für uns. Zum noch besseren kennenlernen, zum persönlich danken können und zum “ich sein”- weil sie es mir ermöglicht! Ich könnte dafür jetzt schon Danke sagen. :-)

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Das Herzkind hat den Vorlesewettbewerb der Schule gewonnen und wird Ende Februar im Kreis- und Stadtentscheid gegen die Gewinner anderer Schulen antreten. Über ein paar gedrückte Daumen würde sie sich freuen.
(Sollte sie den Stadtentscheid gewinnen würde es im März/April zum Bezirksentscheid gehen, anschließen “kämpfen” die besten Vorleser/innen jedes Bundeslandes von Ende April bis Mitte Mai um den Landessieg. Die 16 Landessieger werden zum großen Finale am 2. Juli nach Berlin eingeladen. [Und nach Berlin wollten wir gerne mal.] )

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Es gibt noch drei Mails die ich beantworten muss/möchte. Es tut mir leid, dass ich da nicht immer sofort antworten kann. Kommunikation ist auch schriftlich manchmal nicht so einfach.
Ich habe mich im Januar um ein anderes Herz”projekt” kümmern wollen/ gekümmert, bei dem ich einige Mails schreiben musste und meist war anschließend meine Konzentration aufs schreiben und verfassen von Wörtern/Sätzen ausgeschöpft.

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Ich vermisse die Natur. Aber wie oben schon beschrieben ist rausgehen gerade schwierig. Um in die Natur zu kommen müsste ich einige Hindernisse überwinden. Ich müsste es schaffen vor die Tür zu gehen, ich müsste durch den Strassenverkehr und mit öffentlichen Verkehrsmitteln fahren. Ich muss mich auf neues einlassen. Die “Angst” vor dieser Reizüberflutung lässt mich meist schon im Flur wieder einen Rückzieher machen. In der ehemaligen Wohnung brauchte ich nur hinters Haus zu gehen. Dort gab es eine Allee, ganz ohne Autos und Lärm. Manchmal tat es gut diese auf und ab zu gehen und ein wenig draussen zu sein.
Meine Assistenz hat mir nun vorgeschlagen einen unserer nächsten Termine zu nutzen um mit dem Auto hinaus in den Wald zu fahren. Ich bin sehr dankbar über diesen Vorschlag, habe ich doch gerade auch in den Momenten wo ich spürte meine Kraftreserven gehen zu neige, darüber nachgedacht mich jedoch nicht getraut zu fragen. In der Natur kann ich ein wenig Kraft schöpfen. Schon als Kind bin ich immer in den Wald gegangen, weg von der Zivilisation, dem Stress den andere Menschen aussenden und verursachen, den Bedrängungen und nicht flüchten können wenn es mir zuviel wird.

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Ich würde gerne mehr bloggen, aber mir fehlen oft die Themen und Worte. Vermutlich liegt das auch an meinem Gedanken, es sollte dann immer ein guter Text sein und nicht nur ein paar dahin geschriebene Worte – ohne Erklärung und schwierig zu erfassen, weil der Bezug fehlt.

Heute (17-01-2014) um 20.15 Uhr zeigt Einsfestival den Film “im Weltraum gibt es keine Gefühle“.

Simon hat Asperger-Syndrom und ist im Umgang mit anderen Menschen alles andere als einfach. Als er sich mit seinen Eltern zerstreitet, beschließt der 18-Jährige, zu seinem Bruder Sam zu ziehen. Nachdem er sich dort einquartiert hat, dauert es nicht lange, bis er Sams Freundin mit seinen Obsessionen und Ticks vergrault hat. Um seinen Bruder zu trösten, beschließt er, ihm eine neue Freundin zu “besorgen”. Doch das erweist sich als schwierig.

Quelle: Website Einsfestival

 

 

Ich selbst habe den Film noch nicht gesehen, er hat aber gute Rezensionen und daher bin ich gespannt wie das Thema Autismus aufgegriffen wurde.